Beiträge von Bergischer Löwe

    Sollte Granit zu welcher Strafe auch immer verurteilt und deshalb von seinem Arbeitgeber entlassen werden:
    Sofort zurückholen. Auch im Falle einer Sperre.
    Noch das eine oder andere Spielchen hier machen und danach an prägender Stelle weiter im Verein tätig bleiben.

    btw
    Der Impfpassfälscher, der als Zweitliga-Trainer eigentlich eine Vorbildfunktion hätte erfüllen sollen, kam mit einer gemessen am Gehalt läppischen Geldstrafe davon, ist deshalb nicht vorbestraft, und war nach seiner Sperre wieder Cheftrainer in Dresden, Kaiserslautern und Düsseldorf.
    Und das ist gut so.

    Vor Jahresfrist feuert Bayer 04 nach dem 2.Spieltag Eric ten Hag, heuer gibt Mönchengladbach Eugen Polanski nach dem 3.Spieltag den Laufpass. Überhaupt erfolgen immer mehr Trennungen von Trainern in den Profiligen schon nach wenigen schwachen Spielen zum Saisonstart. Darüber hinaus ist es sehr beliebt, Trainern einen "unbefriedigenden" Saisonstart vorzuhalten. Wie alle Jahre wieder, so auch jetzt. Sowohl von den üblichen Verdächtigen unter den Medien ("Schnarch-Start"), wie auch darauf Anspringende in Freds wie diesem hier.
    Nicht selten heißt es dann, diese Ungeduld sei unserer immer kurzlebigeren Zeit geschuldet. "Früher" habe es so etwas nicht gegeben.

    Ist das wirklich so? Gerade diejenigen, welche Bayer 04 schon sehr lange die Treue halten, sollten eigentlich noch in guter Erinnerung haben, dass auch Aufstiegstrainer Willibert Kremer nach zuvor 5 erfolgreichen Jahren unter dem Kreuz nach nur 2 Niederlagen zum Saisonstart 1981/82 derart massiv in Frage gestellt wurde, dass dieser nicht mehr zu kittende Vertrauensbruch nicht umgehend, wohl aber nur wenig später die vorhersehbare Trennung zur Folge hatte. In der Rückrunde sich zuspitzende akute Abstiegsgefahr samt Relegationsspielen inbegriffen.
    Das alles in einer Situation, in der die Spieler als quasi Halb-Profis noch Angestellte der Bayer AG waren und im Bayer-Werk Teilzeitarbeit leisteten. Die zuvor gerade mal erst 2 Bundesligajahre gespielt hatten, der Klassenerhalt beide male souverän gesichert worden war! Und doch reichten all jenen, die sich im Handumdrehen zu erreichende, viel größere Wunderdinge glaubten erwarten, ach was, einfordern zu dürfen, an den ersten beiden Spieltagen der dritten Bundesliga-Saison ein 2:6 bei den Bayern und das anschließende 0:3 zu Hause gegen Bochum. Um was zu tun? Die mühevolle Aufbauarbeit von 5 Jahren mit Füßen zu treten und binnen weniger Tage zunichte zu machen . . .

    "Leverkusens heile Welt kaputt!": Der diesbezügliche Artikel vom 24. August 1981 aus der "Fußballwoche", dem damaligen Konkurrenzblatt des Kicker, sei zur Lektüre anempfohlen. Um zu verstehen, dass es im Fußball Automatismen gibt, die zu keiner Zeit neu waren/sind, noch sich jemals ändern werden.


    Stand jetzt ist kein einziger Feldspieler zu viel an Bord. Angesichts von 50 oder mehr Pflichtspielen, die in EC-Saisons aufgrund des aufgeblähten Terminkalenders anfallen, ist ein Kader mit weniger als 26 Vertrags-Feldspielern selbst bei konsequent durchgezogener Rotation zu klein. Es gibt immer wieder Ausfälle durch Verletzungen, Sperren, zu kurze Regenerationszeiten nach der Rückkehr von Nationalspielern anderer Kontinente, Formkrisen, und und und. Um so mehr heißt es Vorsicht walten lassen, weil wir bereits mit z.Zt. fünf Verletzungs-/Krankheitsausfällen in die neue Saison gehen müssen. Den Kader trotzdem durch Abgänge auszudünnen, wäre wegen der sich dadurch bereits jetzt abzeichnenden Überlastung der wichtigsten Stammspieler absolut fahrlässig.

