Der Mann der ersten Wahl

  • Der Mann der ersten Wahl

    Leverkusen präsentiert Bruno Labbadia als neuen Trainer bis 2010. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit mit Greuther Fürth.

    Bruno Labbadia ist von der zweiten Liga in die Bundesliga aufgestiegen. Leverkusen. Natürlich war der Name schon vorher bekannt geworden, aber so richtig glauben wollten es in Leverkusen doch noch nicht alle. Erst als sich Bruno Labbadia im dunkelblauen Anzug, begleitet von Sportchef Rudi Völler und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, Montagnachmittag dem Ort der Verkündung am Rande der Baustelle BayArena näherte, war es Gewissheit: Labbadia ist der neue Trainer von Bayer Leverkusen bis 2010.

    „Der Grund, warum ihn Fürth nicht abgeben wollte, ist genau der, warum wir ihn haben wollten“, sagte Holzhäuser. Was eine treffende Formulierung dafür ist, dass die Bayer-Führungsriege intensiv verhandeln musste, um Labbadia zu bekommen. „Bruno hat ja noch einen Vertrag bei Greuther Fürth“, sagte Sportchef Rudi Völler
    Die Profis, die es bei Bayer in der ersten Liga nicht direkt schaffen, werden zukünftig nach Fürth ausgeliehen, damit die Franken endlich aufsteigen können. Es muss ein umfangreicher Deal sein, den Holzhäuser in Fürth ausgehandelt hat. Sagen will er dazu nichts

    Labbadia dankt Vorgänger Skibbe für die hervorragende Aufbauarbeit
    Immerhin gibt er zu, dass man sich bei Bayer direkt nach dem letzten Saisonspiel „intensiv mit der Trainerfrage beschäftigt hat“. Was nichts anderes bedeutet, als dass Michael Skibbe keine Chance mehr hatte auf eine Weiterbeschäftigung. Labbadia bedankt sich entsprechend herzlich bei seinem Vorgänger, der „hervorragende Aufbauarbeit“ geleistet habe.

    Mit der Labbadia in der nächsten Saison zurück ins internationale Geschäft kommen soll. „Und das wird schwer. Inzwischen sind es zehn Klubs, die dahin wollen. Unser Ziel ist der Uefa-Cup und mittelfristig natürlich die Champions League“, sagt Völler. Und dafür sollen „noch einige Sahnestückchen“ eingekauft werden. Der Kölner Patrick Helmes war erst der Anfang.

    In Leverkusen haben sich laut Völler „unglaublich viele Trainer“ beworben, weil „wir bei Bayer eine Struktur haben, die funktioniert“. Diese sollte eigentlich schon in dieser Saison ins internationale Geschäft führen, aber Bayer verspielte im Endspurt alles. Holzhäuser: „Die erste Maßnahme zur endgültigen Umsetzung unseres Konzept war die Trennung vom alten Trainer, der zweite ist die Verpflichtung des neuen.“ Labbadia sei immer erste Wahl gewesen, sagt Völler.

    Labbadia, der als Profi beim Hamburger SV, in Kaiserslautern, bei Bayern München, dem 1. FC Köln, Werder Bremen und Arminia Bielefeld spielte, gilt als ein engagierter Verfechter des Offensivfußballs. „Die Entscheidung ist erst am Sonntag gefallen, aber Bayer ist der nächste Schritt, den ich als Trainer tun will.“

    Konsequent führte sein Weg aus der Oberliga in die Bundesliga, darauf legt der 42-Jährige viel Wert. Und dass er kein Kumpeltyp ist. Er suche die Nähe zu seinen Spielern, aber er brauche auch den Abstand zu ihnen, sagte er. Dass die Erwartungshaltung in Leverkusen groß ist, weiß Labbadia. Angst davor hat er keine.

    (wz-newsline.de)

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