Beiträge von british

    Gibt es "DEN Willen der Bevölkerung"? Eine Bürgerbefragung wurde doch wohl abgelehnt. Ein unabhängiges Gutachten liegt doch wohl auch nicht vor. Deine Zusammenfassung ist in meinen Augen ebenso emotional beladen wie die ganze Diskussion in Monheim.

    So ist es. Der Rat der Stadt Monheim verweigert sich offenkundig seiner eigenen Chance, nämlich einen Interessenausgleich zu finden.

    Erstens: Erst ein Bauleitplanverfahren hätte augezeigt, wie stark der Eingriff in Natur und Landschaft wirklich ist. Genau dazu gibt es das im Baugesetzbuch verankerte Bauleitplanverfahren. Im Zuge eines solchen Verfahrens wird - so wie im BauGB in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz vom Gesetzgeber vorgeschrieben - eine Eingriffs- / Ausgleichsbilanzierung erarbeitet. Auf dieser Grundlage stellt der Investor dar, wie er glaubt einen möglichen, bisher aber noch nicht erwiesenen Eingriff ausgleichen zu können. Z.B durch neue Grünzüge, Wasserflächen etc. Überhaupt erst Abwägungsunterlagen erstellen zu lassen, dem verweigert sich der Rat. Es wird einfach - ohne Grundlage (!) behauptet, „hey, riesiger Eingriff, das schadet der Natur!“ Man kann aber ohne Gutachten nicht fundiert behaupten, dass das Vorhaben landschaftsökologisch schlecht ist. Also nochmal: Ein Bauleitplanverfajren ist ausdrücklich dazu da, Vor- und Nachteile eines Vorhabens aufzuzeigen. Das bedeutet, dass nach Vorliegen der Unterlagen, der Gutachten, der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und der vorgeschriebenen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (Behörden) immer noch die Entscheidung lauten kann: Nööö, wollen wir nicht / glauben wir nicht / können wir nicht.

    Zweitens: Der Rat der Stadt Monheim entscheidet also ausschließlich politisch. Und der Politik geht es vor allem am die Akzeptenz partieller Interessensträger, allem voran die Bürger, Wähler. Denen man im Zuge des Wahlkampfes alles mögliche versprochen hat. Im übrigen gibt es immer noch die Möglichkeit, vor dem OVG in MÜnster eine Normenkontrollklage gegen einen künftigen Bebauungsplan anzustrengen.

    Drittens: Die Argumentationslinien lauten also: Pro („hey wir machen doch alles, was ihr wollt“) gegen Contra („Wir wollen aber grundsätzlich nicht, schieben aber ein paar Argemente vor, damit es zumindest so aussieht, als hätten wir fachliche Bedenken. Auch wenn wir nicht wissen ob die im Zuge eines geordneten Verfahrens haltbar sind.) Wäre ja auch doof, wenn ein Verfahren zeigen würde, dass die Bedenken ausgeräumt werden können und wir dann nicht unsere Versprechen gegenüber den Wählern einhalten können und dann doof dastehen. Das nennt sich Politik.

    Viertens: Deshalb hätte ich – unabhängig davon, ob ich persönlich den Campus am Ende befürworten oder ablehnen würde – das Verfahren eröffnet. Aus planerischer Sicht ist es ungewöhnlich, bereits vor der fachlichen Prüfung eine endgültige politische Entscheidung zu treffen. Gerade ein so komplexes Vorhabe lebt davon, dass die Abwägung auf belastbaren Umweltgutachten und einer vollständigen Eingriffs-/Ausgleichsbilanz basiert. So funktioniert Planung.

    Fünftens: Und so funktioniert Demokratie!

    Sechstens: Monheim ist da leider kein Einzelfall. Überall werden Partialinteressen der Wählerschaft dem Interesse des Gemeinwesens übergeordnet. Das ist zu einem grundsätzlichen Problem geworden. Es grenzt schon an Zynismus, wenn das gewählte Stadtratsmitglied seinen Amtseid ablegt und vergisst oder schlicht nicht versteht, dass er diesen nicht für seinen Wahlbezirk ablegt, sondern für das Gemeinwesen.

