Alles anzeigenIch hab ehrlich gesagt nicht die Motivation ganz tief in die Gutachten einzusteigen, möchte mir die auch nicht stumpf von der KI zusammenfassen lassen, da sowas fehlerbehaftet ist. Daher eher oberflächlich:
Meiner Meinung nach krankt die grundsätzliche Betrachtung des Mikroklimas daran, dass sowohl im Gutachten - als auch im Volksmund - der Kunstrasen mit herkömmlichen Rasen verglichen wird.
Ja - Kunstrasen heizt sich deutlich stärker auf und verhindert effektive Abkühlung, da keine Feuchtigkeit gespeichert wird und das Wasser auch bei Hybridrasen nicht dauerhaft im Boden verbleibt, sondern der Überschuss in die Kanalisation geht. (Auch dafür gibts btw. Lösungen Wassergekühlter Kunstrasen soll städtische Hitzeinseln bekämpfen - Innovationen - derStandard.de › Web)
Im Gutachten heißt es:
"Unversiegelten Bereichen im Untersuchungsgebiet ohne Baumbewuchs wurde im Ist- und Planfall pauschal ein niedriger Bewuchs (Gras, Rasen) mit einer Wuchshöhe von 10 cm zugewiesen."
das ist jedoch einfach falsch. Bei der Fläche handelt es sich um ein landwirtschaftlich angelegtes Maisfeld (bzw. teilweise Getreidefeld) nicht um "natürlichen" Gras/Rasenbewuchs. Mais benötigt (meines Laienwissens nach) einen deutlich trockeneren Boden als natürlicher Rasen und hat demnach eine deutlich niedrigere "Kühlwirkung". Man möge mich da berichtigen, falls Agrarwissenschaftler es besser wissen: Aber meines Wissens nach speichert ein künstliches Maisfeld auch deutlich weniger Feuchtigkeit als eine natürliche Rasen/Gras/Wildwuchsfläche.
Zur Veranschaulichung:
IST-Zustand:
Rasenfläche/Gräserfläche:
Die Frage ist also nicht: wie schneidet das Gebiet im Vergleich zu einem normalen Gras- / Rasenbewuchs ab, sondern im Vergleich zum REALEN Ist-Zustand.
Darüberhinaus: Wenn Teile des Gebiets nun statt mit Mais mit Rasen oder Pflanzen die noch mehr Feuchtigkeit speichern (und damit eine bessere Kühlwirkung haben) bepflanzt wird - wie schneidet das Gebiet dann im Vergleich ab?
Wie immer bei Gutachten und komplexen Themen reicht zur (hier oft hochgelobten) differenzierten Betrachtung ein! einzelnes also nicht aus, da oft kleine Änderungen von Parametern oder Fehlannahmen (auch Gutachter sind nicht perfekt) schnell das ganze Ergebnis kippen lassen können.
Im letzten Punkt sind wir uns vollkommen einig! Im übrigen handelt es sich hierbei auch um das Gutachten auf das Bayer referenziert! Wollte nur Ansteff eine Antwort auf seine Frage anbieten!
Da ich weder Gutachter, noch Biologe oder Geologe bin, verzichte ich auch auf eine Bewertung, ob Methodik und Betrachtung hier richtig gewählt sind! Glaube aber auch, das dies nicht das erste Gutachten dieser Art ist, das von den Beteiligten erstellt wurde!
Und die tatsächlichen Abnhängigkeiten bzw. Auswirkungen wird man eh erst nach dem Bau erfahren! Natur bahnt sich ja immer seinen Weg! Wichtig ist hier mE. das man schon vorab Maßnahmen identifizieren kann, um die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten!