Gerardo Seoane hat im Januar 2018 den ersten Cheftrainer Posten beim Fc Luzern (nach der Entlassung von Markus Babbel
) übernommen, und wurde 7 Monate später Cheftrainer bei den Young Boys, nach Verkündigung des Wechsel von Adi Hütter zur Eintracht. Hüter hat mit YB in der Saison 2017/2018 den ersten Meistertitel nach 32 Jahren geholt und den Serienmeister FC Basel (Meister von 2010 - 2017) vom Thron gestoßen.
YB war bis zu diesem Zeitpunkt das Leverkusen/Tottenham der Schweiz, es gab den Begriff des "veryoungboysen", wenn man einen sicher geglaubten Titel in letzter Sekunde verspielt. Kennen wir ja zur Genüge.
Dieser Wachablösung im Schweizer Fussball (YB hat vorletzte Woche die 4. Meisterschaft in Folge geholt, die 15. insgesamt) geht aber vor allem auf Konto von Sportchef Christoph Spycher der seit 2016 die Geschicke lenkt. Der Verein wird sehr professionell und zielbewusst geführt, und hat vor allem sehr gute Transfers getätigt. Zudem einer der "großen" Schweizer Traditionsvereine mit großem Stadion und Fanbase (für Schweizer Verhältnisse).
Es gibt jetzt einen neuen Begriff; "geyoungboyst"!
Für Seoane war das ein 6er im Lotto. Er ist zum bestgeführten Verein im Schweizer Fussball gewechselt, und durfte neben der Meisterschaft auch in die CL Quali und hat gegen Zagreb gewonnen. Dann war YB in der Gruppenphase natürlich chancenlos, hat aber ein Heimspiel gegen Juventus gewonnen.
In der Schweizer Liga zieht YB ziemlich einsam seine Kreise, was allerdings auch mit einer beispiellosen Selbstdemontage des FC Basel zu tun hat, der aufgrund von sportlicher Inkompetenz und Fehltransfers in Schieflage geraten ist. Ernst zunehmende andere Konkurrenz gibt es in der Schweiz nicht.
Seoane selbst ist ein sehr ruhiger Zeitgenosse, sowohl am Spielfeldrand als auch in Interviews. Er lässt einen offensiven Fussball spielen, passt sein System aber auch dem Gegner an (das konnten wir in unserem Rückspiel sehen).
Ob Seoane derjenige ist, der hier alles in Tritt bringt ist wieder mehr so ein Experiment. Das erinnert mich an Robin Dutt, der z.B. schon mit dem "Medienrummel" in Leverkusen (im Vergleich zu Freiburg) seine Probleme hatte.
Für Seoane sind wir eine komplett andere Nummer als Bern. Das ist hier kein gemachtes Netz mit Erfolgsgarantie.
Zudem ist unser mediales Umfeld auch nicht so nett und höflich wie die Schweizer Medien.