    Siebtens: Heutzutage wird alles polarisiert: Vor allem Naturschutz vs. Siedlungsentwicklung. Graustufen gibt es keine, Kompromisslinien auch nicht mehr. Der Rat der Stadt Monheim ist scheints nicht daraninteressiert, diese blockartigen Interessen durch ein Verfahren aufzulösen. Er polarisiert selber und zugespitzt formuliert würde ich sagen, er wird seiner demokratischen Verantwortung nicht gerecht. Punkt!

    Ganz wunderbar, den anderen beim Fußballspielen zuzugucken. Für die Deutschen bleibt nach Jahren der Fußballverweigerung immerhin die Erkenntnis, dass es alle vier Jahre eine längere Sommerpause für die Fußballvereine gibt und sich die Liegezeiten am Strand für minderbezahlte Fußballprofis deutlich verlängern. Man sollte das bei der EM auch einführen und nicht diese halbherzige Viertelfinalteilnahme. Dann hätte man einen schönen 2-Jahres Rhytmus. Wenn schon, denn schon….

    Bei den letzten WMs hat man wenigstens noch ordentlich über uns gelacht. Jetzt wird bei unserem üblichen frühen Ausscheiden allenfalls noch mit den Schultern gezuckt. Die „Sun“ bringt was auf Seite 4 unter der Rubrik „WM - Splitter“, die „Bola“ irgendwas auf Seite 3 und das war es dann im Wesentlichen.

    Aber jetzt haben wir ja immerhin einen neuen Messias! Im Gewand von Jürgen Klopp, wenn ich das richtig gesehen habe. Völlig neues Konzept….vom Hasenzahn zum Pferd. Strahlend, weiß, volles Haar, so wird Zukunft gemacht. Über so viel medialen Zulauf und zufliegende Herzen würde sich die katholische Kirche riesig freuen. Nur geht es nicht um die Auferstehung des Abendlandes, sondern um das Ersetzen des Irrtums durch den Zufall.

    Vielleicht wird es ja was, die Hoffnung stirbt zuletzt, ich habe mich aber mit dem Gedanken abgefunden, dass wir fußballerisch auf das Niveau abgerutscht sind, das wir - wenn wir Glück haben - halten können. „Dabei sein ist alles“ ist doch auch ein schönes Motto für unsere weichgespülte Gesellschaft. Warum Leistungsprinzip, wenn es doch darum geht, inkludierend alle mitzunehmen. Deshalb auch keine Sieger- oder Ehrenurkunden! Auch kein Toreschießen in der E-Jugend….die armen Kinder, die auf der Strecke bleiben, weil andere besser sind…

    Nun, das Spiel gestern Abend hat mich wehmütig gemacht. Toller Fußball, Taktische Meisterleistung. Wow!!! Nur alles wieder ohne deutsche Beteiligung….

    Für die Diskussion mal hier fort.

    Jetzt taucht auch der Name Mertesacker auf. Find' ich ne interessante Personalie. Hätte ich schon öfters gern bei uns (als Leiter des Nachwuchszentrum) gesehen. Hat über mehrere Jahre das Nachwuchszentrum bei Arsenal geleitet. Kennt also den Job in der 2 Reihe. Auch vom Typ her find' ich den ganz gut. Hab schon mehrere Podcasts mit ihm gehört. Bodenständiger Typ, mit interessanten Ideen, der auch mal über den Tellerrand hinaus schaut. Auch Tabus anspricht. Hat einiges erlebt. Jo, als Sportdirekttor, und somit als Nachfolger von Rettig, kann ich mir Mertesacker ganz gut vorstellen.

    Ob Rudi Völler auch zurück treten muss, weiß ich nicht. Man hat ja damals, nach dem Rauswurf von Bierhoff, dessen Aufgabenfeld aufgeteilt. Einmal DFB-Geschäftsführer Sport (Strategie und Akademie) den Rettig übernahm. Wie gesagt, hier kann ich mit Mertesacker gut vorstellen. Und der zweite Bereich war "Direktor der deutschen Nationalmannschaft", den Völler übernahm. Hat für mich eher logistische Aufgabe, wie Trainingslager etc, mal die Birne in die Kamera halten. Also alles rund um die Nationalmannschaft, was nicht mit dem sportlichen zu tun hat. Den Job kann er ruhig noch anderthalb Jahre machen.

