Von Martin Sauerborn, 29.01.10, 21:49h
Die Favoritenrolle könnte bei der Partie zwischen Bayer Leverkusen und dem SC Freiburg am Sonntag nicht klarer verteilt sein. Bayer-Trainer Jupp Heynckes jedoch will aufkommende Überheblichkeit gleich im Keim ersticken.
LEVERKUSEN. Es gibt im Fußball diese Spiele, in denen einfach alles für eine Mannschaft spricht. Wenn der beste Angriff und die beste Abwehr der Liga auf heimischem Geläuf gegen den drittschlechtesten Angriff und die drittschlechteste Abwehr antritt, dann sind die Karten klar verteilt. Auf der einen Seite der souveräne, in allen 19 Saisonpartien ungeschlagene Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen, auf der anderen der tief im Abstiegskampf befindliche und seit fünf Spielen sieglose Aufsteiger SC Freiburg. Über die Rolle des Favoriten in der abschließenden Begegnung des 20. Spieltags der Fußball-Bundesliga am Sonntag (17.30 Uhr, BayArena) gibt es keine zwei Meinungen.
Das weiß auch Bayer-Trainer Jupp Heynckes und genau deshalb ist es seine ureigenste Aufgabe, möglicherweise aufkommende Überheblichkeit gleich im Keim zu ersticken. „Es bleibt dabei. Jedes Spiel in der Bundesliga muss man hochkonzentriert angehen, egal wie der Gegner heißt. Meine Mannschaft hat das bisher sehr gut gemacht und genau dies ist ihre Stärke“, erklärte der 64-Jährige. Er tat dies mit Nachdruck, denn so ganz hatte er die Partie in Hoffenheim vom vergangenen Sonntag noch nicht verdaut: „Trotz unseres 3:0 gab es Nachlässigkeiten. Fehler wie die von René Adler und Manuel Friedrich können passieren, dürfen aber nicht. Zum Glück ist es nochmal gut gegangen“, verwies der Bayer-Trainer auf die beiden Hochkaräter des Hoffenheimers Vukcevic in der ersten Hälfte.
In Hoffenheim waren Heynckes mahnende Worte in der Halbzeit angekommen. Was wiederum für die Klasse der Leverkusener in dieser Saison spricht: „So wie Bayer spielen in der Bundesliga nur wenige Teams“, lobte Heynckes seine junge Truppe, der er mit der Milde seines Alters auch gerne mal den einen oder anderen Fehler verzeiht. Zumal die Werkself zuletzt zwei Mal die schweren Attacken des Platzhirsches aus München auf die Ligaspitze gekonnt parierte. „Die Bayern registrieren, dass wir hartnäckig oben bleiben“, frotzelte er im andauernden Fernduell gen Süden.
Und der Spielplan will es an diesem Wochenende wieder so, dass die Münchner mit einem Sieg gegen Mainz am Samstag vorlegen können. Diesen müsste Bayer dann am Sonntag kontern. „Ob Freitag, Samstag oder Sonntag, ob 15.30 Uhr, 17.30 Uhr oder 18.30 Uhr, wir sind immer bereit“, sagte Heynckes, der saisonübergreifend seit 25 Spielen ohne Niederlagen ist und seinen eigenen Rekord von 27 ungeschlagenen Partien mit dem FC Bayern (1988) angreift.
Gegen die auswärtsstarken Freiburger setzt der Bayer-Trainer auf die seit Wochen erfolgreiche Startelf. Als personelle Alternativen gesellen sich aber wieder Renato Augusto und Lars Bender zu Patrick Helmes auf die Ersatzbank. Dass die „zweite Reihe“ bei Bayer die Dinge bislang klaglos aufnimmt und unverdrossen auf ihre Chance lauert, passt übrigens ebenso in das allgemein harmonische Gesamtbild an der Dhünn wie die Tatsache, dass es überhaupt kein Thema ist, dass Torjäger Stefan Kießling seit fünf Spielen (451 Minuten) keinen Treffer mehr erzielt hat.
Voraussichtliche Aufstellungen: Leverkusen: Adler; Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Kadlec; Vidal, Reinartz; Kroos, Barnetta; Derdiyok, Kießling. - Freiburg: Pouplin; Williams, Toprak, Butscher, Mendy; Banovic, Flum; Caligiuri, Bastians; Cisse, Idrissou. - SR.: Stark (Ergolding).
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