Und was nützt das am letzten Tag. Gewinnabführung für die AG? Das hat nichts mit Erfolgsverwöhntheit zu tun, dieses Szenario würde uns Null helfen, es sei denn, man weiß rechtzeitig Bescheid und schafft es noch, das Geld zu reinvestieren. Aber selbst da hätte ich Zweifel, dass es sinnvoll geschehen würde.
Was viele hier übersehen: Bayer04 fährt seit Jahren ein ganz eigenes Modell. Wir sind kein Verein wie Bayern oder der BVB, die ihre Budgets größtenteils aus TV, Zuschauereinnahmen und klassischen Sponsoren ziehen.
Unser Konstrukt:
- Grundsicherung durch die Bayer AG, d.h. kein Brustsponsor als primäre Einnahmequelle auf dem Trikot, weil die AG das übernimmt. Wir haben eine gewisse Basissicherheit, aber keine gigantischen Vermarktungseinnahmen wie FCB, BVB oder die PL-Klubs.
- Transfererlöse sind unser Wachstumsmotor, d.h. der Verein kalkuliert bewusst damit, regelmäßig 1–2 Topspieler teuer abzugeben (zugegeben nicht die ganze Mannschaft). Damit werden Kader, Infrastruktur, Gehälter, Schulden, etc. abgedeckt.
- Sportliches Modell = entwickeln & verkaufen (Havertz, Brandt, Wirtz, etc.). Das ist streng genommen auch keine Katastrophe - selbst wenn mehr als gewohnt gleichzeitig wechseln - sondern die Art, wie Leverkusen funktioniert.
- Titel + Top-Performances sind Bonus, aber finanziell kann man nicht plötzlich so tun, als hätte man Bayern-Einnahmen.
Ja, 65 Mio am letzten Tag wäre brutal bitter sportlich. Aber vom Vereinsmodell her ist genau das Geld die Basis dafür, dass wir mittelfristig überhaupt so einen Kader haben können.
Problematisch ist nicht der Verkauf an sich, sondern das Timing.
Wir dürfen weiterhin nicht so tun das „wir sind Meister geworden“ mit „wir sind jetzt ein Klub auf Bayern-Level“ vergleichbar wäre (auch mein Traum…).
Das sind wir nicht – und das ist auch gar nicht der Plan. Talente holen, entwickeln, teuer verkaufen, neu investieren. Das war immer und wird auch immer der Plan von Bayer bleiben. Zumindest in den aktuellen Strukturen.