    Zu Klopp: Ich lach mich wech. Als Nagelsmann noch im Amt war, rief man nach Klopp. Kaum ist Nagelsmann weg und alles verdichtet sich auf Klopp, kommen die ersten "kritischen" Klopp-Artikel. Deutsche Medien ole., lächerlich.
    Mag ich Klopp. Naja, man muss ja unterscheiden, zwischen den "beruflichen/öffentlichen" Klopp und den Privaten. Der Private soll wohl ganz okay sein, den "beruflichen/öffentlichen" mag ich jetzt nicht so. Aber die Kritik an seinem RB Bezug (der ja immer noch nach halt) hab ich von Anfang schon für lächerlich gefunden. Der Mann hat noch nie Hehl daraus gemacht, wie er tickt. Wenn ich es richtig in Erinnerung hab', hätte er sich vorstellen können Trainer von Bayer Leverkusen zu werden. Ein Verein dem man (in Deutschland) nachsagt, der Anfang vom Ende des romantischen Fußballs zu sein. Statt dessen, weil er denen schon das Wort gab, wechselt er zum BvB. Ein Verein der an der Börse notiert ist. Danach wechselt er zu Liverpoool, ein Verein der von einer Investorengruppe aus den USA gelenkt wird. Und schon zu Liverpool Zeiten hab' ich Interviews mit Klopp gesehen, wo er das Konstrukt RB nicht negativ gesehen hatte. Zum sportlichen. Die Zeiten "großer" deutscher Trainer ist ja auch vorbei. Neben Flick, der sich ja schon als Bundestrainer versuchte, sehe ich da eigentlich nur Klopp. Also wenn der DFB an einen deutschen Trainer fest hält, kann es nur Klopp sein. Sonst seh' ih da keinen.

    Bei Mertesacker finde ich interessant, dass er - zumindest aus meiner bescheidenen Sicht - die Urtugenden des Fußballs zu vertreten scheint. Und das mache ich nicht an seinem Interview nach dem Achtelfinale 2014 fest, sondern an dem was er so von sich gibt, ob in der sogenannten Expertenrunde oder was sonst so von ihm zu hören ist. Ich mag auch seine unaufgeregte Art, die ich ihm vor Jahren so nicht zugetraut hatte. Schön auch seine Reaktionen auf Kramers ständige „Ich-weiß-Bescheid“ - Attitüden. Cool und zurückhaltend. Ich glaube, er wäre für den deutschen Fußball besser als z.B. ein Hannes Wolf mit seiner „Leistungsdruck-ist-Sche.ße“ - Philosophie.

    War es nicht anfangs bei Boni so, dass er vermeiden wollte eine OP am Knie zu machen? Er jetzt aber merkt, das es aufwärts geht? Vielleicht ist wirklich noch etwas drin bei ihm. Mit drin, mein ich natürlich bei uns. Nicht auszudenken, wenn er den Turnaround schafft, bei einem anderen Verein.

    Bingo! Boniface kämpft ganz offensichtlich! Alleine das ist schon ein gutes Zeichen, das nicht unbedingt erwartbar war. Es ist zu wünschen, dass er es schafft. Und es obliegt dem Verein und uns, ihn darin zu unterstützen. Nicht auszumalen, was wir für spielerische Optionen hätten, wenn er es tatsächlich schafft und wir die Weitsicht hatten, ihn NICHT für ein paar lumpige Millionen zu verkaufen. Und das hat jetzt nichts mit Dankbarkeit zu tun. Einen fitten Boniface darf man niemals verkaufen. Und bis dahin braucht er jede Form von Support. Er selbst scheint ja zumindest kapiert zu haben, dass er liefern muss

    2.) Ich würde das nicht vom Preis abhängig machen, sondern vom Verhältnis Trainer/ Tillman. Wenn der Trainer eine Perspektive hat und Tillman sich darin sieht, dann würde ich auch ein 40 Millionen Angebot ablehnen.

