Beiträge von Neuville1904

    Man sollte Xavis Start nicht unbedingt mit dem von Martinez vergleichen. Xavi ist ja mitten in der Saison in eine (ausweislich des Trainerwechsels) unter Druck stehende Mannschaft gekommen.

    Martinez ist ziemlich frühzeitig vor der Saison verpflichtet worden und hatte alle Zeit der Welt für die Vorbereitung. Wenngleich durch WM und Transferstrategie heutzutage eine Saisonvorbereitung ja relativ zerstückelt ausfällt.

    Meine Kritik geht nicht in die Richtung, dass man martinez jetzt schon zum Abschuss freigeben sollte. Aber eine klare Niederlage gegen einen Aufsteiger im ersten Spiel ist halt schon heftig, und ich persönlich habe erstaunlich wenig positive Trainerleistung in diesem ersten Saisonspiel wahrgenommen. Und das macht mir gerade vor dem Hintergrund einer absolvierten Saisonvorbereitung schon ein wenig Sorgen.

    Aber jetzt kommen die nächsten Spiele, und dann wird sich zeigen, was geht.

    In den letzten Tagen hört man ja nur noch vom Doue-Transfer. Von Diaby gibt es seit Freitag nichts mehr, obwohl ja wirklich nur Details fehlen sollten und der Spieler wohl auch schon beim Medizincheck war. Das ist zumindest mal ungewöhnlich. Zumal wir ja normalerweise aus Marketingründen nicht zwei dicke Transfers an einem Tag in die Welt hinaus posaunen.

    Weiß man da irgendwas? Heute Diaby, morgen Doue?

    Das Spiel gestern hat gezeigt, dass wir dringend noch kreative Verstärkung im ZM/OM brauchen. Einen Spielmacher. Wenn nötig, unter Abgabe von Tillman, der diese Rolle nicht erfüllt.

    Kandidaten gibt es nicht wie Sand am Meer, und man muss ja auch bedenken, dass man mit Onyeka einen eigenen Rohdiamanten in der Mache hat (der allerdings auch eher Vollstrecker als Vorbereiter ist).

    Wenn man ein bisschen Ambition hat, könnte man versuchen, Vasili Kostov aus Belgrad zu holen, aber der wird sicherlich teuer. - Schnellere, realistischere und bewiesen bundesligataugliche Soforthilfe könnte Fabio Viera sein, vielleicht sogar als Leihe mit Option/Pflicht möglich.

    Klar ist auch der beste Trainer gegen individuelle Fehler machtlos.

    Aber man darf halt schon fragen (und mit Flekken hat das ja ein prominenter Spieler auch schon öffentlich getan), warum die Mannschaft mit so pomadiger Einstellung auf den Platz geht, warum offensichtliche Schwachstellen wie die RV-Position erst so spät korrigiert wurden, warum es scheinbar so gut wie gar kein effektives Coaching während des Spiels gab.

    Und: Was war eigentlich unser grundsätzlicher taktischer Plan? Besser sein als der Gegner?

    Ehrlich gesagt, hat sich Alonso auch ziemlich oft mit seinen Startaufstellungen vercoacht, aber er hat halt regelmäßig eingegriffen, die Mannschaft im laufenden Spiel gut umgestellt, und generell ein Klima geschaffen, in dem die Leute auch bis zur 98. Minute gefightet haben.

    Nach unseren Erfahrungen mit Alonso, Ten Hag und Hjulmand müsste die sportliche Führung eigentlich inzwischen wissen, was für eine Art Trainer wir brauchen. Unsere Mannschaft ist heterogen zusammengesetzt, mentalitätsmäßig entsprechend eher schwach und kommt eher über das spielerische als über die Physis. Man braucht also einen Trainer, der die fehlende Kohäsion durch sein Charisma herstellen kann, der die Mannschaft menschlich begeistert und zu höherer körperlicher Anstrengung motiviert - und der eine solide Taktik vorgibt, an der das Team seine Spielfreude entwickeln kann.

    Wir brauchen also keinen laptopschwingenden Taktikfuchs, wir brauchen keinen brüllenden Diktator - wir brauchen vor allem anderen einen Menschenfänger.

    Mit Alonso hatten wir genau diesesn Typen (Schwächen im taktischen Bereich hat er durch gutes Coaching im Spiel ausgeglichen). Ten Hag war ein Autoritätsfürst, der unsere Sensibelchen quasi an Tag 2 schon verloren hatte. Und Hjulmand war ein relativ belangloser Kumpeltyp, der am Ende zu blass war, um dieses komplizierte Team weiter zu bringen.

