Display MoreDieser Meinung bin ich bei weitem nicht.
Ich wüsste nicht, welchen Fehler er konkret gemacht haben sollte. Carro und Rolfes hatten die Idee, das Trainingscamp an einem angestammten Standort von Bayer zu realisieren. Dieses Ansinnen wird vom Rat derStadt Monheim mit Blick auf die Versprechungen der Politik während des Wahlkampfes zur Kommunalwahl 2025 abgelehnt. Gründe dafür gibt es keine relevanten, da man in Monheim sich davor sperrt, überhaupt erst ein Bauleitplanverfahren einzuleiten, in welchem die Aspekte Umwelt, Wasser, Verkehr usw. erst hätten geprüft werden können. Carro kann nichts dafür, dass die Mehrheit im Monheimer Stadtrat ganz offensichtlich der Meinung ist, dass Demokratie bedeutet, mit den Füßen abstimmen zu lassen.
Allenfalls könnte man Carro eine gewisse Naivität unterstellen. Zu glauben, die Politik würde aus rationalen Erwägungen heraus ihre Entscheidungen treffen und nicht nach Wahlkalkül, ist in der heutigen Zeit eben naiv. Das sieht man doch allerorten, sei es beim Bund, Land oder in den Kommunen. Er hat aber jedes Recht dazu, enttäuscht zu sein. An die Grundsätze der Demokratie zu erinnern, ist aber ganz bestimmt nichts, was man ihm als Fehler unterstellen darf. Da ist Naivität kein Malus, sondern ein Bonus.
Auch wenn das Ringen um das Treiningsgelände noch nicht vorbei ist, sollte man sich bei Bayer aber schon grundsätzlich überlegen, wie es denn in Monheim weitergeht. Für die Erweiterung // Ausbau des Firmengeländes dort gibt es zwar einen rechtskräftigen Bebauungsplanplan (soweit ich weiß), man hat also einen Rechtsanspruch (!) auf Realisierung einer Bebauung, die einen wesentlich größeren Eingriff darstellt, als das Trainingsgelände, ich weiß aber nicht, wie der Rat in Monheim reagiert, wenn sich eine BI gründet, die auch dagegen vorgehen möchte. Vorhandenes Planrecht kann auch jederzeit aufgehoben werden. Wenn ich als Fa. Bayer also auf einen Stadtrat treffe, von dem ich jetzt weiß, wie Demokratie verstanden wird, dann würde ich mir schon dreimal überlegen, ob ich mit planerischen Vorentscheidungen in finanzielle Vorleistung trete!
Und das sollte nicht als Drohgebärde verstanden werden, denn es geht abgesehen vom Demokratieverständnnis auch um Verlässlichkeit zwischen der Stadt (i.S. Stadtrat) und ihrem größten (?) Steuerzahler.
Und in diesem ganzen Kontext weiß ich beim besten Willen nicht, welcher Fehler Fernando Carro anzulasten ist.
Im Gegenteil, bin ich ihm für seine klaren Worte, die er jetzt gefunden hat, dankbar. Und ich stimme nicht immer mit ihm überein.
Du hast es ja selbst gesagt. Das Agieren von unserem Verein war "naiv". Wenn man sich schon auf Monheim fokussiert, hätte man 2024/25 vor der Kommunalwahl Nägel mit Köpfen und die Maßnahme irreversibel machen müssen. Die absolute Peto Mehrheit war ja da.