    Das ist eine der vernünftigsten Aussagen, die ich bisher in Sachen Tillman gehört habe, führt sie uns doch weg von diesem unerträglichen Tillman-Bashing der letzten Monate!

    Für Tillman freut mich sein bisheriger Auftritt bei der WM, ohne jetzt auf Details eingehen zu wollen. Alles andere, also der Re-Start in Leverkusen - von dem ich hoffe dass es einen geben wirk - da wird man sehen, wie die Pläne des Trainers aussehen.

    (1) Bayern & Germany auf X: „📸 Joshua Kimmich asked Goretzka twice whether he wanted to take the sixth penalty, the latter refused. Jonathan Tah stepped up after that https://t.co/7TPzXCIUiS“ / X

    Tah absoluter Mann! Hat zwar noch nie einen Elfmeter geschossen, aber zeigt sich bereit und geht voran. Während ein Goretzka, der mit Sicherheit u.a. auch wegen seiner angeblichen Führungsstärke und Mentalität mitgenommen wurde, kneift. Dass er dann verschossen hat, dürfte einzig und allein daran liegen, dass er einfach keiner ist, der sich durch einen guten Schuss auszeichnet. Und trotzdem ist er an den Punkt gelaufen.

    Da bin ich bei Dir! Ich gebe zu, dass ich angesichts dieses mies geschossenen Elfers zunächst stocksauer war. Aber nachdem mir mit etwas Anstand die Umstände klar geworden sind, stelle ich fest, dass Tah einer der ganz wenigen war, der ziemlich dicke Eier gezeigt hat.

    Man muss sich das mal vorstellen: Da muss vor dem entscheidenden Elfmeter ein wie immer willensschwacher Kapitän, leider immer auf der falschen Position eingesetzt, namens Kimmich seine Reihen entlang laufen, und leise anfragen, ob jemand vielleicht, möglicherweise und wenn es keine Umstände bereitet, bereit sei, einen Elfmeter zu schießen („Leon, du vielleicht?“) Arrivierte Schützen, die dazu eher in der Lage sind, als unser Innenverteidiger, kneifen die Backen zusammen. Alles für Deutschland…hieß es! Nix war es mit dem verordneten Slogan beim Elferschießen: Niemand für Deutschland.

    Und dann ein Bundestrainer, der scheinbar nie gelernt hat, wie man ein Elfmeterschießen performt und was seine Aufgabe als Trainer ist. Von der Bestimmung Reihenfolge der Schützen bis zur lautstarken Verdeutlichung, worum es hier eigentlich geht. Aber wenn der Mannschaft vom Bundestrainer offensichtlich schon eine so beschissene Grundeinstellung mitgegeben wurde, muss es ihm natürlich schwerfallen, innerhalb von fünf Minuten das Ruder rumzureißen und seine Jungs plötzlich zu Großtaten zu motivieren. Aber Hauptsache, in seinem pseudodemokratischem Stil darf jeder seinen Namen tanzen. Mein Eindruck sowieso: Wenn irgendjemand in seinem Verein von einer Wohlfühloase spricht, soll er mal zum DFB gehen.

    Tah, jedenfalls, das ist mir deutlich geworden, ist die einzige Führungspersönlichkeit innerhalb dieser von Nagelsmann desolat performen Mannschaft. Vielleicht folgt irgendwann noch Havertz. Nicht aber: Kimmich (hat aber immerhin als erster vor der Kamera gestanden, soweit ich weiß) oder Neuer oder wie sie alle heißen. Er ging voran und hat sich auch später nicht versteckt!

    LG, British

    Gut geschrieben!

    Wenn man hier so manchen Sermon der vielen Hobbybesserwisser-Bundestrainer liest, dann fällt auf, dass viele augenscheinlich nur darauf warten, dass die deutsche Nationalmannschaft Spiele verliert und möglichst früh scheitert im Turnier. Man freut sich gehässig über jeden Fehltritt und schüttet sogleich Häme und Spott über die Spieler aus. Vor allem dann, wenn sie bei den Bayern spielen.

    Scheint eine typisch deutsche Untugend zu sein.