    "Meistermannschaft aufbauen", erst einmal zurück in die CL und da sehe ich uns noch lange nicht. Unabhängig davon wer spielt ist die Doppel-6 eine riesige Schwachstelle im Kader

    "Meistermannschaft aufbauen" . . . :LEV18

    Diesen Satz verortet man eigentlich bei Funktionären von Clubs wie Dortmund (DummschWatzkes "Leuchtturm"), Schalke (spätestens seit Günter "Oskar" Siebert den Ewigkeitsspruch "wo könnten wir stehen" erschuf), Hertha, Frankfurt, HSV, und so weiter.
    Hingegen ist das zumal von Offiziellen betriebene Artikulieren von solcherlei Wahnvorstellungen bei unserem heutigen PL-Farmteam Bayer 04, dem schon seit den Zeiten von Tita, Jorginho, Wörns & Co Jahr für Jahr die besten Spieler den Rücken kehren, nur für eines gut:
    Es offenbart die unerträglich maßlose Arroganz derjenigen, die sich selbst in die Tasche lügen und allen anderen einen Bären aufzubinden suchen, indem sie solch groben Unfug öffentlich aussprechen.

    Um Missverständnissen vorzubeugen.
    Selbstverständlich kann es auch in Zukunft hin und wieder mal einen Titelgewinn von Bayer 04 geben. Der um so euphorischer gefeiert wird, weil er eben keine Selbstverständlichkeit ist, schon gar keine erwartbare.
    Allein, solch ein Erfolg wird auch weiterhin von einem zu überraschender Hochform auflaufenden Team errungen werden, und nicht mit der vorlauten Goschen, schon gar nicht vermittels DDR-Fünfjahresplan am Reißbrett.

    Noch bevor die Rückkehr von Diaby amtlich ist, werden (nicht nur in diesem Forum) zum Teil bereits euphorische Töne laut. Vielleicht machen wir uns besser erst einmal einige Dinge bewusst.

    Seine zuvor letzte Spielzeit bei Bayer 04 war die Saison 2022/23. Aus diesem Kader sind folgende Spieler nicht mehr dabei:
    Hradecky, Pentz, Lunev, Hincapié, Tah, Kossounou, Sinkgraven, Frimpong, Fosu-Mensah, Palacios, Demirbay, Amiri, Aránguiz, Mbamba, Bakker, Wirtz, Adli, Hudson-Odoi, Bellarabi, Paulinho, Hlozek, Azmoun, Pohjanpalo

    Und das sind die Spieler aus dem 2022/23er Kader, die Stand heute noch dabei sind:
    Lomb, Tapsoba, Andrich (?), Schick

    Moussa kehrt also zu einem Verein zurück,
    1. in dessen inzwischen (mehrfach) völlig umgekrempelten Kader er völlig neu integriert werden muss; und
    2. bei dem er ohne Saisonvorbereitung in den laufenden Spielbetrieb einsteigen muss; und
    3. dem er sich wieder anschließt, nachdem er bei seinem einjährigen PL-Gastspiel mit Aston Villa zwar das UCL-HF und mit Platz 4 die CL-Quali erreichte; danach jedoch 2 Jahre lang bei keinem Verein der europäischen Topp 5 Ligen aktiv war, d.h. er keinerlei EC-Erfahrung geschweige denn CL-Erfahrung hat sammeln können; sowie seit seinem letzten Kurzeinsatz für Frankreich am 26.03.2024 gegen Chile nicht mehr nominiert wurde und somit auch kein Länderspiel mehr absolviert hat.

