Bayer bibbert
Leverkusens Ausflug nach Moskau
Von ALEXANDER HAUBRICHS Moskau – Das Abenteuer Moskau startete mit 43 Minuten Verspätung. Die Leverkusener Spieler hatten sich alle bereits am Treffpunkt BayArena eingefunden, doch der Bus kam und kam nicht. Sportchef Rudi Völler zuckte mit den Schultern und sagte: „Unser Fahrer hat verschlafen, kann mal passieren…“
Um 10 Uhr ging es dann wirklich los. Doch richtig was ausrechnen tut man sich nicht am Donnerstag gegen Spartak. Im Gegenteil. Bayer bibbert vor der Eishölle Luschniki.
In Moskaus größtem Stadion werden die Temperaturen am Donnerstag deutlich unter den Gefrierpunkt sinken – in der Dunkelheit sind minus 10 Grad möglich.
Über 40 000 Russen werden den Leverkusenern einen frostigen Empfang im Luschniki-Park (83 000 Plätze) bereiten. Und dann ist da noch der ungeliebte Kunstrasen.
Trainer Michael Skibbe schafft mal wieder fleißig Alibis. „Wir sind klarer Außenseiter. Die Kälte wird uns zu schaffen machen, vor allem aber der ungewohnte Untergrund. Kunstrasen ist stumpf, der Ball wird langsam, die Gelenke werden ungewöhnlich belastet.“ Wie ungewöhnlich, zeigte schon das Training unter der Woche.
Weil einige Profis nach dem ersten Test in Langenfeld über muskuläre Probleme klagten, strich Skibbe aus Vorsicht die zweite Einheit. Carsten Ramelow fuhr nach überstandener Knie-OP erst gar nicht mit.
Und auch der Gegner ist nicht ohne. „Das ist eine ganz starke Mannschaft“, weiß Sportchef Rudi Völler und verweist unter anderem auf Roman Pavlyuchenko. Der Angreifer schoss am 17. Oktober in jenem Luschnikin-Stadion England mit zwei Treffern beinahe im Alleingang ab (Ergebnis: 2:1). „Sie haben eine ganze Reihe gefährlicher Spieler“, sagt Skibbe.
Trotzdem wollen die Leverkusener mindestens den einen goldenen Auswärtspunkt mitnehmen. Völler: „Dann könnten wir gegen Prag zu Hause das Weiterkommen klar machen.“ Bei allen potenziellen Ausreden sei ein erfolgreicher Auftritt beim 21-maligen Titelträger eben auch Kopfsache. „Bei Spartak ist Mozart einer der Leistungsträger. Wenn ein Brasilianer mit dem Künstlernamen hier zurechtkommt, dann muss das uns doch auch möglich sein.“
(Express)