Leverkusen – Es sollte in der sportlichen Krise „alles auf den Tisch kommen. Restlos.“ Und so war am Dienstag bei Bayer Leverkusen der Tag der vielen Gespräche.
Neueste Meldungen › Mehr aus Fußball › Doch wer bereits mit der Demission von Trainer Bruno Labbadia gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Die Entscheidung sei vertagt, hieß es.
Stattdessen geraten plötzlich Bayers Geschäftsführer und Sportdirektor in Erklärungsnot. Doch der Reihe nach...
Bereits Dienstagmorgen trafen sich Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Sportchef Rudi Völler, berieten natürlich auch über die Zukunft von Labbadia.
Schon machten ersten Gerüchte von einer Trennung vom Trainer die Runde. „Wir haben Punkte herausgefiltert, die es nun abzuarbeiten gilt“, meinte Holzhäuser. Er kündigte „eventuelle Entscheidungen“ bis Ende der Woche an.
Anschließend setzte sich Völler mit Labbadia zusammen, während Holzhäuser zur Geschäftsstelle in der BayArena fuhr. Um 12.30 Uhr traf dort Bayers Kommunikationschef Meinolf Sprink ein, 50 Minuten später fuhr auch Völler vor. Von Labbadia war nichts zu sehen, er war bei seiner Familie in Dansweiler.
Vieles deutete nun auf eine offizielle Verlautbarung der Beurlaubung des Trainers hin, der die sportliche Ziele der Saison (Qualifikation für das internationale Geschäft) verfehlt hatte, der ein zerrütteltes Verhältnis zur Mannschaft hat und zudem mit Manager Michael Reschke im öffentlichen Zoff liegt.
Doch so leicht geht das nicht bei Bayer. Der fünfköpfige Gesellschafterausschuss und Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, hinterfragen nun auch die sportliche Führung des Klubs um Holzhäuser, Völler und Reschke Sie wollen Erklärungen, warum erneut (nach Platz sieben im Vorjahr) eine Spielzeit in den Sand gesetzt wurde und warum wieder ein Trainer nach nur einer Saison entlassen werden soll.
Sprink sagte dem EXPRESS: „Die Situation wird genau analysiert. Ein Ergebnis kann noch Tage dauern.“