    Peinlich.

    Ich drehe den Spieß mal um:

    Mir scheint es eher eine deutsche Untugend zu sein, dass Kritik (berechtigt), Häme und Spott (als Ventil) angesichts des peinlichen Auftrittes gestern sofort als „deutsche Untugend“ abzutun. Dann wird dann schnell behauptet, „manche würden nur auf ein frühes Ausscheiden aus dem Turnier warten.“ Genau das, mein Lieber ist eine Untugend. Sie lässt keine Kritik zu und auch nicht Häme und Spott (Letzteres mag ich auch nicht, ist aber manchmal als Ventil einfach nötig, erst recht wenn unsere Elf so eine Kacke abliefert, dass es einem peinlich sein muss).

    Kritik und bissige Kommentare haben nichts, überhaupt nichts damit zu tun, dass sich irgendjemand wünschen würde, man möge „möglichst frühzeitig aus dem Turnier fliegen.“

    Wenn Anspruch und Wirklichkeit so dermaßen auseinanderhalten wie gestern, darf es erlaubt sein, dem auch mal ordentlich mit Sarkasmus zu begegneten, wie man es jetzt hier tut.

    Und: Hobbybesserwisser-Bundestrainer sind wir hier alle, wenn du so willst. Kann ich mit leben.

    Ach, und noch eines obendrauf: Nagelmann möglicherweise auch, nur wird er dafür bezahlt und hat eine repräsentative Aufgabe, der er nach seinem Auftritt gestern nach dem Spiel nicht gerecht wird.

    Eine lächerliche Vorstellung, absolut grauenhaft und zum Schämen.

    Hier stimmte ja gar nichts. Z.B.: Undav wird eingewechselt und alle Kreativen, die ihn normalerweise hätten bedienen können raus. Sane durfte hingegen weiter durch die Gegend stolpern. Neuer irrlichtert durch die Gegend als glaube er, er befinde sich auf einem 9-Loch Golfplatz. Immerhin: Im dritten WM-Spiel hält er immerhin seinen ersten Ball. Tah erinnert an seine schlechtesten Zeiten und spielt Fehlpässe, die man ihm nicht mehr zugetraut hätte („der Rasen war schuld!“) Zwischen ihm und seinen Mitspielern offensichtlich zu wenig Kommunikation. Als Abwehrchef sollte man schon in der Lage sein, sich mit seinem Torhüter auszutauschen. Hat ihm wohl keiner gesagt. Wirtz läuft sich ein ums andere Mal fest, als wäre er in seinem ersten Profijahr (Nagelsmann: „Man sieht sein Potenzial“). Und dann müssen wir noch Nagelsmann ertragen, der mit einem Lachen vor die Kameras tritt, als käme er grade aus Disneyland. Da wähnte er sich vielleicht auch. Anders kann man die Vielzahl seiner taktischen Fehlern nicht erklären. Dann kommen noch die üblichen Deutschland-Durchhalteparolen wie „rechtzeitiger Schuss vor den Bug“ oder „gut dass wir uns eine Niederlage leisten können“ oder „gut, dass wir jetzt wissen, wo wir uns verbessern können“ oder „Wertvoller Erkenntnisgewinn“. Unerträglich!

    Anders Ecuador: Für die war der Rasen nicht zu stumpf, die Wege nicht zu weit. Technisch limitiert, aber mehr als nur auf Augenhöhe gegenüber unseren. Die liefen sogar immer (!) zurück, wenn vorne der Ball verlorenging, das muss man sich mal vorstellen. Das war übrigens das einzige was ich bei D. wirklich positiv zur Kennntis genommen habe: Meistens klappte das Umschaltspiel von Angriff in Abwehr und man hatte sich bei Ballverlust für unsere Verhältnisse schnell hinten wieder postiert, auch wenn Sane - wie einige andere auch - wieder einmal vorne stehen geblieben ist und gestenreich mit was auch immer gehadert hat.

    Also dieses Jahr hat vom Gefühl her alles irgendwie Sinn was wir machen. Letztes Jahr hatte ich das Gefühl man kauft einfach nur Spieler und am Ende schaut man was man mit diesen macht, daher haben auch die Hälfte aller Neuzugänge nicht funktioniert.

