Vor dem Spiel am Samstagabend waren wir erstaunt, wie viele der Sitznachbarn zur Rechten und Linken wie auch in den Reihen vor und hinter uns von den am Donnerstag/Freitag letzter Woche verschickten Bayer-Mails mit den Infos bezüglich Bannerverlegung in den D-Blöcken und avisierter Neuverteilung der Plätze in den Fanblöcken C, D und E zur neuen Saison 2026/27 offenbar kalt erwischt wurden, bzw. von nichts wussten, weil sie die Mails noch gar nicht gelesen hatten.
Befähigte Kommunikationsfachleute rechnen grundsätzlich mit einer hohen Quote an solchen Drop-Outs, aber gutes Fachpersonal ist heutzutage bekanntlich Mangelware.
Daher wohl auch die überhaupt erst durch Schlampigkeiten in der Mail vom Donnerstag notwendig gewordene zweite Mail am Freitag . . .
In unserem Block herrschte jedenfalls eine geschäftige Unruhe, es wurden reihenübergreifend viele Gespräche geführt, wobei von vielen u.a. bemängelt wurde, dass diese Mails ihrer Meinung nach viel zu spät verschickt wurden, weil ausgerechnet die Wochen über die Adventszeit bis ins Neue Jahr für die ja nun mal notwendige Kontaktpflege und Vorbereitung erwünschter Gruppenbildungen denkbar ungünstig anberaumt wurden.
Auch wurde das Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, warum eine erwünschte Neustrukturierung nicht auf die von der Bannerverlegung betroffenen D-Blöcke begrenzt wird.
Zum besseren Verständnis sei einmal der Hintergrund unüberhörbarer Verlustängste und Unmutsbekundungen einer gefühlten Bevormundung und/oder Gängelung wegen des Zerreißens der über viele Jahre gewachsenen Sitzanordnung samt deren sich daraus gebildeten Fan-Kameradschaften in den Sitzplatz-Fanblöcken C und E erläutert.
Seit der Eröffnung der vergrößerten BayArena zur Saison 2009/10 hat sich in diesen beiden Sitzer-Blöcken C und E ein Jahr für Jahr immer vertrauter gewordenes, homogenes zwischenmenschliches Miteinander entwickelt, und zwar nicht nur für die nebeneinander Platzierten, sondern jeweils etliche Reihen übergreifend.
Dies war nur möglich, weil, von wenigen Ausnahmen abgesehen, jeder von uns seine Abos wieder und wieder verlängert hat, wodurch man jede Saison aufs Neue sämtliche Heimspiele mit seinen altvertrauten Fan-Kameradinnen und -Kameraden erleben darf und die wenigen Neulinge wunderbar integrieren kann - denn das Geschenk dieser gewachsenen Gemeinschaften erlebt jeder von uns als eine Bereicherung seines ganz persönlichen Lebens.
Viele von uns, so auch wir Drei, sind als Familienverbund dabei. Gleich ob Ehepartner, Eltern mit ihren Kindern, oder wie mehrere um uns herum als Drei-Generationen-Familie, also z.B. Großväter mit Söhnen und Enkeln.
Das ist deshalb von besonderem Belang, weil die Jüngsten von einem vertrauten sozialen Umfeld auf dem Weg in ihr hoffentlich lebenslanges Bayer-Fan-Dasein über viele Jahre hinweg pädagogisch wertvoll
begleitet werden.
Natürlich wird vor allem zusammen angefeuert, gejubelt, gelitten.
Aber unser Erlebnis der BayArena als "unser zweites Wohnzimmer" geht eben weit darüber hinaus, auf einer privaten Ebene, wie man sie z.B. unter guten Kameraden oder zu Hause mit langjährigen und geschätzten Nachbarn pflegt.
Unser aller Anliegen ist damit hoffentlich sowohl verständlich geschildert, als auch mit dem gebotenen Verständnis und dem angesagten Überdenken und sinnvollen Überarbeiten der Aktion zur Kenntnis genommen.
Es wäre ein Unding, größere Fangruppen, die von ihrem guten Recht Gebrauch machen, sich ausdrücklich nicht in einem offiziellen Fan-Club zu organisieren, in solch wichtigen Situationen nicht hören und ernst nehmen zu wollen.
Selbstkritik der Initiatoren ist angesagt, denn es wurde sträflich vernachlässigt, den nicht organisierten Fans sowohl das eigene Entscheidungsfindungsprozedere als auch die Entscheidung selbst zu überlassen, wie sie ihr Erlebnis BayArena in Zukunft zu gestalten gedenken.
Diese Vorgehensweise ist übrigens üblich unter Menschen, die Wert darauf legen, in einer Demokratie leben zu dürfen.
Das gefährliche Spiel der Hoheitsbefugnisse, Rechtfertigungen und Ausreden zieht nicht.
Es ist davon auszugehen, dass nicht sonderlich viele Betroffene den Mut und die Kraft aufbringen können, sich in ähnlicher Form öffentlich zu äußern.
Weil sie Angst vor Gegenwind haben und deshalb lieber bitteren Gemüts in den ihnen vorgeworfenen Apfel beißen.
Nichts aber wäre für Bayer 04 schädlicher, als eine unkalkulierbare Vielzahl von Fans, denen man zumuten wollte, für den Rest ihres Fan-Lebens mit dem Gefühl des Verlustes ihrer liebgewonnenen großen Fan-Block-Gemeinschaft gute Miene zu dieser Sache mit Geschmäckle machen zu sollen.
Wir alle gemeinsam müssen uns darüber im klaren sein, dass gar der endgültige Verlust solcher Fans als Bayer 04-Abonnenten durch nichts zu kompensieren wäre; schon gar nicht durch nachrückende Erfolgs-Kunden, die Bayer 04 umgehend wieder den Rücken zukehren werden, sollten ihre überzogenen Erfolgserwartungen nicht auf der Stelle erfüllt werden.
Danke für die Aufmerksamkeit.