"Kies" nach der Null ganz glatt

  • VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009

    (RP) Wenn Leverkusens Torjäger Stefan Kießling nicht trifft, trifft keiner. Toni Kroos und Arturo Vidal vergeben bei der Nullnummer gegen Werder Bremen die beiden besten Gelegenheiten. Bayer richtet sich ein mit dem Remis.

    Renato Augusto hat es ja am Morgen noch mal probiert – voller Hoffnung, am Abend den Kollegen seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen zu können. Ging aber nicht. Das bei einer falschen Drehung blessierte Knie hielt keiner Belastung stand. Und so fuhr der Brasilianer nach dem Test zurück ins Leverkusener Mannschaftsquartier nach Langenfeld – voller Trauer. Daher hat es Toni Kroos in der Partie gegen Werder Bremen auf rechts probieren dürfen, und da lagen in der ersten Hälfte einer kaum das Publikum berührenden Partie Welten zwischen Renato und dem stets als großes Talent gepriesenen Ex-Münchner. Kroos wird stets gehegt, gepflegt, mit Nachsicht behandelt. Doch er präsentierte sich die meiste Zeit als Schlafmütze. Und dass er die erste große Chance zu Bayers Führung vergab, kam erschwerend hinzu. Das könnte die Schlüsselszene gewesen sein bei diesem Unentschieden.

    Es gibt natürlich einige Gründe mehr, warum die Leverkusener bei diesem 0:0 gegen den Pokalsieger ihre Saisonbilanz nicht um den fünften Sieg im sechsten Spiel zu bereichern vermochten. Nicht minder schwer wie Renatos Absenz fiel Eren Derdiyoks Sperre ins Gewicht. Denn die Leverkusener müssen wohl Abschied nehmen von dem Gedanken, Theofanis Gekas würde noch etwas reißen bei Bayer. Der Grieche mühte sich, aber er lief eine Dreiviertelstunde meist herum ohne Orientierung. Stefan Kießling rieb sich bei seinem Parforce-Ritt durch alle MannschaftsAbteilungen helfend auf. Und er, der gleich in der Kabine den Bart abnahm, weil ihm das sechste Tor hintereinander nicht glücken mochte, resümierte: "Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein."

    Bei der akuten Personalnot schien es eine vernünftige Strategie des Trainers zu sein, der in der Pause Lars Bender für Gekas ins Gefecht schickte. An der Nullnummer freilich hätte Arturo Vidal leicht was ändern können bei seiner Möglichkeit nicht lange vor dem Ende: Der Chilene wollte frei vor Bremens Schlussmann Wiese nach dem Pass von Kroos locker lupfen, den Ball aber griff sich Bremens Nr.1 ohne Mühe. Einen ganz kleinen Gewinner hat es dennoch gegeben an diesem Abend: Debütant Bender machte jedenfalls im Außendienst mehr Betrieb als Kroos zuvor an gleicher Stelle. "Ich habe mich sehr gefreut über mein Bundesliga-Debüt", sagte der Ex-Sechziger aus München. Und Jupp Heynckes hatte das auch gefallen. "Durch ihn haben wir im Mittelfeld mehr Stabilität bekommen", sagte Bayers Trainer, sichtlich mitgenommen und im Bewusstsein, dass sich sein Personal unter einer hemmenden Anspannung wegen der vielen Ausfälle bewegt hatte.

    RP Online

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