"Mein 2009" mit Jupp Heynckes

  • 21.12.2009 | Leverkusen

    365 Tage mit der Werkself neigen sich dem Ende und es war ein ereignisreiches Jahr 2009. Allein mit der Bundesliga-Mannschaft gab es Heimspiele in Düsseldorf, das Pokalfinale in Berlin, die Rückkehr in die neue BayArena und letztlich die Herbstmeisterschaft. Die Winterpause nutzen wir, um aus verschiedenen Blickwinkeln auf dieses Bayer 04-Jahr zurückzuschauen. Heute mit Jupp Heynckes, der Cheftrainer stellte mit der Werkself einen neuen Startrekord auf..

    Mit dieser Bilanz kann man die Winterpause bei Bayer 04 ganz entspannt genießen: In der Bundesliga sicherte sich die Werkself ungeschlagen die Herbstmeisterschaft. Zudem überwintern auch die U19, die U17 und die Frauen von Bayer 04 auf dem ersten Tabellenplatz. Vor allem die zweite Jahreshälfte war sehr erfolgreich, doch in „Mein 2009“ betrachten wir das Gesamtjahr aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute zum Start mit Bayer 04-Cheftrainer Jupp Heynckes...

    Herr Heynckes, 2009 sind Sie als Trainer in die Bundesliga zurückgekehrt. War das für Sie selbst auch ein wenig überraschend, wie das Jahr verlaufen ist?
    Natürlich war das alles überraschend. Einmal das Angebot vom FC Bayern, noch mal die Mannschaft für fünf Spieltage zu betreuen und danach das Engagement hier bei Bayer 04. Das war alles nicht vorauszusehen, aber ich denke, dass ich eine richtige Entscheidung getroffen habe. Die Hinrunde hat gezeigt, dass wir nicht nur erfolgreich Fußball spielen können, sondern dass Bayer 04 auch eine klasse Mannschaft im zwischenmenschlichen Bereich hat. Das macht Spaß täglich mit den Jungs auf dem Trainingsplatz zu stehen und zu arbeiten.

    Die Herbstmeisterschaft bedeutet Ihnen nicht soviel. Trotzdem ist das eine Hinrunde, die man sich einrahmen kann, oder?
    Wichtig ist die Spitzenposition in der Liga. Für den Herbstmeistertitel bekommt man nichts. Aber Platz eins, dass wir uns oben behauptet haben und dass wir zum Abschluss so ein schwieriges Spiel wie gegen Mönchengladbach gewonnen haben, das spricht für die Moral, spricht für die Einstellung und auch für den Ehrgeiz der Mannschaft. Sie hat in dieser Hinrunde gelernt, Spiele die gegen uns liefen entweder unentschieden zu gestalten oder umzubiegen. Und nur dann kann man letztlich Erfolg im Fußball haben.

    Es war eine tolle Hinrunde. Jetzt darf man sich schon auf die Rückrunde freuen, wenn dann auch Renato Augusto, Simon Rolfes und Patrick Helmes wieder dabei sind. Was darf man da von Bayer 04 erwarten?
    Das wird in der Rückrunde sicher noch schwieriger. Denn wir sind Tabellenführer und viele Mannschaften haben Respekt vor uns. Da ist es wichtig, dass wir qualitativ wieder mehr Potenzial, mehr Alternativen haben. Wenn dann noch mal die eine oder andere Verletzung passieren sollte, können wir das kompensieren. Man muss natürlich abwarten, aber ich denke, dass wir auch in der Rückrunde erfolgreich sein werden. Wir gehen aber nicht davon ab, dass wir einen europäischen Tabellenplatz erreichen wollen.

    Die Winterpause ist nur sehr kurz. Am 16. Januar steht bereits das erste Spiel wieder an. Ist das ein Problem?
    Also ich kenne das ja aus Spanien. Da wird teilweise schon am 5. oder 6. Januar wieder gespielt. Aber für den einen oder anderen Trainer in der Bundesliga wird das sicher Neuland sein. Wir fangen am 2. Januar wieder an. Die Spieler haben natürlich ein Trainingsprogramm mitbekommen. Ich hatte auch überlegt, etwas früher anzufangen, aber es ist wichtig, dass die Spieler sich bei ihren Familien regenerieren und vor allem auch die Jahreswende bei ihren Familien sind.

    Wenn man auf die 17 Spiele zurückschaut, was wann dann ihr Highlight?
    Ich denke, dass das erste Heimspiel gegen Hoffenheim ein sehr wichtiges Spiel war. Die Mannschaft hat da sehr diszipliniert gespielt und 1:0 gewonnen gegen eine Hoffenheimer Mannschaft, die normalerweise sehr stark ist. An dem Tag waren wir eindeutig die bessere Mannschaft, haben hinten in der Defensive nichts zugelassen und eben gewonnen. Das war so eine Initialzündung für meine Spieler. Da haben sie gemerkt, man muss erstmal zu Null spielen und Defensiv gut stehen, um dann nach vorne erfolgreich Fußball spielen zu können.

    Welche Ziele und Wünsche haben Sie für das Jahr 2010, nicht nur sportlich?
    Sportlich natürlich, dass wir auch so eine Rückrunde mit der Qualität in unserem Spiel spielen. Persönlich wünsche ich mir, dass meine Familie gesund bleibt, dass ich gesund bleibe und dass ich auch immer wieder die Kraft habe, um meinen Job so ausführen, wie es sein muss. Es ist heute sehr anspruchsvoll Trainer eines Bundesligisten zu sein und das ist manchmal schon ein wenig stressig.

    bayer04.de

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