Wenn man hier so manchen Sermon der vielen Hobbybesserwisser-Bundestrainer liest, dann fällt auf, dass viele augenscheinlich nur darauf warten, dass die deutsche Nationalmannschaft Spiele verliert und möglichst früh scheitert im Turnier. Man freut sich gehässig über jeden Fehltritt und schüttet sogleich Häme und Spott über die Spieler aus. Vor allem dann, wenn sie bei den Bayern spielen.
Scheint eine typisch deutsche Untugend zu sein.
Peinlich.
Ich drehe den Spieß mal um:
Mir scheint es eher eine deutsche Untugend zu sein, dass Kritik (berechtigt), Häme und Spott (als Ventil) angesichts des peinlichen Auftrittes gestern sofort als „deutsche Untugend“ abzutun. Dann wird dann schnell behauptet, „manche würden nur auf ein frühes Ausscheiden aus dem Turnier warten.“ Genau das, mein Lieber ist eine Untugend. Sie lässt keine Kritik zu und auch nicht Häme und Spott (Letzteres mag ich auch nicht, ist aber manchmal als Ventil einfach nötig, erst recht wenn unsere Elf so eine Kacke abliefert, dass es einem peinlich sein muss).
Kritik und bissige Kommentare haben nichts, überhaupt nichts damit zu tun, dass sich irgendjemand wünschen würde, man möge „möglichst frühzeitig aus dem Turnier fliegen.“
Wenn Anspruch und Wirklichkeit so dermaßen auseinanderhalten wie gestern, darf es erlaubt sein, dem auch mal ordentlich mit Sarkasmus zu begegneten, wie man es jetzt hier tut.
Und: Hobbybesserwisser-Bundestrainer sind wir hier alle, wenn du so willst. Kann ich mit leben.
Ach, und noch eines obendrauf: Nagelmann möglicherweise auch, nur wird er dafür bezahlt und hat eine repräsentative Aufgabe, der er nach seinem Auftritt gestern nach dem Spiel nicht gerecht wird.