"Mein 2009" mit Rudi Völler

  • 30.12.2009 | Leverkusen

    Mit dieser Bilanz kann man die Winterpause bei Bayer 04 ganz entspannt genießen: In der Bundesliga sicherte sich die Werkself ungeschlagen die Herbstmeisterschaft. Zudem überwintern auch die U19, die U17 und die Frauen von Bayer 04 auf dem ersten Tabellenplatz. Vor allem die zweite Jahreshälfte war sehr erfolgreich, doch in „Mein 2009“ betrachten wir das Gesamtjahr aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute mit Sportchef Rudi Völler...

    Herr Völler, es war ein bewegtes Jahr für Bayer 04. Was bleibt bei Ihnen haften?
    Am Liebsten natürlich immer das Positive. Das ist die richtig tolle Hinrunde, die wir jetzt gespielt haben. Vor allem trotz des Verletzungspechs. Wir mussten viele wichtige Spieler durch unsere Jungen ersetzen, die das wirklich gut gemacht haben. Unter diesen Voraussetzungen immer noch Erster zu sein, ist wirklich ganz toll. Natürlich ist auch die Pokalniederlage hängen geblieben. Wir hatten es verdient, im Finale zu spielen. Wir haben die Bayern im Viertelfinale ausgeschaltet und dann hat es leider nicht gereicht gegen eine sicherlich gute Werder-Mannschaft.

    Sie haben nach dem Finale einen Wechsel auf der Trainerposition vorgenommen. Wie bewerten Sie die Arbeit von Jupp Heynckes?
    Es ist alles so eingetroffen, wie wir uns das erhofft hatten. Wir haben Jupp Heynckes verpflichtet, weil er ein erfahrener Fußball-Fachmann ist, der in seiner langen Karriere gezeigt hat, dass er gerade aus jungen Talenten viel herausholen und sie weiter voranbringen kann. Genau das hat er bei uns auch bewiesen. Sicherlich kann es passieren, dass wir in der Rückrunde auch mal einige Schwächephasen zu überstehen haben werden. Aber auch da ist er genau derjenige, den wir brauchen. Ich erinnere mich an die Pokalniederlage in Kaiserslautern. Das war eine harte Woche. Wir hatten drei Tage später das schwere Spiel gegen Köln, das wir ganz souverän gewonnen haben. Und zwar weil Jupp Heynckes sehr gut auf die Pokalniederlage reagiert und die Truppe wieder aufgebaut hat. Wir haben dann nicht nur wieder die Kurve gekriegt, sondern danach ging’s erst richtig los.

    Eine andere wichtige Personalie war sicher die Verpflichtung von Sami Hyypiä...
    Ähnlich wie bei der Trainerentscheidung sind auch unsere Spielerverpflichtungen immer wohl überlegt. Wir stehen zu unseren Entscheidungen. Uns war also auch bewusst, dass es nicht nur Jubelstürme geben würde, wenn wir Hyypiäs Verpflichtung bekanntgeben. Wir waren aber von Anfang an überzeugt von dem Spieler. Und zwar nicht nur von seinen sportlichen Qualitäten, sondern auch von seiner Art, wie er eine Mannschaft mitziehen und führen kann. Das ist ja das große Pfund von Sami. Wir sagen unseren jungen Talenten aus der Junioren-Abteilung deshalb gerne: Guckt euch einfach mal den Sami bei einem Spiel an, konzentriert euch darauf, wie er sich in der Defensive bewegt, wie er kommuniziert auf dem Platz. Das ist eine prima Weiterbildung.

    Wo kann Bayer 04 nach dieser Hinrunde in dieser Saison landen?
    Je länger wir uns oben festsetzen können, desto größer ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir in dieser Spitzengruppe bleiben können. Aber noch ist es ein bisschen früh für Vorhersagen. Wir gehen mit dem, was unsere Mannschaft bisher erreicht hat, zwar selbstbewusst aber auch realistisch und bescheiden um. Denn der Abstand zum sechsten und siebten Platz ist so groß nun auch wieder nicht. Wir können uns ganz sicher nicht locker zurücklehnen, sondern müssen alles abrufen in der Rückrunde. Wir haben dann wieder den kompletten Kader zur Verfügung und sind deshalb auch sehr optimistisch, dass wir uns unter den ersten Plätzen festbeißen können. Das Ziel, ab der nächsten Saison wieder international vertreten zu sein, ist angesichts der großen Konkurrenz schon ein hohes Ziel.

    Was erwarten Sie denn für einen Zieleinlauf am Ende der Saison? Werden das die sechs Mannschaften sein, die jetzt auch da oben stehen?
    Das sind ja immer die üblichen Verdächtigen. Es gibt ja meine Phrase, die ich immer gerne benutze: Am Ende entscheidet immer Bayern München über die deutsche Meisterschaft. Sie haben mit Abstand den besten Kader und letztlich endlich hängen wir da alle so einwenig von ab, wie sie in die Rückrunde starten. Vereine wie Werder Bremen und der HSV, der ja seine Verletzten zurückbekommt, werden da ein Wörtchen mitreden wollen. Schalke macht das im Moment ganz ordentlich, Dortmund ist wieder rangerückt. Da müssen wir mal abwarten was passiert.

    Was wünschen Sie sich für das neue Jahr?
    In erster Linie hoffe ich, dass wir in der Rückrunde vom Verletzungspech weitestgehend verschont bleiben, das uns in der Hinrunde doch getroffen hat. Wenn auf den wichtigen Positionen niemand mehr längerfristig ausfällt, bin ich zuversichtlich, dass wir ganz weit vorne landen können.

    bayer04.de

    [color=red]Ein Löwe stirbt nie - er schläft nur