    Bleibt also zu hoffen, dass
    4. er mit der anfänglich gefühlten Fremde selbst zurechtkommt; und
    5. in Anbetracht all dessen gerade in den ersten Wochen keine überzogene Erwartungshaltung an ihn gerichtet wird, sondern er auf die Geduld von Trainern/Staff, Mitspielern und Fans zählen kann. Wobei die Tatsache, dass er statt in der CL in dieser Saison "nur" in der EL spielen wird, sich noch als ausgesprochen hilfreich erweisen könnte.

    Quod esset demonstrandum.

    Nur weil Alonso da ist, dass wäre vom Prinzip der selbe Rückschritt, als wenn er zurück zu Bayer käme. Nach dem Motto: "Der funktioniert nur unter Alonso".

    Sorry, aber eine solche von wem auch immer gewagte Schlussfolgerung wäre doch absoluter Blödsinn.

    Peter Bosz war mitten in der 2020er Corona-Krise von diesem Ausnahmetalent dermaßen angetan, dass er Flo in Bremen wegen der Verletzung von Lars die rechte Seite anvertraute, und machte ihn dadurch im Alter von 17 Jahren und 15 Tagen zum jüngsten Bayer 04-Spieler ever. Flo hat diese Chance dankbar beim Schopf gepackt, auch nach der Entlassung seines Förderers unter Interimstrainer Hannes Wolf. In der Folge spielte das Team unter Gerardo Seoane die beste Saison seit vielen Jahren. Nicht nur, aber auch, weil dieser Trainer Flo nicht nur in zentralerer Rolle einsetzte, sondern ihn auch so spielen ließ, wie ein Spieler der Klasse von Flo es braucht. Seoane ließ ihm Freiräume und förderte die ihm eigene unberechenbare Inspiration im Spiel. In diese Zeit fällt auch Flos A-Länderspieldebut, welches er unter Hansi Flick im September 2021 feiern konnte.

    Man sollte nicht vergessen, dass Xabi Alonso zunächst einmal von Seoanes Krise profitierte. Denn wenn du - zumal als unerfahrener - Trainer ein europacupfähiges Team auf Platz 17 übernimmst, dann stehen die Chancen, dass es mit dir als frischem Impulsgeber nach oben geht, blendend. Was sich bewahrheitete. Vor allem aber hatte sich Flo unter Xabis Amtsvorgängern bereits so gut entwickelt, dass der spätere Meistertrainer mit einem Nationalspieler der Extraklasse arbeiten durfte.

    Flo hat bis dahin also bei jedem Trainer "funktioniert". Die Schwierigkeiten bei den Reds hat Slot zu verantworten, denn er verbannte Flo stur auf die linke Seite und beraubte ihn zudem seiner intuitiven Stärken. Aber Blinde können nun mal nicht sehen, und die Anzahl der Blinden scheint unter Flos Kritikern besonders groß zu sein.

    Lese gerade, Milliardär Klaus-Michael Kühne ist verstorben.
    Das Wissen darüber, wie oft er seinem klammen HSV, Vorzeige-Traditionsclub für ein sauberes und faires 50+1, nicht nur "immer mal wieder", sondern de facto finanziell unter die Arme gegriffen hat, wird er mit ins Grab nehmen.

    Tabellenführer Kickers Offenbach gelingt mit 9 Punkten aus den ersten 3 Spielen der beste Saisonstart in der Regionalliga Südwest, wo der Verein seit 2013 nach seinem Lizenzentzug und Zwangsabstieg aus der 3.Liga spielt.
    Ebenfalls 9 Punkte aus den ersten 3 Spielen gab es zuvor letztmals in der 3.Liga beim Saisonstart 2010/11.

    In der 2.Liga hatte es 3 Offenbacher Startsiege zuletzt 1982/83 gegeben, das war die Saison nach den beiden Relegationsspielen gegen Bayer 04, an deren Ende letztmals der Aufstieg in die Bundesliga gelang.
    Der beste Start aus den ersten 3 Spielen in der Bundesliga datiert aus der Saison 1972/73 mit 2 Siegen und 1 Remis.