    Hm, ja. Ich habe auch das Gefühl, dass der Planlosigkeit der letzten Saison Bodenhaftung gewichen ist.

    Aber ein Weggang von Grimaldo tut schon weh. Mir wäre es lieber gewesen, ihn das Jahr noch hierzubehalten, trotz des Risikos fehlender Einnahmen. Er wird nur schwer zu ersetzen sein. Da bedarf es einer glücklichen Hand. Außerdem sind wir jetzt das zweite Mal innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes in der Situation, einen Neuanfang starten zu müssen. Dass muss man erstmal verkraften und vernünftig performen. Angesichts dessen, was in der letzten Saison alles so passiert ist, habe ich da (noch) meine Zweifel….

    Und Guerreiro? Ich meine er ist mit seinen 32 Jahren zu alt. Zu alt im Sinne von Motivierbarkeit. Auf mich wirkt er außerdem satt. Jemanden, der bereits offen über sein Karriereende nachdenkt, zu Höchstleistungen bringen zu wollen, kann für Grimaldo nicht einmal annähernd Ersatz sein. Vielleicht täusche ich mich ja. Ich gebe aber zu: Man wird es mir kaum rechtmachen können, dazu wiegt aus meiner Sicht der Verlust von Grimaldo zu schwer.

    Das mit den Gruppendritten ist sehr unglücklich Trickserei droht.siehe Afrika Cup. Es sollten nur die zwei Gruppenersten weiterkommen Dann KO Spiele bis noch 6 Teams übrig bleiben. Dann 2 Dreiergruppen, deren Sieger das Endspiel bestreiten.

    Genau. Es betrifft ja auch uns. Norwegen und Frankreich können bereits seit ein paar Tagen überlegen, auf wen sie denn in einem vermeintlichen Achtelfinale treffen wollen, auf Deutschland oder Brasilien (vielleicht ja noch Marokko), immer unterstellt, beide überstehen das 16tel-Finale. Tja lieber in der Gruppe erster werden und alles geben und potenziell auf D treffen, oder sich mit dem 2. Platz zufrieden geben und auf Brasilien oder Marokko treffen? Heute Nacht weiß man mehr und die Karten liegen offen auf dem Tisch. Eine Herausforderung für jeden ambitionierten Tipper. ^^

    Kam doch eigentlich recht klar rüber. Er hatte vorher nicht mit xabi gesprochen. Muss er ja auch nicht, völlig ok. Ein Indiz dafür, dass alles doch recht schnell ging. Mit Xabi wollte er noch sprechen, so sagte er. … zumindest wurde das so übersetzt… Er hatte souverän und professionell geantwortet. Erstmal in LEV ankommen, mit den Spielern sprechen, sich ein Bild machen, schauen, wer das Potenzial für mehr hat, usw.

    Ein guter Auftritt, meine ich

    Konstantinos Kotsifakis wird Co-Trainer der U19 von Bayer 04 | Bayer04.de
    Verstärkung für den Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen: Zur Saison 2026/27 wechselt Konstantinos Kotsifakis vom Fußball-Zweitligisten Hertha BSC zum…
    www.bayer04.de

    Eine weitere Meldung, die nicht zu unterschätzen ist. Ich kenne Kotsafidis nicht. Aber er ist wohl ein Förderer von Eichhorn und wenn dies dazu führt, dass dieses Talent zu uns wechselt, wäre das natürlich TOP. „Happy Kadaver“ fängt ganz gut an, meine ich…

    Vollkommen richtig! Wäre er beim FC Toulouse (fast immer nur eine maximal mittelmäßige Mannschaft in League 1) überragend gewesen, würde er vermutlich bei ganz anderen Vereinen auf dem Zettel stehen und wir laufen wieder den Pressemeldungen hinterher mit der üblichen Hängepartie usw. Jetzt haben alle Klarheit und die Planungen können weiter gehen. Wie klasse!

    Wie gut er ist, werden wir sehen. Aber jetzt kann es erst mal und endlich (!) weiter gehen und es herrscht Gewissheit.