Bayer im Insel Zoo

  • Willkommen im Affenhaus!
    Bayer im Insel-Zoo
    Von THOMAS GASSMANN
    Borkum – Bayer gucken. Aber füttern verboten! Willkommen im Borkumer Inselzoo.

    Lesen Sie einmal, welche neue Touristenattraktion neben mit Robben bevölkerten Sandbänken es in der Nordsee gibt.

    Seit nunmehr fünf Tagen hat das beschauliche Borkum zwei Höhepunkte. Es ist das Mittag- und Abendessen der Bayer-Delegation auf der Terrasse des Hotels „Vier Jahreszeiten“ .

    Eine Glasscheibe sorgt dafür, dass den Kickern die erlesenen Speisen vom Wind nicht vom Teller gefegt werden. Während es sich die Stars, Trainer Jupp Heynckes und Sportchef Rudi Völler schmecken lassen, bilden sich auf der Promenade eindrucksvolle Menschenansammlungen.

    Ältere Damen und Herren mit Rollatoren (Gehhilfen) legen eine Pause ein, Kinder und deren Eltern bleiben stehen, um der Speisung der Hochleistungssportler mit großen Augen bei zu wohnen. Kostet ja nichts, der Eintritt ist kostenlos.

    Und dann hört man staunende Menschen. „Da, da sitzt der Rudi, der isst Fleisch.“ Manchmal traut sich sogar jemand, Völler während des Essens anzusprechen. „Rudi, du bist für mich der beste Teamchef aller Zeiten.“ Völler lächelt und antwortet: „Das würdest Du auch sagen, wenn Berti Vogts hier sitzen würde.“

    Einem anderen ist aufgefallen, dass „Rudi“ nicht mehr das Kampfgewicht („Haste aber zugenommen, oder?“) aus seiner aktiven Zeit hat. Völler schmunzelt: „Irgendeiner muss ja den Reiner Calmund ersetzen.“ Dann ist Heynckes an der Reihe. „Jupp, schön, dass Du bei Bayern ausgeholfen hast.“

    Heynckes antwortet: „Jetzt bin ich bei Bayer. Kannst uns die Daumen drücken.“ So geht es munter weiter. Mutige Eltern drängeln ihre Kinder zum Eingang. Autogramme holen. Völler erträgt es mit einer Engelsgeduld. Er schreibt auf Kappen, sandigen Händen und rausgerissenen Blättern seinen Namen, die Augen der Kinder leuchten, die Mama juchzt: „Ja, ja, ich habe Rudis Unterschrift.“

    Donnerstagabend war der Andrang vor dem „Bayer-Gehege“ so groß, dass einige Spieler etwas ausheckten. Auf Din-A-4-Bögen schrieben sie: „Willkommen im Affenhaus“. Oder: „Vorsicht Raubtiere! Füttern verboten.“ Diese Warnhinweise klebten sie anschließend auf die Scheibe. Die Bayer-Chefs rochen den Braten - könnte ja falsch verstanden werden. Schnell waren die Plakate wieder weg, die Spieler und Fußball-Legende Völler verschwanden auf ihre Zimmer. Und im Borkumer Inselzoo kehrte über Nacht Ruhe ein.
    (Express.de)

    Hans Meyer : "In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde."