Original von Grimaudino
Dreieinhalb Quadratkilometer Niemandsland
VON VON THOMAS KÄDING, 30.07.07, 14:45h
Erst das Kreuz. Und jetzt wohl auch der Name. Im Interview des "Leverkusener Anzeiger" hat Klaus Schäfer, Chef des Chemiepark-Betreibers Bayer Industry Services, angekündigt, dass auch über einen neuen Namen für das Werk nachgedacht wird. Das wäre es dann wohl mit "Chemiepark Bayer". Und erst recht mit "Bayerwerk Leverkusen".
Gründe mag es geben
Gründe dafür mag es geben: Das dreieinhalb Quadratkilometer große Gelände wird heute schon von diversen Firmen besiedelt, die keine Bayer-Wurzeln mehr haben. Jeder weiß, dass Bayer das riesige Werksgelände niemals mehr wird füllen können.
Und beim mühsamen Geschäft, neue Unternehmen anzulocken, könnte sich der Titel "Chemiepark Bayer" tatsächlich als Vermarktungshemmnis für den Konzern herausstellen.
Schon die absehbare, aber noch nicht unterschriebene Ansiedlung von NKT Kabel könnte dafür ein Beispiel sein, wie große Traditionen aufeinander stoßen: Vor der Übernahme hieß die Kölner Firma schließlich Felten & Guilleaume, ist also auch eine Industrie-Ikone mit einiger Strahlkraft.
Soweit die Vernunft. Jetzt das Gefühl: Ist es nicht ein untrügliches Zeichen für eine immer größere Distanzierung, wenn Bayer nun auch noch seinen Namen aus der Werksbezeichnung streicht? Wenn schon der größte Standort keinen Namensbezug mehr hat - was soll denn dann überhaupt noch Bayer heißen?
Wahrscheinlich nur noch der Fußballverein. Bis auf weiteres. Solange er genügend Werbewert für den Konzern hat. Große Formkrisen sollte sich die Mannschaft lieber nicht leisten. Sonst senkt sich auch für sie der Daumen. Was das bedeutet, weiß jeder.
http://www.leverkusener-anzeiger.ksta.de/jrbo/artikel.jsp?id=1185774313650