Wie kann ein Sportdirektor auch mit jedem Transfer immer genau ins Schwarze treffen? Fehlgriffe und Irrtümer sind Teil seines Geschäfts. Sonst würde er auch nicht bei uns auf dem Stuhl sitzen, sondern in der Sonne am Strand und jede Woche den Sechser mit Zusatzzahl abräumen. Aber die Fehlgriffe, wenn man sie überhaupt so bezeichnen kann, sind äußerst gering.
Das er bei der Mannschaft nach zwei Liga-Niederlagen Kritik äußert, ist absolut legitim, um den sportlichen Anreiz hochzuhalten. Wenn er es nicht machen würde, würden hier einige wieder die Wohlfühloase ausrufen, und wären auch nicht zufrieden. Man kann es nie allen recht machen.
Es geht nicht darum, dass man erwartet, bei jedem Transfer einen absoluten Volltreffer zu landen. Allerdings war das "Sommertheater" und der überbordende Spieleraustausch eine ziemliche Katastrophe. Das hatte mit Planung wenig zu tun, da war Rolfes eher ein Getriebener der Umstände. Reine Glücksache, dass es trotz allem bislang erstaunlich glimpflich verlaufen ist. Da hatte ich ehrlich gesagt schlimmeres erwartet.
Richtig ist, das man es tatsächlich niemals allen recht machen kann. Und natürlich darf Herr Rolfes Kritik üben, vor allem bei solch einer kollektiven NICHT-Leistung der Mannschaft wie in Augsburg zu sehen war. Allerdings bitte intern, also nicht öffentlich! Der Trainer hatte öffentlich nach dem Spiel ganz l klare Worte des Missfallens gefunden, das sollte reichen, da muss Herr Rolfes nicht auch noch nachlegen und draufhauen. Da hätte ich mir vom Manager etwas mehr Demut in Anbetracht seiner Performance bei der Kaderplanung und Saisonvorbereitung gewünscht. Es ist ja nicht so, dass der Trainer in der Kritik stehen würde und öffentliche Rückendeckung benötigen würde.
Allerdings - zur Wahrheit gehört auch - alles ist besser als das kontinuierliche, öffentliche Schönreden, wie es "Tante Käthe" stets gebetsmühlenartig praktizierte. - Komfortzone war gestern!