Über das Tagesgeschehen hinausgehende Hintergründe zum gestrigen Bayern-Frust.
Deren Niederlage im Derby gegen Augsburg sorgt nicht nur dafür, dass die Werkself weiterhin als einziger deutscher Verein eine ungeschlagene Meisterschaft samt Double-Sieg vorweisen kann. Ausgerechnet Bayer 04 begrub mit dem gestrigen 1:1 gegen den Rekordmeister zudem auch noch dessen selbstverständliche Erwartung auf den angestrebten neuen Bundesliga-Punkterekord. Mit jetzt 4 Remis und 1 Niederlage gaben die Münchner bereits jene 11 von (theoretisch) 102 möglichen Zählern ab, welche selbst bei 8 Siegen aus den letzten 8 Saisonspielen nur mehr die Einstellung des in der Saison 2012/13 aufgestellten eigenen 91-Punkte-Rekords ermöglichen könnten. Hingegen würden "nur" 7 Siege bedeuten, sich mit einer gemessen an den eigenen Ansprüchen minderwertigen Meisterschaft begnügen zu müssen, weil diese weniger als jene 90 Punkte vorzuweisen hätte, mit welchen die Werkself in ihrer Invincible-Saison 2023/24 zu glänzen wusste.
Als unbeschreiblich fruststeigernden Faktor muss man sich darüber hinaus vor Augen halten, dass Bayer 04 sich in den vergangenen 4 Bundesliga-Jahren vor eigenem BayArena-Publikum zum bajuwarischen Angstgegner schlechthin gemausert hat, denn bei 2 Niederlagen und 2 Remis verloren sie hier 10 von 12 möglichen Zählern. Bei einer Torbilanz von 2:6!
Nach vergleichbar schlechten Bundesliga-Auswärtsserien des FC Bayern muss man lange suchen, ebenfalls 2 Niederlagen und 2 Remis in 4 aufeinanderfolgenden Spielzeiten (damals 3:6 Tore) gab es m.W. letztmals 1993 bis 1997 im Dortmunder Westfalenstadion (wer ggf. besser informiert ist, möge dies gerne korrigieren); wohingegen die Zeiten der legendären Betzenberg-Phobie in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren z.T. fürchterlichen Abreibungen für die Bayern durch die entfesselten Lauterer ein für allemal der Vergangenheit angehören.