Mit dieser Bilanz kann man die Winterpause bei Bayer 04 ganz entspannt genießen: In der Bundesliga sicherte sich die Werkself ungeschlagen die Herbstmeisterschaft. Zudem überwintern auch die U19, die U17 und die Frauen von Bayer 04 auf dem ersten Tabellenplatz. Vor allem die zweite Jahreshälfte war sehr erfolgreich, doch in „Mein 2009“ betrachten wir das Gesamtjahr aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute mit Nachwuchsleiter Jürgen Gelsdorf...
Die U19 wie auch die U17 ist aktuell Herbstmeister und die U15 steht auf Platz zwei. Sie können zufrieden ins Weihnachtsfest gehen, oder?
Natürlich. Das ist eine sehr schöne Zwischenbilanz, kaufen kann man sich dafür natürlich nichts. Wir haben natürlich das Ziel bis zum Ende vorne zu bleiben, aber es ist Jugendfußball. Trotzdem ist natürlich richtig, dass das eine sehr erfreuliche Bilanz ist.
Sie schauen also auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurück?
Das kann man wohl sagen. Wir haben wieder mit unseren Mannschaften in den Spitzengruppen der jeweiligen Ligen gespielt. Gerade im Bereich unter der U15 sagen wir, dass dies nicht so wichtig ist. Aber auf der anderen Seite gehören wir auch nicht zu denen, die sagen uns interessieren die Tabellenstände gar nicht. Wir wollen den Jungs ja schon vermitteln, dass wenn man Mannschaftssport betreibt und in einer Liga spielt, dass man dann auch vorne dabei sein will. Das haben wir in diesem Jahr wirklich eindrucksvoll gemacht. Wichtig sind dann natürlich auch so Highlights, wenn ein Burak Kaplan bei den Profis mittrainiert, dann einen Profivertrag bekommt, jetzt sogar zum Einsatz kommt und fast das Siegtor erzielt. Oder wenn ein Fabian Giefer die Jugend verlässt und ohne weiteres zum Vertreter von René Adler wird. Das sind schon tolle Geschichten.
Sind das dann auch alles Indizien, durch die man sich und die Strategie bestätigt fühlt?
Sicher, aber das war ja auch schon in den Jahren zuvor durchaus der Fall. Wir hatten fünf U19-Europameister dabei. Stefan Reinartz hat sich super entwickelt. Ein Marcel Risse, der ja durchaus noch mal zurückkommen könnte. Das sind ja auch Transferwerte, die da entstehen. Wir werden letztlich daran gemessen, dass wir in der Lage sind die Kaderplätze von 15 bis 22 aus dem eigenen Nachwuchs zu bestücken. Wenn wir auf die Mannschaftsleistungen zurückkommen, dann sind wir 2007 deutscher A-Jugendmeister geworden, 2008 deutscher A-Jugendpokalsieger und haben vielleicht jetzt in dieser Saison wieder die Chance, um die deutsche Meisterschaft mit der A- oder B-Jugend mitzuspielen.
Jetzt haben wir die ganze Zeit über die Männer gesprochen. Auch die Frauen fallen in Ihren Zuständigkeitsbereich. Da können sie auch sehr zufrieden sein...
Da kann man wirklich sehr zufrieden sein. Wir haben diese Entscheidung vor anderthalb Jahren getroffen, dass wir uns für den Frauenfußball öffnen. Die WM 2011 war da nur ein Punkt und nicht der Hauptgrund. Wir haben eine komplette Mannschaft übernommen und ihnen im Prinzip in der vergangenen Saison die Zeit gegeben, sich mit den Dingen auseinander zusetzen, die in einem solch großen Club eine Rolle spielen. Die Philosophie war von Anfang an klar, dass wir, wie bei den Profis auf junge, entwicklungsfähige Spieler gesetzt haben. Und dann gilt das gleiche, wie in der Jugend oder bei den Profis sowieso: Wenn wir als Bayer 04 starten, wollen wir auch Erster werden.
Es fällt wahrscheinlich sehr schwer bei Ihnen, aber was bleibt aus 2009 am Ehesten in Erinnerung?
Da gibt es in der Tat so viele schöne Momente. Es sind ja auch oft, die Kleinigkeiten, die da eine Rolle spielen. Ich könnte ein halbes Dutzend Spieler nennen, die sich richtig positiv entwickelt haben. Um ein Beispiel zu nennen, über das ich mich richtig gefreut habe. Vor anderthalb Jahren haben wir den Christoph Kramer geholt, eigentlich nur, weil wir gedacht haben, dass er schon mal bei uns war und sich immer toll aufgeführt hat. Jetzt ist er Kapitän der U19 und entwickelt sich so, dass er für einen Platz im Lizenzkader in Frage kommt. Solche Entwicklungen machen einfach richtig Spaß.
In diesem Jahr hat sich auch am Jugendzentrum Kurtekotten einiges getan. Wie fällt die Bilanz aus und gibt es weitere Pläne?
Also für uns ist ganz klar, dass die Errichtung des Kunstrasens, der ja alles andere als billig war, das war ein ganz großer Schritt für die tägliche Trainingsarbeit. Wir haben einen sensationellen Untergrund und sind eigentlich total wetterunabhängig. Wir sind im Vorfeld fast in ganz Europa rum gefahren und haben den ähnlichen Platz auch schon bei minus zwölf Grad gesehen. Da konnte man noch super drauf spielen und jetzt sind wir alle gespannt, wie wir über den Winter kommen. Jetzt ist die Zeit, wo man so einen Platz braucht und da können wir mit nahezu allen Mannschaften auf diesen Platz gehen. Das ist eine tolle Geschichte. Wie es dann weitergeht, das wird man sehen. Wir haben immer wieder Ideen zur ständigen Verbesserung.
Abschließend: Welche Ziele gibt es bei Ihnen für 2010?
Ganz klar, dass das neue Jahr nach Möglichkeit genauso läuft. Vor allem wünsche ich mir, dass wir erneut von schweren Verletzungen verschont bleiben. Wenn ich sehe, wie viele Kinder täglich zum Training kommen. Da kann im Training was passieren, aber in unserer Verkehrssituation können auch immer Unfälle geschehen. Mittlerweile fahren wir mit sechs Bussen und holen die Spieler von überall zu uns. Da hofft man immer nur, dass nichts passiert. Das ist mir das Wichtigste, dass alle gesund bleiben und die Atmosphäre am Kurtekotten einfach so positiv bleibt.