    Drücken wir den Kickers die Daumen, auf dass die Fans am Bieberer Berg bald wieder Fußball in höheren Spielklassen zu sehen bekommen mögen.

    Trotz der zweiten 0:4-Niederlage binnen einer Woche kann der Tabellenletzte der 3.Liga aus diesem Spiel durchaus zumindest teilweise umgesetzte Lernerfolge mitnehmen. Lag man am 2.Spieltag bei Aufsteiger Kickers Würzburg trotz guter Start-Minuten wegen Mängeln in der defensiven Ordnung und Disziplin bereits nach einer guten halben Stunde 0:2 hinten, so überraschten die Mannen aus der hessischen Landeshauptstadt in der ersten Halbzeit gegen den Bundesligisten durch ihr aus einer gut organisierten Defensive heraus überraschend gut kontrolliertes Spiel; die Wende zugunsten des Gegners erfolgte erst durch zwei Tore unmittelbar vor der Halbzeitpause und nach Wiederanpfiff.
    Mit zunehmender Spieldauer gleichermaßen anfällig wie schon in Würzburg zeigten sich hingegen beide defensiven Flügel, über welche zu viele Torvorbereitungen durch viel zu einfaches Überlaufen zugelassen wurden; daran müssen die Wiesbadener dringlich arbeiten, wollen sie nicht frühzeitig im Abstiegskampf stecken bleiben.

    Andererseits zeigt die aus seiner Sicht unbefriedigende erste Halbzeit schonungslos auf, dass sich der Doublesieger von 2024 auch in dieser Saison ähnlich schwer tun könnte, wie in der vergangenen Saison. Mit Grimaldo sowie ggf. Palacios und/oder Andrich müssen erneut nicht gleichwertig kompensierbare Abgänge verkraftet werden, muss wieder einmal mit einem umgekrempelten, nicht eingespielten Kader und neuem Trainer eine kräftezehrende Saison mit Mehrfachbelastung gestemmt werden.
    Dies offenbaren vor allem die wie in der Vorbereitung so auch auch in Wiesbaden unübersehbaren Defensivschwächen der Doppel-Sechs Fernandez/Garcia und der hintersten Reihe. Mithin wäre man gut beraten, den Sieg im Pokalspiel beim Tabellenschlusslicht der 3.Liga nicht überzubewerten. Nicht nur der nächste Gegner, Bundesliga-Neuling Elversberg, wird Mittel und Wege suchen, diese Schwächen in Zählbares umzumünzen.

    Bayer 04 profitiert traditionell davon, dass die über viele Jahre tätigen Leitfiguren im DM bis zu ihrem Karriere-Ende unserem Verein treu blieben, um dann das Zepter einem gleichermaßen langjährigen Nachfolger zu übergeben. Jeder dieser Spieler hatte auch seine Schwächen und Krisen, doch im Wissen um die stets wiederkehrende Verlässlichkeit der Jungs ist es das vereinsseitige Vertrauen von Führungsetage und Fans in diese Kontinuität, dem wir fast 50 Jahre Bundesliga und unzählige rauschende Europacup-Nächte zu verdanken haben.

    Tommy Hörster war von 1977 bis 1991 hier 14 Jahre lang eine balltechnisch überragende Gallionsfigur im DM, machte 404 Spiele (26 Tore) und wurde als von Erich Ribbeck umfunktionierter Libero zu einem der ersten deutschen Nationalspieler von Bayer 04 (O-Ton Franz Beckenbauer: "Einer der besten deutschen Liberos nach meiner Zeit.")

    Carsten "Rambo" Ramelow rackerte 13 Jahre lang (1995 bis 2008) in unserem DM, wurde unter Christoph Daum zu einem der Garanten für die bis dahin beste Bayer 04-Ära, machte 333 Spiele (22 Tore) für Bayer 04 und war Stammspieler im DM der deutschen Nationalmannschaft (46 Länderspiele).

