Politik Treffpunkt (NUR HIER ÜBER POLITIK SCHREIBEN)

  • Deutschland wird sich bei derzeitiger Entwicklung vom Wohlstand verabschieden müssen und das sollten auch die Rentner mittragen.

    …das tun doch die Rentner und Pensionäre bereits. Haben jahrelang eingezahlt in das Rentensystem und bekommen je nach eingezahlten Beträgen so und soviel Prozent ihres letzten Einkommens…immer aber nur einen Bruchteil. Während alles um sie herum teurer und immer weniger bezahlbar wird. Das ist keine ethische Frage, sondern eine Frage der Gerechtigkeit. Aber die klischee- und stammtischparolenbasierte Politik der Bundesregierung, vor allem aber der jüngeren Leute (z.B. JU) geht von einer Formel aus, die im Grunde besagt: „Die tun doch nichts, tragen nichts zur Gesellschaft bei und belasten unsere Systeme.“

  • Als betroffener Rentner ( mit 3 Kindern ) muss ich entgegen eigener Interessen mal daran erinnern, dass auch bei den Rentenleistungen das Verursacherprinzip gelten muss. Klartext: Wer dafür verantwortlich ist, dass wir seit mehr als 50 Jahren eine Geburtenrate deutlich unter 2,1 haben, die entscheidend für die Aufrechterhaltung des Arbeitskräftepotential ist, muss damit leben sich im Alter einzuschränken. Klingt wenig mitfühlend, ist aber so. Warum ? Der Gesamthaushalt wird ab Mitte des nächsten Jahrzehnt, wenn die Entwicklung so fortgeschrieben wird, am Ende sein. Das Geld wird nur noch für die Zahlung von Schuldzins, Rentenzuschüssen und Aufrüstungskosten reichen. Die gilt aber auch nur , wenn die Wirtschaft wenigstens halbwegs läuft. Deshalb sollten sich die unter Sechzigjährigen schon mal ganz warm anziehen. Schulen, Krankenhäuser, Straßen und weitere Infrastruktur Adieu ! Natürlich wird es nicht genauso kommen, da an Sozialleistungen, Renten usw. gewaltig gespart werden wird. Trotzdem wird es nicht reichen und die Verschuldung wird deutlich anwachsen. Wer hier an eine Verschwörungstheorie glaubt, sollte sich die entsprechenden Zahlen mal genau ansehen. ( Ich empfehle dazu Prof. Bernd Raffelhüschen ein angesehener ausgewiesener Experte in Rentenfragen)

  • Raffelhüschen...Lobbyist der INSM und in diversen Aufsichtsräten von Versicherungen. Sorry, aber seine wissenschaftliche Arbeit ist auch stark von seinen eigenen Interessen geprägt.

    Ich hab ja kein Problem damit, wenn VWL-er:innen auch eine politische Ideologie haben. Finde ich auch richtig so, irgendein Fundament brauchts. Ist auch albern, so zu tun, als ob es nicht ideolgisch wäre. Nur sollte man diese Ideologie auch deutlich kenntlich machen und die eigenen Vorstellungen verdeutlichen. Nur leider neigen Wirtschaftswissenschaftler sehr stark dazu, ihre eigene Darstellung/Theorie als einzig richtig zu sehen und vor allem so zu tun, als ob VWL auch nur in irgendeiner Art und Weise näher den Naturwissenschaften als der Sozialwissenschaft/Philosophie zu sein.

    Nicht umsonst hat die Schwedische Nationalbank einen dämlichen Preis erfunden, der gleichzeitig mit den Nobelpreisen verliehen wird. Und die Medienlandschaft verkauft uns das Jahr für Jahr als den "Wirtschaftsnobelpreis". Immer wieder ein Aufreger.

    C. Streich: "Ich habe zwar einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher. Ich bin ein Mensch, der einen Pass hat, in dem deutsch drin steht"
    Möge die Macht mit Bayer04 sein!

  • Die Verantwortung oder gar Schuld einzelnen oder einer Generation zu geben, ist so eine Sache. Die früheren Generationen haben das ja nicht aus Verantwortungsbewusstsein mehr Kinder bekommen, sondern, weil es so üblich war und es noch weniger Möglichkeiten der Verhütung gab.

    Die Entwicklung war früh absehbar und bekannt, aber die Reformen waren immer nur halbherzig. Riester war am Ende ein Rohrkrepierer und mehr ein Konjunkturprogramm für Versicherungen. Am Ende tragen wir alle gemeinsam die Konsequenzen, wer genug zurücklegen konnte oder geerbt hat, hat Glück gehabt.

  • Mich irritiert, dass viele Ältere nicht verstehen wollen, warum Jüngere die Rentenpolitik ablehnen. Jahrzehntelang hat man ein System weiterbetrieben, das nur mit vielen jungen Beitragszahlern funktioniert, gleichzeitig aber kaum etwas dafür getan, Familien zu unterstützen oder die demografische Entwicklung zu stabilisieren.

    Die ältere Generation profitierte von Bedingungen, die heute nicht mehr existieren: sichere Jobs, bezahlbarer Wohnraum, ständiges Wachstum und ein Rentenmodell, das damals tragfähig war. Für Jüngere ist davon kaum etwas übrig, trotzdem wird erwartet, dass sie ein kaputtes System weiter finanzieren.

    Politisch ist die Sache simpel: Die Mehrheit der Wähler ist älter, also wird Politik für Ältere gemacht. Die Interessen der jungen Generation haben kaum Gewicht. Kein Wunder, dass viele den Eindruck haben, übergangen zu werden.

    Gleichzeitig werden Maßnahmen gestrichen, die die demografische Entwicklung langfristig verbessern könnten, etwa bestimmte Familienleistungen (siehe aktuelle Beschlüsse vom Söder in Bayern).

    Für Menschen unter 40 stellt sich ernsthaft die Frage, wofür sie arbeiten und sparen sollen. Eigentum ist für den Großteil (der nicht geerbt hat) unbezahlbar, selbst bei gutem Einkommen.

    Unterm Strich entsteht der Eindruck nach einer "Nach mir die Sintflut Politik". Erst das riesige Schuldenpaket und nun steht das nächste große Ding an.

    Vermutlich wird sich erst was ändern, wenn sich die Gen Z wie in bspw. Nepal organisiert und deren Wünsche mit Gewalt erzwingt.

  • Was ist für dich die ältere Generation? Die unter Ludwig Erhard das Wirtschaftswunder erlebt und mit gestattet haben, oder diejenigen, die die Massenarbeitslosigkeit in den 80ern und 90ern erlebt haben, die am Ende in der Agenda 2010 mündete? Der Pillenknick begann übrigens schon in den 60ern.

    Über politische Versäumnisse müssen wir nicht diskutieren, aber das Generationenbashing ist ziemlich undifferenziert.

  • Was ist für dich die ältere Generation? Die unter Ludwig Erhard das Wirtschaftswunder erlebt und mit gestattet haben, oder diejenigen, die die Massenarbeitslosigkeit in den 80ern und 90ern erlebt haben, die am Ende in der Agenda 2010 mündete? Der Pillenknick begann übrigens schon in den 60ern.

    Über politische Versäumnisse müssen wir nicht diskutieren, aber das Generationenbashing ist ziemlich undifferenziert.

    Das Problem ist, dass die jüngeren Generationen es ausbaden sollen:

    - Wehrpflicht wird wieder eingeführt

    - Klima kaputt

    - Sozialsysteme kollabieren


    Und die unter 20-jährigen können ganz sicher nichts dafür.

    Ein Traum wurde wahr: Deutscher Meister SVB!

