Neue BayArena - Ein echter Hingucker

  • Von RENÉ DENZER, 11.08.09, 08:47h

    Nach Aufregung und Schreckmomenten wegen eines Alarms lief alles glatt: Die neue Arena von Bayer Leverkusen besteht den Testlauf. Die für 73 Millionen Euro ausgebaute Arena bietet 30 000 Besuchern Platz.

    LEVERKUSEN - Ein banger Blick nach oben. Halten die Lautsprecher, was sie versprechen. Was ist mit den Videoleinwänden? Reinhard Scheck ist optimistisch: „Es wird alles glatt laufen.“ Und der technische Leiter der BayArena behält Recht, es läuft alles glatt. Es ist 19.04 Uhr, als Stadionsprecher Klaus Schwenkmann die Fans in der neuen Leverkusener Fußball-Arena begrüßt. Von den beiden neuen Videotafeln liefert das clubeigene Fernsehen gestochen scharfe Bilder. Für Petra Pittidal von BayArena-TV ist heute Premiere. „Das ist nicht nur für uns, sondern auch für unsere Fans eine spannende Sache.“

    Eine halbe Stunde zuvor stehen rund 1200 Anhänger der Werkself noch vor verschlossenen Toren. Eine Passantin fragt verwundert, was denn los sei. „Das neue Stadion wird eingeweiht“, ruft ihr ein Mann entgegen. 18 Monate nach dem Umbau der Fußball-Arena wird mit dem Spiel der Leverkusener Amateure gegen den Verbandsligisten SV Schlebusch der Ernstfall für die am Samstag stattfindende Bundesliga-Partie der Bayer-Profis gegen die Mannschaft aus Hoffenheim geprobt.

    In einer der ersten Reihen vor den noch verschlossenen Toren steht der neunjährige Marius Hartel mit seiner Mutter Simone und wartet ungeduldig auf den Einlass. Endlich 18.30 Uhr, die Tore auf der Westseite des Stadions öffnen sich. Marius hält seine Eintrittskarte unter den Scanner. Grünes Licht. Rasch durch das Drehkreuz und Marius ist einer der ersten, der das neue Stadion betritt. Von außen sehe die neue Spielstätte seines Lieblings-Clubs schon mal klasse aus, ist der kleine Dauerkarten-Inhaber begeistert. Während seine Mutter die neue BayArena-Card auflädt, mit der künftig im Stadion bargeldlos Bratwurst und Bier bezahlt werden können, fällt Marius sofort ein Detail ins Auge: Ein Schild auf dem steht, dass Rauchen auf der Tribüne verboten ist. Marius grinst und läuft zu seiner Mutter. Mit leuchtenden Augen betritt er das Innere des Stadions. „Das sieht total schön aus mit dem Oberrang. Ich bin zufrieden“, sagt der Neunjährige stolz. Auch seine Mutter Simone ist angetan. „Das sieht schon alles sehr chic aus.“ Besonders das Dach sei ein echter Hingucker.

    Ein Hingucker mit einem Durchmesser von rund 217 Metern. Auf der Osttribüne auf den roten Sitzen hebt sich der schwarze Schriftzug Bayer 04 ab. Baustaub liegt noch auf den Sitzen. „Bis zwei Stunden vor Spielbeginn haben wir noch an der Anzeigetafel gearbeitet“, sagt Reinhard Scheck. Auch in Sachen Beschallung mussten die letzten Handgriffe getan werden. Aber alles laufe nach Plan. Bis auf die kleine Sache am Nachmittag: „Da gab es einen Schreckmoment, als in einem Verkaufsstand der Grill angeworfen wurde“, erzählt Scheck. Die Lüftungsanlage habe nicht richtig funktioniert, dadurch sei Alarm ausgelöst worden und die Feuerwehr sei herbeigeeilt. „Der Alarm hat jedenfalls funktioniert“, scherzt Scheck. Insgesamt sind die Verantwortlichen zufrieden. „Es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Kommunikationsdirektor Meinolf Sprink.

    73 Millionen Euro hat der Verein in den Umbau investiert. 2800 Tonnen Stahl wurden verbaut und rund 1500 Kilometer Kabel verlegt. 30 000 Fans können nun vom aufgestockten Tribünenbereich mit neuem Oberrang ihrer Mannschaft zu jubeln. Das tun die Fans auch beim gestrigen Testlauf noch etwas verhalten, obwohl es vier Tore beim 4:0 für die Bayer-Amateure zu feiern gibt. Feiern möchte in der BayArena auch der 20-jährige Justin. Allerdings ist er Fan des 1. FC Köln und beim Testlauf nur dabei, „um zu schauen, wo wir demnächst gewinnen werden“.

    http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895314187.shtml