Ein heißes Pflaster
VON RALPH ELSEN
Bayers Handballerinnen wissen, welch schwierige Aufgabe sie heute im Pokal in Frankfurt/Oder zu bewältigen haben. Das Team, das einige Tage in Kienbaum Station macht, will unbedingt die Endrunde in Riesa erreichen.
Gestern quälten sie sich im Bus und durch diverse Staus in den Osten des Landes. Das Ziel der Leverkusener Handballerinnen: Kienbaum, rund 60 Kilometer von Berlin entfernt. In der dortigen Sportschule bezieht Bayers Team für einige Tage Quartier, was Sinn macht, weil Renate Wolfs Team gleich zwei Mal in Frankfurt/Oder antreten muss. Heute (19.30 Uhr) treffen beide Mannschaften im Pokal-Viertelfinale aufeinander, am Samstag (17 Uhr) geht es dann um Punkte in der Meisterschaft.
„Wir haben ein sehr schwieriges Los gezogen und wissen genau, was uns dort erwarten wird: rund 2500 Fans, die mächtig Stimmung gegen uns machen. Frankfurt ist ein heißes Pflaster“, sagt Wolf. Gleichwohl hat sie sich natürlich mit ihrer Truppe einen Erfolg auf die Fahnen geschrieben, schließlich ist der Gewinner dieses Pokal-Duells für das Final-four-Turnier des Wettbewerbs in Riesa qualifiziert. „Das Erreichen dieser Endrunde hat einen hohen Stellenwert, auch für die Mannschaft, weil die Atmosphäre in Riesa stets eine ganz besondere ist“, meint Bayers Trainerin. 2002 gewann Bayer letztmals den nationalen Cup, in den vergangenen beiden Jahren langte es aber nicht zum Sprung unter die letzten vier.
In personeller Hinsicht müssen die Leverkusenerinnen natürlich weiter auf ihren verletzten Kapitän Heike Ahlgrimm (Kreuzbandriss) verzichten. Dazu plagen Karin Weigelt im Moment noch Rippenschmerzen. Wolf ist aber zuversichtlich, dass sie sich wie zuletzt in der Bundesliga beim überzeugenden Sieg gegen Trier auf eine funktionierende Achse verlassen: Torhüterin Clara Woltering, Laura Steinbach und Denisa Glankovicova im Rückraum sowie Kreisläuferin Anne Müller. „Und entscheidend wird zudem sein, dass wir in der Abwehr aggressiv zupacken und mit viel Tempo unsere Angriffe fahren“, betont der Coach. Mit Frankfurt freilich ist derzeit nicht gut Kirschen essen. Der Gegner kam in der Meisterschaft zu einem Sieg in Oldenburg und ist der erste Anwärter auf Rang vier in der Liga.
Frankfurt/Oder Teil 1
Nach zweieinhalb Wochen Spielpause stehen nun gleich zwei Partien in vier Tagen an. Dabei sind die Handballdamen des TSV Bayer Leverkusen zweimal zu Gast beim FHC Frankfurt/Oder. Den Auftakt macht heute (19.30 Uhr) die Viertelfinal-Partie im DHB-Pokal.
Ein Sieg fehlt noch bis zum Halbfinale und dem Pokal-Endrundenturnier am 12. und 13. April in Riesa. Nachdem die Elfen dort im vergangenen Jahr nicht vertreten waren, ist der Wille im Team diesmal besonders groß. „Wir wollen unbedingt nach Riesa und daher erwarte ich eine entsprechende Leistung von meiner Mannschaft“, sagt Trainerin Renate Wolf.
Die Elfen treten als aktueller Tabellendritter der Bundesliga beim Vierten an und somit dürfen sich die Besucher auf ein interessantes Pokalduell freuen, indem es für Renate Wolf keinen Favoriten gibt: „Das ist keine leichte Aufgabe für uns, zumal wir auswärts antreten. Frankfurt/Oder wird nach dem Sieg in der Liga gegen Oldenburg sehr selbstbewusst sein, aber anderseits müssen wir eben gewinnen, wenn wir wirklich nach Riesa wollen.“
Vor dem Duell in der ausverkauften Brandenburg-Halle ist der Einsatz von Karin Weigelt fraglich. Die Schweizerin klagt weiter über Rückenprobleme, die ein Training derzeit unmöglich machen.
Nach dem Aufeinandertreffen im Pokal stehen sich beide Teams am Samstag direkt wieder gegenüber, dann jedoch in der Bundesliga. Aus diesem Grund haben die Elfen gestern ihr Quartier in der Sportschule Kienbaum in der Nähe von Berlin aufgeschlagen und werden erst nach der Partie am Samstag wieder nach Leverkusen zurückfahren.
Autor: Christian Schulze