    Lars Bender war 12 Jahre lang (2009 bis 2021) die DM-Zuverlässigkeit in Person für Bayer 04, und das einer zunehmend kurzlebigeren Zeit zum Trotz. Seine unbeeindruckte Bodenständigkeit prägte sein Spiel und riss jeden mit. Er kam auf 256 Spiele (22 Tore) für Bayer 04 und 19 Länderspiele für Deutschland.

    Und für Rob soll es das nach 5 Jahren jetzt gewesen sein? Keine Chance auf ein Comeback und ein Karriere-Ende, das dem seiner Vorgänger würdig ist? Ist man bei Bayer 04 der geneigten Meinung, den vormals bewährten Jahrzehnten des gegenseitigen Vertrauens sollte besser ein Ende gesetzt werden?

    Soll erst mit Granit und jetzt mit Rob ein Exempel statuiert werden nach dem Motto, Bayer 04 weint keinem Spieler, auch keinem verdienten, eine Träne nach? Ist es davon unabhängig nicht mehr erwünscht, wenigstens für die Nachfolge im DM weiterhin einen deutschsprachigen Nachwuchsspieler mit dem Ziel aufzubauen, in die deutsche Nationalmannschaft berufen zu werden?

    Jeder, der so denkt, ist sich hoffentlich darüber im klaren, dass er damit an jenen Ästen sägt, welche garantieren, dass wir Fans das unverzichtbare Gefühl einer starken Bindung an Bayer 04 und einer tief empfundenen Identifikation mit Bayer 04 bilden und beibehalten können. Es empfiehlt sich, einmal in sich zu gehen und sich selbst zu hinterfragen, was alle Jahre wieder neu durcheinandergewürfelte Kader auf Kosten des Endes langer Bayer 04-Karrieren mit dem eigenen Identifikationsgefühl machen.

    Fernández letzte Saison war Müll und er hat sogar gestreikt und liegt jetzt vor Andrich

    Genau das lässt nichts Gutes ahnen. Im übrigen tut gleich welcher Trainer gut daran, sich bei seiner Beurteilung von Spielern nicht von den Eindrücken der ersten Wochen leiten zu lassen. Blender gibt es überall. Zu der Sorte gehört Rob aber ganz sicher nicht. Nicht die Vorbereitung zählt, sondern die Saison. Und die ist verdammt lang.

    Ziemlich blöd gelaufen, dass Rob in der vorigen Saison als an völlig falscher Stelle eingesetzte Notlösung nicht nur seiner Stärken, sondern auch seines Selbstvertrauens beraubt wurde. Dabei wissen wir doch alle aus den vier Saisons zuvor, wie wertvoll und unverzichtbar er für ein stabiles DM ist. Habe ein sehr schlechtes Gefühl dabei, dass ohne Not auf Robs Routine und kompromiss-/schnörkellose Zweikampfführung im DM verzichtet werden soll.

    Von dem guten halben Dutzend Vereinen auf den besseren Tabellenplätzen abgesehen, ist die Bundesliga alles andere als ein Hort des hochwertig ansehnlichen Fußballs. Allen voran die Aufsteiger der letzten Jahre suchen ihre dürftige Zweitliga-Klopperei vermittels grausiger Fußballverweigerung - leider erfolgreich - salonfähig zu machen.
    Da brauchst du eben auch Spieler auf dem Platz, die sich nicht zu schade sind, mit gleichen Mitteln dagegenzuhalten.
    Wenn du an dieser entscheidenden Schaltstelle im Mannschaftsgefüge hingegen nur auf Spieler setzt, die neben ihrer Unerfahrenheit auch noch glauben, alles balltechnisch lösen zu können, dann gewinnst du keinen Blumentopf.

    Kurzum, wenn Rob gehen und die Mittelfeldzentrale keine defensive Stabilität ins Spiel bekommen sollte, sehen wir auch in der neuen Saison wieder ganz alt aus.