    Martinez hat während der Vorbereitung den Eindruck gemacht, dass er vor allem viel experimentieren wollte. Ein echtes Profil entwickelt oder gezeigt hat er noch nicht. Nach dem ersten Saisonspiel bleiben die Fragezeichen, welchen Plan er für uns hat, welchen Einfluss er auf unser Spiel nimmt.

    Man muss natürlich sagen, dass es für einen Trainer auch die Pest ist, wenn er erst eine Woche nach Saisonstart die komplette Mannschaft beisammen hat, und wenn darüber hinaus noch 3, 4, 5 Spieler verletzt sind (dazu noch sehr auf eine Position konzentriert), dann verringert das auch die Möglichkeiten.

    Aber dennoch: Dieses katastrophale Saisonstart sorgt bei mir viel eher für Sorge Richtung Trainerbank, als Richtung Spielermaterial. Wir haben gute Leute, man muss sie aber natürlich richtig einsetzen. Und es besorgt mich, wie krass das Martinez gestern nicht gelungen ist.

    Von BILD nach dem Spiel in Elversberg auf Andrichs Situation angesprochen, meinte Martínez: „Er war die letzten Spiele verletzt, hatte zwei Tage wieder mit der Mannschaft trainiert. Jetzt war er im Kader. Er ist hier, er ist ein Führungsspieler unserer Mannschaft.“

    Martínez ergänzte: „Ich habe mich am Freitag in meiner Pressekonferenz wohl nicht richtig ausgedrückt. Ich weiß nicht, ob mein Englisch dafür ausreicht. Ja, ich habe gesagt, dass ich nicht mit Robert spreche. Der Satz hätte richtig lauten müssen: Ich habe noch nicht wieder mit ihm gesprochen, nachdem Exequiel Palacios gegangen ist. Ich hatte mit Robert, wie ich es mit anderen Spielern auch getan habe, über seine Situation gesprochen. Wir werden sehen, was noch auf dem Transfermarkt passiert. Dann werde ich mit allen Spielern sprechen, die noch hier sind.“

    1) Finde ich es super, wenn Martinez jetzt darauf setzt, dass Andrich bei uns bleib. Und dabei ist mir übrigens seine angeblich existierende Influencer-Frau völlig egal. Wusstet ihr, dass solche Leute einfach verschwinden, wenn man das Internet ausmacht - oder social media einfach nicht nutzt? Verrückt!

    2) Finde ich es super, dass Martinez hier das kommunikative Missverständnis aufklärt.

    3) Finde ich es bedenklich, dass sich hier noch einmal zeigt, wie schwierig es für unseren Trainer (und vermutlich auch für unsere Spieler) ist, eine gemeinsame Sprache zu finden, in der man sich zu 100% richtig ausdrücken kann - und in der man richtig verstanden wird. - Jeder, der schon mal in einem größeren Team gearbeitet - oder vielleicht sogar mal eines geleitet - hat, weiß, wie unglaublich wichtig nuancierte Kommunikation sein kann. Bei uns muss man ja offenbar schon froh sein, wenn basale Informationen richtig kommuniziert werden können, und selbst das klappt nicht immer.

    Ich weiß, es wird einem hier schnell wer weiß was vorgeworfen, wenn man das anspricht, aber es kann mir keiner erzählen, dass es ein kompletter Zufall ist, dass unsere Mannschaft mit zunehmender sprachlicher Heterogenität auch taktisch und mentalitätsmäßig schwächer geworden ist. Wie will man eine als Gruppe geschickt agierende und menschlich geschlossen auftretende Einheit werden, wenn man sich wortwörtlich nicht richtig versteht? Klar, das geht, aber es geht nicht einfach, weil eben die Grundvoraussetzung - man ist in der Lage, einander zu verstehen - erst geschaffen werden muss.

    Martinez hat auch in der Vorbereitung regelmäßig auf Vasquez gesetzt. Das war keine Verlegenheitsaufstellung, sondern der Trainer scheint davon überzeugt, dass Vasquez Spielern wie Arthur, Oermann oder einem (nicht ganz austrainierten?) Quansah auf RV überlegen ist.

    In diesem Fall müsste man Oermann natürlich verkaufen und Arthur in die zweite Liga verleihen.

    Ein neuer RV mit Bundesligaformat wird zu einer wichtigen Priorität in den letzten Transfertagen. Ich persönlich habe tatsächlich aber auch mit Vasquez als Ersatz-RV schon Bauchschmerzen. Wenn Elversberg den schon so brutal überspielt, was passiert dann, wenn wir mal gegen Mannschaften wie Paderborn ran müssen?

