1) „Ich bin verantwortlich für das Spiel“, sagte Hjulmand, „ich bin da sehr selbstkritisch.“ Der Coach nahm die Schuld auf sich, was die Frage aufwarf, ob einige Profis das auf Dauer ausnutzen könnten und deshalb eher mal ein bisschen weniger laufen als unbedingt nötig – was wiederum so gar nicht zur Spielphilosophie des Vereins passen würde.
Die Erfolge (...) basierten auf Kampf und Leidenschaft, auf Rennen, auf Grätschen und bedingungslosem Pressing. Kasper Hjulmand dagegen propagiert Ballbesitzfußball. „Solange ich Trainer (...) bin, bleibt das so“, sagt er. „Wir versuchen, nach Ballgewinnen so schnell wie möglich nach vorn zu kommen. Die Pässe müssen sitzen. Der Erfolg wird kommen, wir brauchen Zeit.“
Dabei ist die neue Philosophie nicht von allen Spielern verinnerlicht. „Immer, wenn wir unter Druck kommen, gibt es Rückfälle“, sagt Hjulmand.
Die unbedingte Balljagd auf dem gesamten Platz (...) ist (...) abhandengekommen.
2) „Wir sind nicht zufrieden“, gibt Kasper Hjulmand zu, sagt offen: „Ich bin enttäuscht – vor allem von der ersten Halbzeit. Da hat uns der Druck gefehlt, das Tempo, die Konsequenz! Und, wir haben viel zu viele Abwehrfehler gemacht.“
Warum die Mannschaft weder versuchte, mit einem Angriffs-Feuerwerk die sichtlich verunsicherten Berliner gleich vom Anpfiff weg zu überrennen – noch spätestens bei der Gelb-Roten Karte für den Gegner (58.) wirkliches Aufbäumen zeigte?
Hjulmand: „Warum, das weiß ich nicht – ich kann es nicht erklären!“ Was er weiß: „Ich muss das analysieren, denn das war eindeutig zu wenig von uns.“
3) (...) Wir benötigen zum sportlichen Überleben neben taktischer Disziplin, große Leidenschaft, Kampfgeist, Aggressivität und Konsequenz, die sich im Training entwickeln und in den Spielen unserer Mannschaft zeigen müssen und darüber hinaus Verein und Fans in einer schwierigen Phase mitreißen können"
"Mit der Qualität unseres Kaders darfst du nicht absteigen", hatte der Manager kürzlich den Dänen, der als zu ruhig und beratungsresistent kritisiert wird, in die Pflicht genommen.
4) "Wir hatten einfach das Problem, dass Kasper Hjulmand seinen Weg der Weiterentwicklung der Mannschaft auf der Basis von Passspiel unverändert weitergehen wollte"
"Wir hatten Angst, dass wir die Resultate der Entwicklungsarbeit erst am neunten Spieltag in Liga zwei sehen. Im Abstiegskampf interessieren mich Zweikampfwerte und die Zahl der Sprints, erst dann die Anzahl der Pässe"
Die Aussagen sind nicht aktuell und decken sich doch erschreckend mit dem, was wir zur Zeit auf dem Platz sehen. Schlechte erste Hälften. Kein Druck, kein Tempo, Keine Konsequenz. Zu viele Abwehrfehler. Auftritte, die eindeutig zu wenig sind. Leidenschaft, Kampfgeist, Aggresivität werden vermisst. Fans können nicht mitgerissen werden, schlafen bei uns sogar auf der Tribüne ein. Der Kader unterperformt. Fokus Passspiel. Wenige Sprints (sind wir immer noch letzter?). Das habe ich nicht erfunden, sondern einfach mal recherchiert wie es in Mainz unter Hjulmand gelaufen ist. Wer spätestens jetzt nicht dramatische Parallelen erkennt, dem kann ich nicht mehr helfen. Glaubt weiter daran das wir hier einen anderen Kasper Hjulmand erleben. Glaubt weiter an eine Enwticklung. Redet euch weiter ein, das der Kader, das fehlende Spielglück, die Schiedsrichter und alle anderen Schuld sind. Ich will nur noch abschließend daran erinnern, dass auch Hjulmand in Mainz stark begonnen hat mit 8 ungeschlagenen Spielen. Aber genau so stark hat er auch nochgelassen.
Hier habt ihr die Quellen.
1) Vom 13.12.2014 Quelle: Stuttgarter Nachrichten
2) Vom 09.02.2015 Quelle: Bild
3) Vom 17.02.2015 Quelle: Bild
4) Vom 06.03.2015 Quelle: Spiegel