    Heute vor 75 Jahren:
    Das erste Spiel von Bayer 04 in der Erstklassigkeit
    Premieren-Saison mit zwei Derby-Siegen

    Am Sonntag, dem 19. August 1951, startet der Meister der II. Division West Gruppe II und Aufsteiger in die Oberliga West Bayer 04 Leverkusen erstmals in das Abenteuer Erstklassigkeit. Mit einem 5:3-Auswärtssieg bei den Sportfreunden Katernberg läuten die Farbenstädter eine überraschend gute Premieren-Saison in der höchsten deutschen Spielklasse ein, welche sie nach 30 Spieltagen mit einem beachtenswerten 6. Tabellenplatz werden beenden können. Eine so nicht zu erwartende herausragende Hinrunde legt den Grundstein. Am 10. Spieltag gekrönt durch den 2:0-Auswärtssieg beim 1.FC K*ln, welcher Aufsteiger Bayer 04 in der Tabelle zwischenzeitlich sensationell auf Platz 2 klettern lässt, nur 2 Punkte hinter dem angehenden 1952er West-Meister Rot-Weiß Essen.

    Mehr noch, gehen gleich beide Premieren der Mittelrhein-Derbys an Bayer 04. Im Rückspiel am 25. Spieltag im Stadion am Stadtpark gelingt durch einen Doppelschlag in der 83. und 84. Minute ein 2:1-Heimsieg. Überhaupt weist die Bilanz der Mittelrhein-Derbys von Bayer 04 gegen den Nachkriegs-Club eine seit nunmehr 75 Jahren erdrückende Überlegenheit aus. Sprechen doch 5 Siege und 5 Remis bei nur 2 Niederlagen schon zu Zeiten der Oberliga West eine überdeutliche Sprache. In der Bundesliga bislang 31 Siege, 25 Remis und nur 18 Niederlagen. Auch in den bislang 4 Partien des DFB-Pokals ging die Werkself 3 mal als Sieger vom Platz.

    Wer also "Tradition" predigt, der redet von einer 75jährigen Tradition der Derby-Vorherrschaft von Bayer 04 am Rhein. Darf/sollte man jedem unter die Nase reiben, der geschichtsverfälschenden Unfug daher sabbelt. Zumal es bei vergleichbaren Nachkriegs-Derbys anderer Regionen keinen Verein gibt, der eine bessere Quote vorweisen kann. Steht für Bayer 04 im Mittelrhein-Derby bei 39 Siegen und 21 Niederlagen aus 90 Spielen eine Quote von 1,857 unter dem Strich, so kommt der VfB Stuttgart in den Baden-Württemberg-Derbys gegen den SC Freiburg bei 30/19/54 auf eine Quote von 1,579 und gegen den Karlsruher SC bei 37/28/79 auf eine Quote von 1,321, nochmals Bayer 04 im Nordrhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach bei 45/29/110 auf eine Quote von 1,552, Borussia Mönchengladbach im Nordrhein-Derby gegen K*ln bei 61/46/133 auf eine Quote von 1,326, Hannover 96 im Niedersachsen-Derby gegen Eintracht Braunschweig bei 37/29/88 auf eine Quote von 1,276, Borussia Dortmund im Westfalen-Derby gegen Schalke 04 bei 54/44/140 auf eine Quote von 1,227, Werder Bremen im Nord-Derby gegen den HSV bei 61/52/155 auf eine Quote von 1,173, und Borussia Mönchengladbach im Niederrhein-Derby gegen Fortuna Düsseldorf bei 33/29/78 auf eine Quote von 1,138.

    Als Fans unseres Vereins mit "122 Jahren ohne Tradition" wissen wir die Gesamtheit der herausragenden Leverkusener Derby-Leistungen genauso zu schätzen, wie die Leistungen unserer 1951 imponierend ins Abenteuer Erstklassigkeit gestarteten Oberliga-Generation. Und darüber hinaus auch die Tatsache, dass Bayer 04 seit 1936, also seit exakt 90 Jahren, fast durchgehend in den beiden höchsten Spielklassen zu Hause ist. Lediglich unterbrochen durch 2 Jahre Drittklassigkeit in der Mittelrheinliga (1973/74 und 1974/75), wonach jedoch, wie wir heute wissen, das bislang herausragendste halbe Jahrhundert der Vereinsgeschichte erst noch vor uns liegen sollte.