• Bayer 04 ist ohnehin gut beraten, die bislang betriebenen Planungen für den avisierten Campus-Standort Monheim aus einem völlig anderen Grund baldmöglichst aufzugeben.

    Denn während die Forschungsarbeit zu den Auswirkungen des Klimawandels von zu vielen Verantwortlichen in NRW nach wie vor stiefmütterlich vernachlässigt wird, setzen die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) als gemeinschaftliche Partner des Forschungsprojektes "Klimaveränderung und Wasserwirtschaft" (KLIWA) diesbezüglich Maßstäbe.

    Dabei wird das der Hydrologie zuzuordnende Sachgebiet Hochwasser wohlweislich nicht auf den aktuellen Stand der Extremereignisse in der jüngeren Vergangenheit beschränkt. Sondern sehr intensiv an dem viel wichtigeren Ausmaß von Hochwasserereignissen in den kommenden Jahrzehnten geforscht. Mit Ergebnissen, die zwar nicht Eins zu Eins auf künftige Hochwasserereignisse in NRW übertragen werden können, diesen aber zweifellos sehr nahe kommen.

    Was das für die NRW-Nebenflüsse des Rheins aktuell jederzeit bedeuten kann, haben die flussnahen Anwohner von Wupper, Dhünn, Erft und Ennepe in der Nacht des 14. auf den 15. Juli 2021 zwar in Schockstarre miterleben müssen. Was vielen von ihnen hingegen noch nicht bewusst geworden ist, und allen "Unbeteiligten" noch viel weniger, ist zum einen die Tatsache, dass dies nur ein Vorgeschmack auf zu erwartende noch heftigere Nebenfluss-Hochwässer in den kommenden Jahrzehnten gewesen ist; und zum anderen, dass innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne stattfindende Starkregenereignisse mit Nebenfluss-Hochwassern entlang des gesamten Rheines die katastrophalsten Auswirkungen auf das Rhein-Hochwasser im Großraum Mittel- und Niederrhein nach sich ziehen wird.

    Um damit auf die eingangs getätigte Aussage zur Ungunst-Lage des geplanten Fußballcampus zurückzukommen:
    Monheim zählt zu jenen Städten, die unter bislang noch nie dagewesenen, künftig jedoch unvermeidlichen Rhein-Hochwassern unvorstellbaren Ausmaßes am meisten zu leiden haben werden. Dies allerdings weniger wegen der absoluten Höhe künftiger direkter Überflutungen, sondern aufgrund der Gefahr "aus dem Hinterland". Wenn wir einmal diese topographische Karte öffnen, auf Monheim hochzoomen und verschiedene Stellen im Stadtgebiet anklicken, womit uns die Höhe der jeweiligen Örtlichkeit in Metern über Normal Null angezeigt wird, so erkennen wir zwar die nur vermittels hoher Deiche einzudämmende Gefahr der Überflutung großer Teile des gesamten Stadtgebietes.

    Nicht aber die Gefährdung, welche bei über viele Tage oder gar Wochen anhaltendem Hochwasser vom hinter den schützenden Deichen stetig ansteigenden Grundwasserspiegel ausgeht. Der Pegel des Monheimer Baggersees an der Opladener Straße liegt mit 37 Metern nur 2 Meter höher als das Niveau des mittleren Rheinpegels im Süden Monheims mit 35 Metern. Das mögliche Szenario künftiger sich über größere Zeitspannen aufbauender und/oder anhaltender Hochwasser ist somit nicht von der Hand zu weisen: Der dadurch verursachte Anstieg des Grundwasserspiegels im Hinterland des Rheins könnte den Monheimer Baggersee zum "Überlaufen" bringen. Mit der Konsequenz, dass das Wasser dem Gefälle folgend strömen würde. Mitten durch jene "zu schützende" weil "naturbelassene" Schneise hindurch, die in der topographischen Karte in den Farben türkis-blau eingefärbt ist.

    Abgesehen davon, dass dies das Ende des Habitats der ebendort zu "schützenden" Gewächse und Tierarten bedeutet:
    Wer wollte schon alle paar Jahre wieder einen hochwasserverwüsteten Fußball-Campus grundsanieren müssen?
    Im Ernst, sich für die Zukunft zu rüsten, heißt auch, sich bei seinen Planungen für bauliche Maßnahmen auf mögliche Standorte zu fokussieren, welche gegen wie auch immer geartete Unbill des Klimawandels bestmöglich gefeit sind.

    Btw, alle Links in diesem Post sind zum intensiven Lesen weil besseren Verstehen der gesamten Thematik bestens zu empfehlen.

    Bayer 04 Leverkusen.
    Weil seit 1904 drin ist, was drauf steht.