  • Hm, das ist ein Aspekt, ja. Ich sehe aber nicht, dass „Politik für Ältere“ gemacht wird, wie du schreibst.Eher sehe ich dass es die Jüngeren mit ihrer Affinität zu Social Media und ihrer Einstellung zu einer „vermeintlich besseren Welt (Klimaschutz, etc.)“ sind, die die Debatten bestimmen. Die für mich unerträgliche Luisa Neubauer bspw. Finden viele (sogar der Älteren) unerhört mutig und toll, obwohl sie Meinungen vertritt, die ich zutiefst ablehne. Die „Älteren“ seien schuld am Zustand der Welt, die Politik sei nur Kapitalorientiert usw. Polarisierung wird von denen betrieben, die jede Form von Polarisierung vorgeben, abzulehnen. Alleine der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist zynisch und diskriminierend, aber eine solche Einstellung zu haben, ist halt nicht en vogue. Und was en vogue ist, bestimmen ganz bestimmt nicht die Alten.

    Aber wer sind denn eigentlich die Älteren? Es sind die, die in einer Zeit aufgewachsen sind, als die Arbeitslosenquote bei 10 Prozent lag. Es sind die, denen beigebracht wurde, dass man die Ärmel hochkrempeln müsse, um einen vernünftigen Beruf zu erlernen, mit dem man eine Familie ernähren konnte und ein Eigenheim finanzieren konnte. Das war die Sozialisierung der 70er und 80er Jahre. Alles war auf das Credo ausgerichtet, etwas aus sich zu machen - durch Leistung. Alles (!) beinhaltete das Narrativ, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Davon ist heutzutage nicht mehr die Rede. Und die, die der staatlichen Räson gefolgt sind, sich etwas aufgebaut haben, brav eingezahlt haben, es trotz schwieriger Umstände geschafft haben, einen Job zu finden, ob am Fließband oder im Büro, jeder nach seinen Fähigkeiten, können dafür doch unmöglich mehr als andere zur Kasse gebeten werden. Ich meine nein! Denn darum geht es doch. Renten, die ohnehin oft genug nicht gerade üppig ausfallen, weiter zusätzlich zu besteuern, widerspricht m.E. Nicht nur ethischen, sondern auch sozialen Grundsätzen.

    Aber richtig, solange es weiterhin genügend Einzahler gibt, der Staat für seine Aufgaben also genügend Gelder einnimmt, ist alles ok. Wenn aber Geld reinkommen muss, verschwimmen plötzlich alle ethischen Grundsätze, denen sich ein Staat, der sich der sozialen Marktwirtschaft verschrieben hat.

    Es waren die geburtenstarken Jahrgänge, die erst diesen Staat so richtig ans Laufen gebracht haben, die aber nicht nur etwa profitiert haben, wie oftmals unterstellt wird, sondern die auch erhebliche Opfer gebracht haben! In den 70ern aufgewachsen zu sein, hat viel Spaß gemacht, aber es war oft genug auch mit der Angst und dem Druck verbunden gewesen, überhaupt einen Job zu finden. Dank Bayer war es in LEV geringfügig leichter als anderswo, aber die Verelendung der Republik fing doch bereits mit dem sog. „Strukturwandel“ im Ruhrgebiet an. Nun gut, es gab mal einen Begriff, der nannte sich „Generationenvertrag“. -klar, der muss finanzierbar sein. Aber das geht eben nicht, indem man den üblichen verallgemeinernden Floskeln wie „Na, da müssen jetzt die alten auch mal…“ folgt.

    Edited once, last by british (December 3, 2025 at 9:24 PM).

  • Die Wehrpflicht ist ein anderes Thema. Hatten wir auch und deutlich länger. Und Schuldfragen helfen hier auch nicht weiter.

