Wiedersehen mit Problembär Bruno

  • Nach unschönem Abgang
    Wiedersehen mit Problembär Bruno
    Von LARS WERNER

    Leverkusen – Da steckt ganz viel Brisanz drin! Die Werkself trifft am Samstag erstmals ihren Ex-Trainer wieder – doch das Wiedersehen „feiert“ sie mit Sicherheit nicht!

    Spitzenreiter Bayer im Liga-Gipfel nicht nur zu Gast beim Zweiten HSV, sondern auch bei Ex-Trainer Bruno Labbadia. Der hatte Leverkusen im Juni im Unschönen verlassen und heuerte sofort beim HSV an.

    Vor dem Hit fahren die Verantwortlichen beider Seiten bewusst einen Kuschelkurs. Labbadia lobt seinen Ex-Arbeitgeber: „Leverkusen hat eine gute Entwicklung gemacht, man hat dort gezielt bei den Schwächen angesetzt. Ich glaube, die Mannschaft hat die Substanz, bis zum Ende oben zu bleiben.“

    Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser gibt das Lob zurück: „Ich halte Bruno für einen guten Trainer. Er kann sogar ein sehr guter werden.“ Und Bayers Coach Jupp Heynckes meint: „Bruno Labbadia ist kein Thema in meiner Mannschaft. Die Spieler sollen ohnehin immer top-motiviert sein.“

    Doch intern reden sie in Leverkusen anders über Bruno, der spätestens nach dem Pokalfinale gegen Bremen (0:1) zum „Problem-Bären“ wurde. Der schroffe Umgang Labbadias mit manchen Spielern und das vereinsschädigende Interview am Tag des Pokalfinals sind in Leverkusen noch nicht vergessen. Nach dem Endspiel sangen sogar einige Spieler hämisch: „Bruno Labbadia, ho, ho, ho...“ Andere Gesänge folgten.

    „Bruno hat sich mit dem Interview viel kaputt gemacht: Es hat uns allen sehr geschadet“, sagte Sportdirektor Rudi Völler damals. „Das alles hatte einen faden Beigeschmack“, so Nationaltorwart René Adler seinerzeit über Labbadias Abrechnung mit Bayer. Sensible Spieler wie Renato Augusto, der von Labbadia oft kritisiert worden war, beißen sich auf die Zunge. „Wir haben seit damals keinen Kontakt mehr“, sagt Holzhäuser – und schränkt sein Lob ein: „Bruno ist ein talentierter Trainer und kann ein sehr guter werden – wenn er flexibler wird.“

    Viele Bayer-Profis wollen am Samstag aber sicher keinen Kuschelkurs – vielmehr wollen sie es ihrem Ex-Trainer zeigen...

    Hans Meyer : "In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde."