Neuer Adler für die Bundesliga

  • Neuer Adler für die Bundesliga


    Die Nachnamen der beiden sprichwörtlichen Bundesliga-Überflieger bergen eine Menge Potenzial für Wortspielereien.



    Der neue Schalker Tormann heißt schließlich Neuer und Leverkusens Adler machte sich zuletzt über die Bälle her wie der gleichnamige Raubvogel über seine Beute.


    Stammtorhüter in ein paar Jahren…


    Beiden Nachwuchs-Torhütern ist gemein, dass sie längst mehr sind, als Platzhalter für verletzte oder gesperrte große Namen, die im Revier und am Rhein als etatmäßige Nummer eins angestellt waren. Die Experimente, so es welche gab, sind vorbei.


    Bei den "Knappen" ist nun Manuel Neuer die unangefochtene Nummer eins. Das Erbe von Frank Rost trat der 20-Jährige am 2. Spieltag beim 1:0-Auswärtssieg in Aachen an. "Das hier hat heute schon Spaß gemacht", erklärte der Neue nach dem Spiel.


    "Aber es ist klar: Wenn Frank Rost wieder einsatzfähig ist, spielt er auch." Allerdings schob Neuer hinterher: "In ein paar Jahren möchte ich gern Stammtorhüter sein." Es klappte in ein paar Wochen.


    Professionelle Einstellung


    Auch am 3. Spieltag hielt er beim 2:0 gegen Bremen sein Gehäuse sauber. Nach sechs Wochenenden Pause und dem Wechsel von Frank Rost zum HSV steht Neuer nun seit dem 10. Spieltag zwischen den Pfosten und verlor mit "Königsblau" keine der ersten 15 Partien.


    In den bislang 19 Einsätzen kassierte Neuer 14 Tore. Neun Mal blieb sein Kasten ballfreie Zone. Und der Youngster ist viel zu ehrgeizig, um sich auf dem Jugend-Bonus auszuruhen: "Letztlich ist es egal, wie alt man ist: Du musst immer deine Leistung bringen, sonst bist du schnell raus."


    Im Raus-Kommen auf dem Platz hat Neuer allerdings keinerlei Probleme: 89 Prozent aller hohen Bälle fing der Keeper souverän aus der Luft oder faustete sie aus der Gefahrenzone. Insgesamt wehrte Neuer starke 78 Prozent aller Torschüsse ab - der Ligaschnitt liegt bei 71 Prozent.


    Neuer unterliegt Adler


    Den bitteren Geschmack der ersten Niederlage kostete Neuer am 23. Spieltag. Schalke verlor vor eigenem Publikum mit 0:1. Der Gegner hieß Leverkusen. Und Leverkusens Torhüter hieß: Rene Adler.


    Es sind Geschichten wie diese, die Bundesliga-Chronisten regelmäßig zum Schmunzeln bringen: Adler verantwortete mit einem großartigen Erstliga-Debüt den ersten kleinen Klecks auf der bis dato weißen Weste des Schalker Seelenverwandten und verbannte Leverkusens Torwart-Routinier Hans-Jörg Butt ins zweite Glied.


    Cacau eingeschenkt


    In seinen bislang vier Liga-Einsätzen wurde der 22-Jährige lediglich beim 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart von Cacau überwunden. Andere scheiterten bislang beim Versuch, selbst wenn der Ball bei elf Metern Torentfernung äußerst einladend platziert wurde.


    So war Adlers gehaltener Strafstoß gegen Rafael van der Vaart beim 0:0 in Hamburg nur einer von 20 parierten Torschüssen. Nach vier Bundesligaspielen hat der Tormann eine herausragende Erfolgs-Quote von 95 Prozent. Seine Statistik bei Flanken ist indes vollkommen makellos. Hundert Prozent aller hohen Bälle in den Strafraum konnte Adler entschärfen.


    Internationale Bühne


    Abgesehen von der Niederlage im Vereinsduell hat Schalkes Manuel Neuer mit 1.710 Erstligaminuten die Nase vorn. Rene Adler stand bislang erst 360 Minuten für Bayer 04 in der Liga auf dem Platz. Dafür kann der Leverkusener Schlussmann internationale Erfahrungswerte bei zwei UEFA-Pokal-Duellen mit nur einem Gegentor gegen den RC Lens in die Waagschale werfen - und es werden weitere folgen.


    Da will Neuer auf absehbare Zeit natürlich nachziehen und erklärt deshalb selbstbewusst: "Wir wollen unter die ersten drei kommen. Und wenn wir am Ende noch die Chance haben, Meister zu werden, werden wir natürlich alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen."


    Meister oder Dritter, wie auch immer: S04 und sein neuer Stammtorhüter wollen in die "Königsklasse"…


    Michael Wollny



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