Mein Gott was ist denn hier los?
Kießling sagt doch eigentlich immer nur das gleiche:
1. Er merkt, dass er älter wird, daher Probleme hat schmerzfrei zu spielen.
2. Er sich mit Lev identifiziert und im Verein bleiben will, auch nach der Karriere.
3. Als Spieler jedoch auch spielen will, er begründet das ja sogar mit seinen Problem im Alter.
4- Wenn er sich so quält um sich fit zu halten, will er eben auch Spielen und dem Verein helfen.
5. Wenn er nicht spielt, daher auch nicht helfen kann, will er lieber die Karriere beenden, da er sich ungern "umsonst quält".
Neu hinzu kam jetzt: Unter Roger Schmidt ist er sich sicher, dass er die Einsatzzeiten nicht bekommen hätte, daher hätte er dann seine Karriere beendet.
Wo ist bitte das Problem? Bezweifelt irgendjemand, dass Roger Schmidt eher ungern auf Kießling gebaut hat, bzw. in Zukunft hätte? Klar kann man sich fragen warum er Roger Schmidt überhaupt ins Spiel bringt, daher auch ein gewisses nachtreten, denn das Verhältnis zwischen Schmidt und Kießling war augenscheinleich kein gutes, das mit Herrlich dafür wohl nun umso besser, aber ist das jetzt schlimm?
Abgesehen davon, dass ich als Lev Fan hier eindeutig der Aussendarstellung von Kieß eher folge als, diese unfassbare Idealisierung vom wohl schlimmsten Bayer Trainer seit Urzeiten zu teilen. Natürlich lässt die Katastrophe Korkut danach die Vergangenheit etwas weniger schlimm erachten, aber das ändert nichts daran, dass Schmidt die Mannschaft mit Vollgas gegen eine Wand gefahren ist.
Wie kann man diesen Kerl hier immer noch so verteidigen? Wirklich gut war es zu keiner Zeit, richtig stabil hat er die Mannschaft nicht bekommen. Das gar mit RB Leipzig zu vergleichen ist irrwitzig. Einzig der Drang zum Pressing ist hier gleich, aber bei RB ist es ein Pressing mit System, die Kontersituationen sind einstudiert, es wird nichtmal dauerhaft gepresst, die Grundordnung ändert sich variabel im Spiel (Zusätzlich fehlte die Mehrfachbelastung). Roger Schmidt hat es doch immer wieder selbst betont: Man kann Fußball nicht berechnen, also wird Offensivfußball basierend auf Zufall gespielt. Und so sah das auch aus, super wenns klappt aber ohne jede Struktur und am Ende für jeden Trainer der Bundesliga leicht zu durchschauen. Passend dazu haben wir natürlich auch viel Pech gehabt (Pfosten, Elfmeter, Fehlentscheidungen und co) und klar, mit einem System, dass auf Zufall basiert kann man nur mit Glück gewinnen, da trifft einen das Pech dann doppelt hart.
Aber Katastrophale Standards (Offensiv wie Defensiv) absolute Harakiri Defensive, dazu noch extrem hohe physische wie psychische Anfoderungen an die Spieler, wenn er dann auch noch Lieblinge födert, nach Gusto und nicht Leistung aufstellt, dann sieht das am Ende eben so aus wie es bei uns aussah, ein Haufen planlos umher Rennen und Kämpfender Spieler, wo niemand für den anderen Läuft, jeder für sich (geht ja auch garnicht anders, wenn man keine Ahnung hat wo der andere überhaupt hinlaufen will).
Roger Schmidt hat diesen Verein an den Rand der Selbstzerstörung geführt, wenn es also Spieler gab, die das frühzeitig bemängelt haben (was ich Kießling durchaus zutraue), das aber während der Saison NICHT an die Medien getragen habe (es kam in die Richtung nichts, oder?) dann haben diese Spieler meinen größten Respekt verdient.
Ob Kießling so einer war, das weiß ich nicht, aber Wechselgerüchte und das koketieren mit dem Karriereende können Indizien dafür sein, vorgeschobene Gründe da man als loyaler Spieler nicht öffentlich gegen den Trainer schießen will, aber durchaus erkennt, dass es mit ihm nicht klappt.