Bayer Leverkusen ist seit gestern Abend in Winden/Elztal. Trainingslager zwei – in Saison eins nach dem Karriere-Aus von Carsten Ramelow (34).
„Normalerweise wäre ich jetzt auch mitten in der Vorbereitung. Stattdessen bin ich aber im Urlaub mit meiner Familie an der Costa Brava“, sagt Ramelow.
Das BILD-Interview mit Leverkusens Ex-Nationalspieler, der nach einem Meniskus- und Knopelschaden im rechten Knie seine Laufbahn beendet hat.
BILD: Vermissen Sie nach 333 Bundesliga- und 46 Länderspielen den Fußball nicht?
Ramelow: „Ganz ehrlich, ich verschwende wenig Gedanken an Fußball. Und dabei geht’s mir richtig gut. Was sich bei Bayer abspielt, bekomme ich nur am Rande mit. Ich habe gehört, dass zwei Brasilianer gekommen sind. Den Trainerwechsel hatte ich verfolgt. Von Bruno Labbadia halte ich sehr viel.“
BILD: Hätten Sie nicht weiterspielen können?
Ramelow: „Wenn ich laufe, tut mir das Knie weh. Es hätte absolut nicht mehr gereicht. Und wenn ich einmal eine Entscheidung getroffen habe, stehe ich auch dazu. Wie gesagt: Ich komme mit der Situation super klar und vermisse überhaupt nichts.
BILD: Werden Sie bei den Heimspielen immer auf der Tribüne sitzen?
Ramelow: „Ich hoffe, dass Bayer mit den vielen jungen Spielern auf dem richtigen Weg ist. Aber jedes Spiel im Stadion? Das wird es nicht geben. Man muss auch loslassen können. Irgendwann ist die Zeit eben abgelaufen.“
BILD: Können Sie sich nach über 12 Jahren als Profi in Leverkusen ein Leben ohne Bayer überhaupt vorstellen?
Ramelow: „Bayer wird immer ein großer Teil von mir bleiben. Aber es gibt auch andere Dinge im Leben.“
BILD: Wann greift denn Ihr Anschlussvertrag bei Bayer 04?
Ramelow: „Eigentlich schon jetzt. Aber ich habe den Klub um etwas Zeit gebeten – und die will man mir auch zugestehen.“
BILD: Welche Aufgabe werden Sie übernehmen?
Ramelow: „Das ist noch nicht festgelegt. Vielleicht steige ich in den Jugendbereich ein. Oder ich werde beim Marketing reinschnuppern. Alles Zukunfts-Musik.“