  • Um noch mal auf den Vorschlag des Herrn Fratzscher zurückzukommen (Neurentner sollten erst mal ein verpflichtendes soziales Jahr ableisten, bevor sie Rente beziehen).
    Die Daten 21.7.1956 und 1.7.2011 hatte ich ja bereits in Post #574 genannt, will heißen: 1956 Einführung der Wehrpflicht (und der Zivildienstpflicht für Kriegsdienstverweigerer) betreffend alle Geburtsjahrgänge ab 1938; 2011 Aussetzung von Wehr- und Zivildienstpflicht betreffend alle Geburtsjahrgänge ab 1993. Die Aussetzung wurde übrigens im Kabinett Merkel Zwei durch CSU(!)-Verteidigungsminister und später des Doktorarbeits-Plagiates überführten Herrn Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg veranlasst.

    Was lernt :) uns das.

    1. Ausnahmslos ALLE männlichen Staatsbürger der sogenannten Boomer-Generation, denen ja gern die "Schuld" für die Renten-Krise in die Schuhe geschoben werden soll, haben in jungen Jahren der jeweiligen Gesetzeslage entsprechend i.d.R. zwischen 15 und 24 Monaten Wehr- oder Zivildienst geleistet. Zeiten, die für die meisten von ihnen eine signifikante Verschlechterung ihrer späteren Rentenbezüge nach sich zogen, weil es ihnen wegen der Dienstpflicht verwehrt war, eine berufliche Tätigkeit auszuüben, die wesentlich besser bezahlt worden wäre und ihnen damit bessere Rentenpunkte gesichert hätte, als die mickrigen Rentenbeiträge des mauen Soldes. ALLE zwischen 1938 und 1992 Geborenen sind hinsichtlich ihrer Rentenpunkte also klar benachteiligt gegenüber ALLEN nach 1992 Geborenen.
    2. Jene in der Rentenfrage aufmüpfigen honorigen Herren der "Jungen Gruppe" innerhalb der CDU/CSU-Fraktion, welche zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens auch nur einen einzigen Tag Pflichtdient geleistet haben, sollten sich gegenüber Menschen, die in ihrem Leben einen Pflichtdienst geleistet haben, tunlichst bedeckt halten. Das gleiche gilt für all diejenigen netten Mitmenschen unter uns, die in ihrem Leben ebenfalls noch nie irgend einen Dienst geleistet haben.
    3. Anstatt auf die irrwitzige Idee zu verfallen, Menschen im Alter von Mitte/Ende Sechzig, die in ihrem Leben bereits einen Pflichtdienst geleistet haben, vor ihrer ersten Rentenzahlung ein zusätzliches Jahr Pflichtdienst aufbrummen zu wollen, sind ja wohl zu allererst einmal ausnahmslos ALLE diejenigen an der Reihe, die in ihrem Leben noch nie einen Dienst für Vater Staat geleistet haben.
    4. Sollte besagter Pflichtdienst für Rentner trotzdem als Gesetz verabschiedet werden, ist allen davon Betroffenen bereits jetzt anzuraten, eine millionenfache Sammelklage wegen wiederholter Dienstverpflichtung anzustrengen. Und zwar nicht auf nationaler Ebene, sondern ohne Umwege sofort vor der dem nationalen Recht gegenüber weisungsbefugten höchstrichterlichen europäischen Instanz, dem Europäischen Gerichtshof (EuGh).
    5. Der nicht hoch genug zu würdigende Einsatz für unsere Gesellschaft durch sämtliche Menschen, die einen freiwilligen Dienst, gleich ob Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilliges Soziales Jahr, leisten oder geleistet haben, ist jedwedem Pflichtdienst gleichzustellen. Die zusätzliche Einberufung zu einem Pflichtdienst für diese Menschen, gleich ob Wehr- oder Zivildienst, ist zu unterlassen. Sollte sie trotzdem per Gesetz angestrebt werden, ist auch diesen Menschen bereits jetzt anzuraten, eine millionenfache Sammelklage vor dem EuGh vorzubereiten.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

    Bayer 04 Leverkusen.
    Weil seit 1904 drin ist, was drauf steht.

  • Was soll ein soziales Jahr an der rentengrenze?

    Die Arbeiter an der rentenfrenze haben die größten Einkommen zahlen somit die höchsten sozialbeiträge pro Kopf im Durchschnitt.

    Lässt man diese ein soziales Jahr machen anstatt zu arbeiten, belastet das die Sozialkassen.

    Und wer nicht mehr arbeiten kann, sollte auch kein soziales Jahr mehr machen müssen.

    Darüber hinaus haben wir genügend Arbeitslose, die soziale Dienste leisten könnten.

    Ein Traum wurde wahr: Deutscher Meister SVB!

  • Dann rate ich den Jüngeren auszuwandern.

    Guter Witz. Wer will den die TikTok-gehirne die auch der ganzen Welt diesen linken Regenbogen Quatsch vermitteln wollen aufnehmen.


    Und nein woanders gibt's kein Bürgergeld, Auch brauch niemand einen mit nem Genderstudium solange der nicht die Kohle mitbringt.^^^^:D:D

    Woanders muss man vielleicht arbeiten....

    UNGESCHLAGENER DEUTSCHER MEISTER und DFB-POKALSIEGER 2024


    „Who are they? We are f**king Leverkusen!“ 8)

  • 13 Jahre Schule bis zum Abi, Wehrpflicht, Warten auf einen Studienplatz, überfüllte Hörsäle, danach trotz guter Abschlußnote Generation Praktikum. Mit summa cum laude promovierte Chemiker, die sich Jahre als Taxifahrer durchschlagen (damals Einstellungsstopp in der chemischen Industrie). Juristen mit befriedigenden Staatsexamen, denen nur vergütungsfreie Praktika mit einer 60 Stunden Woche angeboten wurde. Ach was war das schön damals! Kein Wunder, dass die Boomer - sei es bewusst oder unbewusst - nicht in dem Ausmaß Kinder bekommen wollten wie ihre Eltern. Zu vielen hat diese Gesellschaft mit dem Argument , ihr seid einfach zu viele, das kann der Arbeitsmarkt nicht aufnehmen, die kalte Schulter gezeigt. Was die Renten betrifft, ist vorrang das Umlageverfahren das Problem. Kapitalgedeckte Altersversorgung gibt es - zB in den berufsständischen Versorgungswerken. Dort sind die Renten höher, obwohl es keinen Steuerzuschuss gibt. Nicht die Boomer sind schuld, sondern die Politik, die sehenden Auges allein das Umlageverfahren beibehalten hat. Erst jetzt, wo die Katastrophe vor der Haustüre steht, versucht man umzulenken. Das ist typisch Politik. Es gibt nur eine Lösung: Der Staat muss wie eine Kapitalgesellschaft bilanzieren. Bilanziert werden auch die künftigen Lasten, dh Pensionen, Zuschüsse zur Rentenversicherung. Dann würde man auch sehen, wie marode unsere Staatsfinanzen tatsächlich sind und wäre sofort gezwungen, gegenzusteuern. Wir sind ein Fall für den Insolvenzverwalter!

  • Quote

    Kein Wunder, dass die Boomer - sei es bewusst oder unbewusst - nicht in dem Ausmaß Kinder bekommen wollten wie ihre Eltern.

    Wie schon geschrieben. In früheren Generationen hatte man kaum die Wahl, später schon. Oder bekommen die heutigen jungen Menschen 3 bis 4 Kinder, um ihre Rente abzusichern? Man wusste das lange, es wurde ja auch in den 80ern diskutiert, daher stammt ja auch der berühmte Spruch von Blüm "die Rente ist sicher". Von der Höhe hat er ja nichts gesagt.

