Das "System Schmidt" Fußball zu spielen hat mir schon länger nicht gefallen. Aber die Mannschaft hat unter Schmidt bisher (fast) immer gefighted. Das war gestern nicht so, kein Aufbäumen der Mannschaft in HZ 2. Glauben die Spieler nicht mehr an das System Schmidt ? Oder weiß keiner was er tun soll ? Oder setzt jeder Spieler seine eigenen Vorstellungen um, weil der den Vorgaben des Trainers nicht glaubt/keinen Erfolg zutraut ?
Es ist mir zu einfach alles auf die Spieler zu schieben und zu sagen "das war hier beim Bayer iimmer schon so". Wir haben vielleicht derzeit keine Leader-Typen, das mag sein und es schwieriger machen. Lars Bender ist zu oft verletzt. Kiessling ist nur noch Joker. Toprak (am ehesten noch unser Leader) geht bald zu einem Konkurrenten. Andere sind zu jung und nicht in Topform (Brandt, Tah) oder zu introvertiert (Hakan). Das macht die Mannschaft anfälliger. Aber auch das ist Aufgabe des Trainers - eine Hirarchie herauszubilden (wen auch heutzutage eine "flache").
Auch wenn ich mal versuche meine Antipathie gegen Schmidt wegzulassen - er packt das nicht mehr.
Das ganze Stadion hat doch gestern auf das 2:3 gewartet und danach war der Glauben weg - bei den Spielern, auf der Tribüne. Das wird in ähnlichen Spielsituationen wieder passieren. Mag sein das wir irgendwie in Hamburg gewinnen (was ich noch nicht mal glaube), aber die Mannschaft bricht immer häufiger und unvorhersehbarer sein. Ohne ersichtlichen Grund. Halten wir an Schmidt fest, beenden wir die Saison auf einem zweistelligen Tabellenplatz, ggf. mit Kontakt zu den Abstiegsrängen. Mit der gestrigen Leistung verlieren wir in Bremen und Ingolstadt und ggf. sogar in Darmstadt (die einen noch schlechteren Trainer haben, also da gewinnen wir vielleicht noch). Ich halte Schmidt auch nicht für den denkbar schlechtesten Trainer, Frontzeck und etliche weitere theoretisch denkbare wären noch schlechter, aber es passt nicht mehr. Festhalten am Trainer ist keine Tugend an sich, sondern nur das Festhalten, so lange es noch gut gehen kann.
Das Management sollte handeln. Vermute dass der Gesellschafterausschuss und Herr Wenning da jetzt/bald eine zentrale Rolle spielen (und hoffe das - Rudi schätze ich als Mesnsch, aber nicht als Manager in kniffligen Situatuionen, Schade scheint mir kein "Entscheider" zu sein).