  • Bayer 04 ist ohnehin gut beraten, die bislang betriebenen Planungen für den avisierten Campus-Standort Monheim aus einem völlig anderen Grund baldmöglichst aufzugeben.

    Denn während die Forschungsarbeit zu den Auswirkungen des Klimawandels von zu vielen Verantwortlichen in NRW nach wie vor stiefmütterlich vernachlässigt wird, setzen die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) als gemeinschaftliche Partner des Forschungsprojektes "Klimaveränderung und Wasserwirtschaft" (KLIWA) diesbezüglich Maßstäbe. (...)


    Die Vulkaneifel ist das größte noch aktive Vulkangebiet Mitteleuropas. Geophysiker, wie beispielsweise am KIT (Karlsruher Institut für Technologie), überwachen die Region und haben durch Magmakammer-Forschungen herausgefunden, dass unter der Westeifel auch heute noch Magma aufsteigt, was zukünftige Eruptionen möglich macht.

    Die rheinische Tiefebene wäre nach einer verheerenden Vulkaneruption und deren Folgen komplett verwüstet und großräumig unbewohnbar.

    Sich für die Zukunft zu rüsten hieße, das Rheinland und vor allem die Kölner Bucht tunlichst komplett zu verlassen...

    :LEV19:LEV14

  • Ist das hier der Klugscheißer-Thread? Ich kann gerne noch etwas über Meteoriteneinschläge (aka Killer-Asteroiden) , Ausfall des Erdmagnetfelds, Übergang der Sonne zu einem Roten Riesen oder zum Big Freeze erzählen.

  • Gunimo
    Die wassergefüllten Maare in den erloschenen Vulkanen sind wunderschön anzusehen. Eine Touristenattraktion. Da denkt man doch an nichts Böses, nicht wahr. Lauernde Gefahren, vorübergehend inaktiver Vulkanismus, tektonische Gefahrenzone, im Prinzip alles richtig. Nun, das Erdbeben vom April 1992 mit Epizentrum in Roermond haben viele von uns noch erinnerlich. Da wackelten nächtens die Betten, das/der eine oder andere Bild/Spiegel/Buch fiel von der Wand/aus dem Regal, und gegen 3:30 brach der Leitungsdruck vom Leverkusener Wasserturm zusammen, weil alle, da sie ohnehin wach waren, auf die Toilette gingen und fast gleichzeitig abdrückten.

    Zwar können wir darüber heute herzlich lachen, als Betroffene für den Rest unseres gesamten Lebens aber leider ganz sicher nicht über unsere leidvollen Erfahrungen beim 2021er Hochwasser an Wupper und Dhünn. Wünscht man keinem. Und lehrt einen deshalb, Verantwortung gegenüber den bislang Verschonten zu haben. Indem man ihnen über das, was durch den fortschreitenden Klimawandel bereits in absehbarer Zukunft und mit absoluter Gewissheit auf die allermeisten von uns zukommt, reinen Wein einschenkt. Anstatt der querdenkenden Verharmlosung kampflos das Feld zu überlassen.

    Ich danke, wir verstehen uns.
    :LEV19

    Bayer 04 Leverkusen.
    Weil seit 1904 drin ist, was drauf steht.

  • Die Vulkaneifel ist das größte noch aktive Vulkangebiet Mitteleuropas. Geophysiker, wie beispielsweise am KIT (Karlsruher Institut für Technologie), überwachen die Region und haben durch Magmakammer-Forschungen herausgefunden, dass unter der Westeifel auch heute noch Magma aufsteigt, was zukünftige Eruptionen möglich macht.

    Die rheinische Tiefebene wäre nach einer verheerenden Vulkaneruption und deren Folgen komplett verwüstet und großräumig unbewohnbar.

    Sich für die Zukunft zu rüsten hieße, das Rheinland und vor allem die Kölner Bucht tunlichst komplett zu verlassen...

    :LEV19:LEV14


    Über ungelegte Eier so viel "gegacker" gibt es ja nicht mal im Hühnerstall. :levz1

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  • PauloSergio-SD2 ,

    an dieser Deiner Reaktion kann ich eindeutig ablesen, dass Du (mal wieder) nichts verstanden hast. Satirische und scherzhafte Einlassungen erkennst Du nicht mal dann, wenn Emojis Dich mit der Nase darauf stoßen. :LEV19

    :D


    Hui, das ist aber ein ganz schönes Eigentor

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  • Danke für den Link. Der Antrag zur Wiederaufnahme des Planungsverfahrens wurde abgelehnt. Damit sollte das Thema jetzt durch sein.

    Wer anderen eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät.