Adler: Ich denke immer wieder an Robert Enke

  • Meisterkampf und WM – René Adler (24) steht vor einem heißen Jahr. Das BILD-Interview vorm Bayer-Start gegen Mainz (Samstag, 15.30 Uhr).



    BILD: Herr Adler, werden Sie der erste Meister-Torwart der Bayer-Geschichte?


    Adler: „Daran kann ich vielleicht mal denken, wenn das Saisonende naht. Es ist jetzt eine große Herausforderung, unsere Tabellenführung mit Händen und Füßen zu verteidigen. Wir wollen nach Europa. Ich habe die großen internationalen Spiele von Bayer auf der Tribüne erlebt. Das als Spieler zu erleben, wäre sensationell. Aber in einem halben Jahr kann viel passieren.“


    BILD: Was erwarten Sie von Bayern München?


    Adler: „Dass für die Bayern nur die Meisterschaft zählt, ist klar. Sie müssen kommen und haben einen ganz anderen Druck als wir. Wir sind in einer komfortablen Situation.“


    BILD: Wie fühlen Sie sich eigentlich als Deutschlands Nummer 1?


    Adler: „Wenn ich spiele, will ich alles für mein Land geben. Ich weiß, dass dieses Jahr für meine Entwicklung ein Glücksfall werden kann. Aber über die Rangfolge mache ich mir keine Gedanken.“


    BILD: 70 Prozent der Bundesliga-Spieler haben sich in einer „kicker“-Umfrage für Sie als WM-Torwart ausgesprochen.


    Adler: „Das hat mich sehr gefreut, weil es ein fachkundiges Wählerkriterium ist. Ich versuche zu meinen Kollegen in der Liga ein gutes Verhältnis zu haben. Die Abstimmung zeigt mir, dass ich sportlich und menschlich auf einem guten Weg bin.“
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    BILD: Tim Wiese sagte zuletzt in BILD, der Kampf ums DFB-Tor sei noch offen. Ist Wiese oder Manuel Neuer Ihr größter Konkurrent?


    Adler: „Es ist ein Dreikampf, ja. Ich schaue aber nur auf meine Leistung.“


    BILD: Denken Sie noch an Robert Enke?


    Adler: „Ich hatte zu Robert ein freundschaftliches Verhältnis fernab von Neid. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich immer wieder an Robert denke. Das Ganze hat mich schon sehr tief berührt.“


    BILD: Muss Deutschland die WM für Enke holen?


    Adler: „Robert war einer, der alles für den Fußball gegeben hat. Er wird immer ein Teil der Nationalelf sein. Es wäre in seinem Interesse, wenn der Anstoß von Dr. Zwanziger in die Köpfe gelangt und man begreift, dass es keine Schwäche ist auch mal Angst zu zeigen.“


    BILD: Werden Sie nach dem Attentat beim Afrika-Cup Ihre Familie mit zur WM nehmen?


    Adler: „Der DFB wird alles für die Sicherheit der Spieler tun. Meine Familie will mit und es wird sicher eine Lösung geben. Aber nachdenklich bin ich schon geworden...“



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