365 Tage mit der Werkself neigen sich dem Ende und es war ein ereignisreiches Jahr 2009. Allein mit der Bundesliga-Mannschaft gab es Heimspiele in Düsseldorf, das Pokalfinale in Berlin, die Rückkehr in die neue BayArena und letztlich die Herbstmeisterschaft. Die Winterpause nutzen wir, um aus verschiedenen Blickwinkeln auf dieses Bayer 04-Jahr zurückzuschauen. Heute mit Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der sich 2009 mit der neuen BayArena einen Traum erfüllte...
Mit dieser Bilanz kann man die Winterpause bei Bayer 04 ganz entspannt genießen: In der Bundesliga sicherte sich die Werkself ungeschlagen die Herbstmeisterschaft. Zudem überwintern auch die U19, die U17 und die Frauen von Bayer 04 auf dem ersten Tabellenplatz. Vor allem die zweite Jahreshälfte war sehr erfolgreich, doch in „Mein 2009“ betrachten wir das Gesamtjahr aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute mit Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser...
Herr Holzhäuser, wie fällt Ihr Fazit für das Gesamtjahr 2009 aus?
Geteilt. Das Jahr besteht ja aus der Rückrunde der alten Spielzeit und eben aus der Vorrunde der laufenden Saison. So betrachtet, fällt es schwer. Vielleicht würde man es als Schulnote mit einem „befriedigend“ ausdrücken. Mal schauen, was das nächste Jahr bringt.
Worin sehen Sie die Ursachen für die Leistungssteigerung der Mannschaft im Vergleich zur angesprochenen Rückrunde der vergangenen Saison?
Insgesamt ist die Mannschaft sicherlich gefestigter, als in der vergangenen Saison. Das liegt sicher daran, dass gerade die jungen Spieler inzwischen an Erfahrungen gewonnen haben. Sicherlich spielt dann auch der eine oder andere Neue, ob das Sami Hyypiä, Eren Derdiyok oder Daniel Schwaab ist, eine Rolle. Damit haben wir Positionen mindestens ergänzt, die zuvor etwas dünner besetzt hatten.
Diese Mannschaft wurde über mehrere Jahre aufgebaut und sinnvoll ergänzt. Wie wichtig ist nun das Erreichen des internationalen Geschäfts im Sommer?
Wir haben uns vor einigen Jahren ganz konkret eine gewisse Strategie zu Recht gelegt, mit jungen, möglichst hochtalentierten Spielern eine Mannschaft zusammen zubauen, die über die Jahre drei, vier ihr Potenzial ausschöpfen kann. Wir sind jetzt in der Tat an dem Punkt, dass wir die Früchte von dem ernten wollen, was wir damals gesät haben. Wenn das mit dem Erreichen des internationalen Geschäfts in dieser Saison erneut nicht gelingt, müssen wir uns Gedanken machen. Dann wird es schwerer werden, dieses Rad so zudrehen, wie wir das die vergangenen ein, zwei Jahre gemacht haben.
Welches Spiel aus diesem Jahr war Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?
Das waren eigentlich zwei Halbzeiten von zwei Spielen. Das Spiel auf Schalke war in der ersten Hälfte eine hervorragende Leistung der Mannschaft, sowohl taktisch als auch spieltechnisch. Ähnlich gut war die erste Halbzeit in München gegen den FC Bayern. Das waren meine persönlichen Highlights, leider nur jeweils eine Halbzeit.
Ein anderes Highlight war natürlich die Fertigstellung der BayArena. Wie fällt da die Bilanz aus?
Die BayArena hat sich allein schon deshalb ausgezahlt, weil wir noch kein Heimspiel verloren haben. Wir haben ja zum Teil auch begeisternde Spiele gesehen, was aber sicher eher auf die Qualität der Mannschaft zu schieben ist. Es ist unter dem Strich einfach schöner, wenn man wieder zuhause ist. Die Zuschauer akzeptieren die neue BayArena. Wir haben einen Schnitt von 28.000 bis 29.000 Zuschauern und das in einer relativ kleinen Stadt mit 160.000 Einwohnern. Ich meine, das ist eine ganz gute Leistung.
Auch die Frauen von Bayer 04 haben eine tolle Hinrunde gespielt und es scheint so, als wenn die Mannschaft in diesem Jahr den Aufstieg schaffen könnte...
Das haben wir der Mannschaft in dieser Saison eigentlich noch gar nicht zugetraut. Wir verfolgen da die gleiche Strategie wie bei den Männern im Jahr 2004/05. Junge, hochtalentierte Spielerinnen wollen wir verpflichten, um dann letztlich im dritten oder vierten Jahr eine Mannschaft zu haben, die in der Bundesliga mitspielen. Wenn der Aufstieg in dieser Saison gelingt, dann gelingt er eben.
Welche Wünsche haben Sie für das Jahr 2010?
Also ich würde gerne dem Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG im letzten Jahr seiner Tätigkeit die Meisterschale geben. Das ist mein persönlicher Wunsch, ob das machbar ist, wird sich zeigen.
bayer04.de