Zunächst einmal möchten wir unserer Achtung und unserem Respekt vor der rasanten qualitativen Entwicklung des Frauenfußballs Ausdruck verleihen. Denn das haben sich die Damen redlich verdient, zumal sie ihr Potenzial bei weitem noch nicht voll ausgeschöpft haben. Dem Frauenfußball gehört die Zukunft, das stetig wachsende öffentliche Interesse spricht Bände.
Darum geht es hier jedoch gar nicht. Sondern um die schnöde Arroganz, mit der beim FC Bayern alles, was der Verein an Sportarten zu pushen sucht, als das 'weltweite' Maß aller Dinge hochsterilisiert
wird. Wohingegen es für alle, die sich von dieser realitätsfernen Selbstüberschätzung nicht blenden lassen (und das sind von den weltweit ca. 8 Milliarden Menschen in der Tat die meisten), keine Überraschung und schon gar keine Enttäuschung ist, wenn die Mannschaften der beiden Profi-Fußballabteilungen aus der fernen süddeutschen Provinz binnen weniger Tage bei Licht betrachtet erwartungsgemäß abgewatscht werden; von Teams, welche in Sachen Perfektionsannäherung schlicht ein paar Etagen höher angesiedelt sind.
Die eigentliche Krankheit ist nicht das in schöner Regelmäßigkeit wiederkehrende Versagen dieses Vereins bei der Vergabe der Titel in den europäischen wie nationalen Pokalwettbewerben. Sondern deren Ursache, will heißen die sowohl finanziell als auch medial betriebene Überhöhung dieses einen Abonnement-Meisters auf Kosten der Gesamtheit aller anderen Vereine, welche ihrer Aufgabe, chancenreiche Konkurrenten sein zu sollen, unter den gegebenen irreversibel betonierten Zuständen gar nicht gerecht werden können.
Wer über Jahrzehnte hinweg das zigfache an Geld investiert hat als sämtliche anderen Vereine der Bundesliga, an den dürfen und müssen dessen Fans den Anspruch stellen, jede Saison den besten Fußball und den Gewinn sämtlicher Titel geboten zu bekommen. Zumal dann, wenn solche vorlauten Töne gespuckt werden. Im Gegenzug steht es jedem, der nicht Teil dieser Blase ist, völlig frei, die Fragwürdigkeit des gesamten Konstruktes offen zu artikulieren. Jeder so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.