Ich habe die gesamten Redebeiträge der Ratssitzung aufmerksam verfolgt. Eines ist sicher, Herr Risse (Peto) hat mal wieder sehr eloquent und souverän seine ausschließlich wirtschaftsfreundliche Klientelpolitik zur Schau gestellt und gleich dem politischen Gegner komplett die Redlichkeit ihrer fundierten Argumentation abgesprochen. Begleitet von der Aufforderung, bei den getätigten Wahlversprechen doch bitteschön wortbrüchig zu werden.
An alle die gleich was von "Babanenrepublik" schwafeln, weil ihnen der in Monheim getroffene Beschluss widerstrebt: Das was dort zu sehen war, war das genaue Gegenteil von Bananenrepublik, nämlich Anschauungsunterricht in Sachen gelebter Demokratie.
Der von der Bürgermeisterin eingebrachte Vorschlag, einen Bürgerentscheid herbeizuführen, wurde mit einem sehr wichtigen Argument mehrheitlich abgelehnt. Denn maßgeblich von den höchst negativen Folgen des überdimensionalen Campus betroffen, wären ausschließlich die Bürger im Süden von Monheim (Blee). Da kann man als nicht betroffener Bürger schon mal locker etwas gut finden, wenn man die negativen Folgen später nicht "auslöffeln" muss. Solche Entscheide sind im Grunde immer nur dann fair, wenn der Beschluss alle Abstimmenden am Ende weitestgehend gleichermaßen trifft.
Als "Bayer 04"-Fan würde ich mir wünschen, dass der Verein schnell einen geeigneten Platz für den benötigten Campus findet. Aber ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass für jene Politiker, die sich gegen den Campus in dieser gigantischen Größe und an diesem relevanten Ort aussprechen, die ökologischen und klimatischen Belange hier deutlich mehr Gewicht haben, als reine Wirtschaftsfreundlichkeit und Sportförderung zu Lasten der mittel- und langfristig sicher deutlich relevanteren Argumente (Klima-und Artenschutz).