Labbadia: Bayer hat zu spät für mich gekämpft

  • Bruno über seinen seltsamen Abgang und seine Pläne beim HSV


    „Die ersten Eindrücke sind hervorragend. Hamburg ist die schönste Stadt in Deutschland.“ Bruno Labbadia (43) schwärmt von seiner künftigen Heimat. Der neue HSV-Trainer (Vertrag bis 2012) ging gleich an der Alster joggen: „Da haben mich alle Leute sehr positiv begrüßt.“


    Seit Freitag plant der Ex-Profi mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer und der Scouting-Abteilung sein neues Team. Gestern Morgen stellte er sich dem Aufsichtsrat vor, nachmittags ging es dann zu den Amateuren.


    Zwischendrin plauderte Labbadia vor über 100 Reportern bei seiner offiziellen Vorstellung über...


    ...seinen neuen Job in Hamburg: „Es ist eine tolle Aufgabe. Ich freue mich auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre. Ich bin mir des Stellenwerts des Vereins in der Stadt bewusst.“


    ...seine künftige Truppe: „Mit Rost, Mathijsen, Jarolim, Trochowski, der sich weiterentwickeln kann, Guerrero und Petric ist eine Achse da. Auch Jansen ist ein hervorragender Spieler.“


    ...geplante Transfers: „Wir müssen unsere eigenen Spieler schätzen, es sind sehr gute dabei. Wenn wir unseren Ansprüchen gerecht werden wollen, müssen wir unseren Kader verbessern. Deswegen sitzen wir seit zwei Tagen zusammen, haben uns weggeschlossen. Wir wollen Qualität für alle Mannschafts-Teile holen.“


    ...seine Ziele mit dem HSV: „Wenn man beim HSV unterschreibt, weiß man, dass die Erwartungshaltung da ist. Wir wollen uns wieder für Europa qualifizieren. Aber: Mindestens zehn Klubs streiten sich um die fünf Plätze.“


    ...seine Philosophie und Ausrichtung: „Klar ist, ein Team kann nur mit Respekt und Disziplin funktionieren. Das muss man auch vorleben. Ich habe einen bestimmten Stil, dafür hat man mich geholt. Ich habe Vorstellungen, wie ich mit der Mannschaft arbeiten möchte. Fußball soll Freude machen. Die Leute sollen sagen, es macht Spaß, zuzuschauen.“


    ...seinen kurzen Urlaub: „Ich bleibe jetzt erst mal in Hamburg. Wenn man in den nächsten Tagen und Wochen die Dinge richtig anpackt, legt man den Grundstock. Man kann vieles vorbereiten, gerade mit den Neuen. Ich könnte nicht ausspannen, wenn bestimmte Dinge nicht auf den Weg gebracht sind.“


    Wirbel gab es zuvor noch mal um den seltsamen Abschied aus Leverkusen. Sportdirektor Rudi Völler und Neu-Trainer Jupp Heynckes knöpften sich Labbadia (der HSV kaufte ihn bei Bayer für 1,3 Mio Ablöse aus seinem Vertrag bis 2010) vor.


    Völler attackierte Labbadia und dessen Medienberater Christian Frommert (früher Rad-Team T-Mobile), weil er am Tag des Pokal-Finals (0:1 gegen Bremen) per Interview mit Leverkusen abgerechnet hatte.


    Völler: „Was mich ankotzt, sind Medienberater. Mit dem lancierten Interview hat sich Bruno keinen Gefallen getan.“ Konter Labbadia: „Das war eine Entscheidung von mir. Ich brauche keinen Medienberater. Man kann über den Zeitpunkt diskutieren, aber nicht über die Inhalte. Die sind über Monate angesprochen worden.“


    Heynckes kritsierte Labbadias Ausstieg aus dem Bayer-Vertrag: „Man muss sich ganz klar mit dem Klub und der Laufzeit identifizieren.“


    Labbadia: „Am Ende war die Entwicklung anders als vor dem Pokal-Finale. Die Bayer-Reaktion wie nach dem Interview hätte ich mir vorher (!) gewünscht. Da hat Leverkusen in einer Art und Weise um mich gekämpft, die es mir nicht leicht gemacht hat, wegzugehen. Aber ich habe mich letzte Woche entschieden, dass der HSV der richtige Weg ist. Hier wollen wir über mehrere Jahre etwas entwickeln. Ich habe keine Ausstiegsklausel.“


    http://www.bild.de/BILD/sport/…-fuer-mich-gekaempft.html