Leverkusen bezwingt Oldenburg
Bayer Leverkusen bleibt souverän vorne, der VfL Oldenburg verliert nach der zweiten Niederlage in Folge die Nähe zu den Playoff-Plätzen: Am Mittwochabend schlug der Spitzenreiter der Handball-Bundesliga das von Platz fünf auf sechs abgestürzte Oldenburg mit 24:21 (14:12). In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie waren Leverkusens Torfrau Clara Woltering mit 22 gehaltenen Bällen und Aufbauspielerin Heike Ahlgrimm mit einer überragenden Leistung und acht Toren die Garanten für den Sieg der Gastgeberinnen. Der VfL hatte in Torhüterin Tatiana Surkova seine beste Spielerin.
Der noch im Hinspiel siegreiche VfL musste auf Haege Fagerhus verzichten, die wegen eines Bandscheibenvorfalls vermutlich noch längere Zeit ausfällt. Dafür begann Ines Gümmer auf der rechten Bahn. Die Gastgeberinnen kamen besser ins Spiel. Ahlgrimm, Denisa Glankovicova und Laura Steinbach per Siebenmeter ließen den Tabellenführer nach drei Minuten auf 3:0 davon ziehen. In dieser Phase bereits hielt Woltering drei schwere VfL-Würfe. Doch Oldenburg schlug zurück. Linksaußen Anna Badenhop traf zum 1:3 (6.), Glankovicovas 4:1 (7.) konterten Natalja Parchina und wieder Badenhop noch in derselben Minute zum 3:4 aus VfL-Sicht. Von nun ließ sich der Challenge-Cup-Sieger nicht mehr abschütteln. Dies war auch ein Verdienst Surkovas, die allein im ersten Durchgang fünf freie Bälle Leverkusens hielt.
Ein Strafwurf von Sabrina Neuendorf (15.) ließ den VfL zum 7:7 ausgleichen, Parchina besorgte das 8:8 (18.), nach einem weiteren Neuendorf-Siebenmeter hieß es 9:9 (19.). In Führung gingen die Gäste aber nicht mehr. Leverkusens Trainerin Renate Wolf nahm nach dem 9:9 eine Auszeit (21.), diese zeigte Wirkung. Bayer ließ danach vor dem eigenen Tor minutenlang nichts mehr zu. Oldenburg schwächte sich zudem selbst: VfL-Trainer Leszek Krowicki erhielt in der 20. Minute eine Zeitstrafe wegen Meckerns, die zweiminütige Hinausstellung gegen Angie Geschke resultierte aus einem Wechselfehler (23.). Die Überzahlsituation nutzte das Team von Renate Wolf clever aus, um nach einem Hattrick von Heike Ahlgrimm auf 13:9 davonzuziehen.
In der zweiten Halbzeit blieb die Partie eng. Beide Abwehrreihen wurden nun richtig stark, nach der Pause fielen noch weniger Tore als davor. Näher als auf zwei Tore kamen die Gäste nach dem 13:14 durch Kathrin Scholl (32.) zunächst nicht heran (15:13/33., 16:14/36., 20:18/48.). Mitte des zweiten Spielabschnitts versuchte Krowicki die Kreise der Spielmacherin durch eine 5:1 Abwehr mit Angie Geschke als vorgezogene Deckungsspielerin einzuengen und der Plan ging zunächst auf. Doch der VfL kämpfte, stand vor einer starken Torfrau Surkova konzentriert in der Deckung und machte die Partie doch noch spannend: Angie Geschke erzielte mit ihrem vierten Tor das 20:21 (54.).
Vier Minuten vor Schluss (Stand 22:20) nahm Krowicki seine Auszeit, Renate Wolf hatte ihre bereits genommen. Denisa Glankovicova tankte sich auf der rechten Außenbahn durch und traf zum 22:20. Oldenburg lief die Zeit davon und die Niedersächsinnen schlossen teilweise überhastet ihre Angriffe ab, so dass Clara Woltering leichtes Spiel hatte und die Bälle reihenweise entschärfte. Mit einem Doppelpack erhöhte Fillgert zum 24:20, die Partie war entschieden. Der Schlusspunkt einer Partie mit schwachen Angriffsreihen, starken Torhüterinnen und sich steigernden Deckungsreihen war den Gästen vorbehalten, Wiebke Kethorn traf vom Kreis zum 24:21 Endstand.
"Wir haben Glück gehabt. Woltering hat uns den Sieg gerettet", sagte Bayer-Trainerin Renate Wolf, die aber auch Surkova im VfL-Tor für ihre Leistung lobte. Insgesamt entwickelten die Gäste zu wenig Gefahr aus der zweiten Reihe und produzierten mehr Fehler und Ballverluste als der Gegner. Krowicki sprach von einer guten kämpferischen Leistung ("Erste Sahne, wir haben alles gegeben"), haderte aber neben einigen Schiedsrichter-Entscheidungen mit der Gefährlichkeit aus der zweiten Reihe. "Wir hatten heute die Möglichkeit, eine Niederlage zu vermeiden. Es hat nicht geklappt. Aber im Vergleich mit unserem Spiel Sonntag gegen den Thüringer HC haben wir uns sehr gesteigert."