    Ich weiß auch noch, dass mein Vater damals schon gesagt hat, man müsste ins Umlageverfahren wechseln. Aber nicht einfach und auch keine Garantie, dass es wirklich besser läuft. Dass mittelfristig die Renten nicht mehr in der gleichen Höhe steigen können wie die Löhne, ist eh klar. Und dass man Vorsorge in alle drei Schichten benötigt, auch. Nur sollte das transparenter werden und mehr Unterstützung für diejenigen geben, die gerade so über die Runden kommen.

    Edited once, last by Walter Posner04 (December 4, 2025 at 8:39 AM).

  • In dem Zusammenhang möchte ich mal Gedanken äußern, weil dies innerhalb unserer Familie kürzlich durchaus konträr diskutiert wurde und vorab: ja, es ist ein wenig pauschalisierend.

    Die ältere Generation, nicht die alte (ich sage mal Geburtsjahre 1960-1969) hatte die 18monatige Wehr- oder Ersatzdienstpflicht ohne wenn und aber. Nach der Schule gingen die meisten direkt in die Berufsaubildung und anschließend in den Job. Den Begriff "Work-Life-Balance" kannte man nicht, "Burn-out" hieß, "Du bist überarbeitet, wird schon, nächste Woche geht's wieder." Die Familie stand im Mittelpunkt und war eng beisammen (Eltern, Kinder, Großeltern). Ein Auto gab es nicht in jeder Familie. Telefon (Festnetz mit Wählscheibe) hatten schon einige, aber längst nicht alle. Von dem, was es in den Lebensmittelläden gab, konnte man sich manches nicht oder nur selten leisten und da rede ich nicht von Luxus. Mein Gefühl: gejammert wurde wenig. Es war halt so.

    Welche Verpflichtung haben die heute 20-29jährigen gegenüber der Gesellschaft, außer dem Zahlen von Steuern( wenn sie es denn schon machen und in Bezug auf das was ich eben schrieb)? Es muss ein Handy (und bitte schön ein gutes) sein, wenn's geht Markenklamotten, es muss ein Computer sein, es muss ein Auto sein, es muss möglichst eine eigene Wohnung sein, es muss ein Sabbatjahr, ein Studium oder eine Ausbildung/Job mit ausreichend Zeit für Freizeit sein - oder mal schauen woher Geld kommt (Eltern, Staat, ...). Und irgendwie fallen sie immer weich oder sagen wir mal "wesentlich weicher" als die Älteren, jammern aber bei nahezu jeder Verpflichtung, die sie eingehen soll, weil sie das in ihrer Persönlichkeit einengt.

    Wie gesagt, das ist schon pauschalisierend und auch ketzerisch so wie die Frage, die sich in unserer Familie gestellt hat: Haben die Älteren aus ihrer Erfahrung heraus ihre Kinder zu Weicheiern erzogen? Weicheier in Bezug auf das Leben, knallhart aber im Bezug auf die Selbstverwirklichung.

  • Kenne ich auch, habe ich zum Glück nicht so krass erlebt. Klar, wir wurden bescheidener erzogen, auch wenn wir im Vergleich zu anderen schon eher privilegiert waren, waren aber auch zu vielen. Aber in puncto "Work-Life-Balance" fühle ich mich eher zu Generation X zugehörig, arbeiten und Pflichtgefühl ja, aber nicht bis zur Selbstaufgabe.

    Und letztlich beschreibt das Konflikt jeder Generation. In den 80ern waren wir für unsere Eltern auch verwöhnt. Die waren kurz nach dem Krieg froh überhaupt etwas zu essen zu haben und haben sich über Geburtstagsgeschenke wie eine Orange gefreut. Zu meiner Zeit war man zeitweise schon über Klamotten enttäuscht.

  • Meines Wissens ist die Idee hinter solchen sozialen Diensten im höheren Alter, dass es einigen tatsächlich Spass bringt/sie erfüllt und einige das in reduzierter Stundenzahl weiter ausüben oder gar Ehrenamtlich.

    14.04.2024 :LEV2
    DEUTSCHER FUSSBALLMEISTER, SVB :LEV3