Naja, haben Teams, die eine stabile Abwehr haben und in Führung gehen, in der Regel nicht immer gute Karten - unabhängig vom Bosz-System?
In der Auswertung "Punkte nach Rückstand" liegen wir mit 1.0/Spiel noch im oberen Drittel. Viel besser sind da eigentlich nur die Bayern (Quelle). Bei "Punkten nach Führung" sind wir hingegen knapp hinter Bayern und RB top (Quelle). Macht Sportkamerad Alario oder einer seiner Kollegen gestern eine der vielen Chancen in den ersten Minuten rein, gehen wir laut diesr Auswertung sehr wahrscheinlich als Sieger vom Platz. Bosz-Taktik hin oder her...
Wir sind halt nach Leipzig (7) das Team mit den wenigsten Rückständen in der Liga (8). Meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Weder Alario noch Schick trafen zuletzt so regelmässig wie zuvor. Dann steigt das Risiko von Rückständen und damit, ganz allgemein für jedes Team, auch das Risiko einer Niedrlage. Hinzu kommen dämliche Abwehrfehler. Mit einer speziellen Taktik hat das letztendlich gar nicht so viel zu tun.
Ansteff verteidigt in schöner Regelmäßigkeit die Protagonisten der Fußball GmbH wie eine Löwenmutter ihre Jungen, aber das kennen wir ja. Natürlich ist er nicht der Einzige und all die betreffenden User wissen auch warum. Ich gehöre nicht dazu und darf deshalb schreiben, wovon ich überzeugt bin.
Selbstverständlich hat es mit allem zu tun, allem voran Taktik und Mentalität. Klopp fuhr mit Liverpool fast ohne Punktverlust in der letzten Saison die Meisterschaft ein. Ich bin mir inzwischen sicher, hätte Bosz genau diese Mannschaft trainiert, Liverpool hätte es nicht mal in die Champions-League geschafft. Ein großes Manko bei Bosz ist die fehlende, von Natur aus gegebene Eigenschaft, den Spielern Woche für Woche Begeisterung, Siegermentalität, den Glauben an sich, die Bereitschaft, auch mal notfalls den inneren Schweinehund zu überwinden, einzutrichtern – neben einer offensichtlichen taktischen Inflexibilität.
Die Bayer AG hat die Erwartung an ihre Tochter, dass sie sich bestenfalls regelmäßig für die Champions-League qualifiziert – alles andere macht in meinen Augen auch keinen Sinn. Zur Begründung:
Wir, also die sogenannte Werkself, funktionieren auf Dauer nur dann, wenn man regelmäßig ganz oben angreift und Spektakel abliefert. Wir sind nun mal nicht der klassische Traditionsverein mit dem gigantischen Zuspruch und einer großen Fanbasis. Um sich auch in Zukunft starke Kader leisten zu können, um vielleicht irgendwann mal auch etwas in den Händen halten zu können, braucht es neben der Bayer AG auch finanzkräftige Sponsoren, die nur auf unseren Zug aufspringen, wenn wir Spektakel abliefern. Es wird kein Sponsor wegen unserer Tradition kommen oder weil unsere, im Fernsehen übertragenden Spiele, Straßenfeger sind.
Regelmäßige Qualifikation für die Champions-League, Top 16 Europas – mit dem entsprechenden wirtschaftlichen Aufwand machbar – aber nicht mit einem Trainer Bosz.