    Macht beim Stand von 1:3 in der 88. Minute eine Rabona Flanke. :LEV9

    ...und die war ziemlich gefährlich. Besser so was, als 90 Minuten von Halbfeld zu Halbfeld zu laufen und launisch an die Strafraumkante zu flanken. Wir brauchen in solchen Spielen Überraschungsmomente.

    Man muss die Kapitäntskarte jetzt nicht zu verzweifelt spielen, um seine Leistung zu erklären. Aber ich sage mal so, unabhängig von den heutigen katastrophalen individuellen Fehlern, irgend eine Form von Leadership war da heute von ihm nicht zu sehen. Wo Andrich es mit seinem Kapitänsspiel in der Aggressivität übertreibt, ist Eddy ein paar Level zu leise, scheint mir.

    Ich habe noch nicht genau verstanden, wo seine Stärken auf dem Platz liegen. Physis könnte er haben, setzt sie aber nicht ein. Passspiel überlässt er anderen. Schüsse aufs Tor heute glaube ich 0.

    Von einem OM würde ich mir mehr kreierte Torchancen wünschen, von einer hängenden Spitze mal einen Torschuss, von einem ZM mal einen Zweikampf.

    Ehrlich gesagt, glaube ich, es würde uns zu 100% besser machen, wenn wir den Jungen noch abgäben und dafür einen OM mit Spielmacherqualität verpflichten. Klar, reines Wunschdenken, aber trotzdem.

    Flekken hat mit seinem Interview komplett den Nagel auf den Kopf getroffen. Fragen muss man sich, wieso die Mannschaft die offensichtlichen Informationen über den Gegner nicht an- und aufnimmt.

    Spieler zu blöd? Zu arrogant? Oder konnten die Infos sprachlich nicht vermittelt werden? Oder hatte der Trainer keine taktische Antwort auf die offensichtlichen Infos vorgegeben?

    Wenn ich die Statistiken richtig gesehen habe, hatten wir zumindest in der 2. HZ mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr gewonnene Zweikämpfe. Aber trotzdem unter'm Strich bis auf die letzten paar Minuten keinerlei Torgefahr, und selbst die kam eher aus Zufällen. Es gab meiner Erinnerung nach keinen einzigen richtig guten Spielzug.

    Die Mannschaft wirkt komplett uneingespielt, konfus. Kann ich mir nicht erklären, aber der Blick geht schon Richtung Trainer.

    Er hat offensiv gelegentlich ein wenig Bewegung versucht, aber ohne jede Durchschlagskraft. Defensiv im Stellungsspiel abnsolut katastrophal. Und er wirkte jetzt auch nicht wie ein Leader auf dem Platz.

    Der Spieler ist wirklich eine echt krasse Fehleinschätzung gewesen. Hilft uns bislang leider überhaupt nicht und verdient vermutlich einen Porsche mit allen Extras pro Monat.

    Rolfes holt schon gute Leute, aber, man muss es leider sagen, die Zusammengewürfeltheit der Truppe spiegelt sich schon ein bisschen wider in diesem relativ unzusammenhängenden Auftreten auf dem Platz.

    Weiterhin fehlt es dem Team in der Offensive an einem Schlüsselspieler - kann Diaby das werden? - und insgesamt an einem oder zwei Leadertypen.

    Größte Sorge macht mir tatsächlich aber auch der Trainer. Da ist nicht wirklich eine taktische Idee oder Handschrift erkennbar. Hätte heute auch ein Hjulmand- oder Korkut-Spiel sein können.

    Wurde heute von Elversberg häufig gedoppelt und war damit aus dem Spiel. Konter hat dieser Gegner nun ja auch nicht wirklich angeboten.

    Bleibt zu hoffen, dass EBS als spielstärkere Alternative für solche Partien bald eine Option wird.

    Zu dem Spiel kann einem nicht mehr viel einfallen. Kein einziger Spieler mit brauchbarer Leistung, die Mannschaft war physisch schwach und taktisch fand überhaupt nichts statt. Dazu kam eine absolute Mitläufermentalität, erst am Ende gab es so etwas wie ein Aufbäumen.

    Diaby und Doue, wenn sie denn jetzt noch kämen, würden dieser Mannschaft natürlich gut tun. Aber ich sehe da keinen echten Leader auf dem Platz, und keine Handschrift des Trainers. Das könnte alles etwas schlechter laufen, als wir uns das nach der bisherigen Transferphase gedacht hätten.