Von Ulrich Klein, 15.05.09, 22:35h
Mit Bayer Leverkusen hat er das Pokalfinale erreicht, doch plötzlich hieß es bei einem Internetanbieter, Bruno Labbadia würde nach Kaiserslautern wechseln. Beide Vereine wissen allerdings von nichts.
LEVERKUSEN - Die Überschrift hatte es wahrlich in sich: „Labbadia vor dem Aus?“, lautete die Schlagzeile einer Meldung, die das Deutsche Sportfernsehen (DSF) in seinem Videotext gestern unters deutsche Fußballvolk streute. Die Münchner beriefen sich dabei auf die vermeintlichen Recherchen eines Internetportals namens „goal com“, deren Mitarbeiter wissen wollten, dass der Trainer von Bayer Leverkusen am Ende der aktuellen Saison seinen Spind an der Dhünn räumen müsse und heute das letzte Heimspiel mit Bayer gegen Borussia Mönchengladbach erlebe. Und das sogar unabhängig vom Ausgang des Pokalfinales gegen Werder Bremen Ende Mai. Doch damit nicht genug: Angeblich sollte der Fußball-Lehrer ab der kommenden Saison die Zweitligafußballer des 1. FC Kaiserslautern betreuen.
Die Antwort auf die brisante Botschaft kam freilich schneller als der ICE. „Das ist totaler Unsinn, völlig an den Haaren herbei gezogen“, schnaubte Rudi Völler ehrlich empört. Leverkusens Sportdirektor ärgerte sich vor allem darüber, dass das DSF auf die Meldung „eines Internetportals angesprungen war, das bisher kein Mensch kennt“ und ergänzte: „Für mich ist es ein absoluter Witz, dass wir solche Dinge dementieren müssen. Da hat vielleicht ein 18-jähriger Student gesessen und so ein Ding ohne jeden Hintergrund auf den Markt geworfen“, ärgerte sich Völler, der hofft, „dass wir noch einige Jahre mit Bruno Labbadia zusammenarbeiten werden“.
Und auch in Kaiserslautern verwies man ein Engagement des Ex-FCK-Stürmers ins Reich der Fabel: „Diese Meldung entbehrt jeglicher Grundlage. Wir haben keinen Kontakt zu Bruno Labbadia aufgenommen“, sagte Lauterns Vorstandsboss Stefan Kuntz kategorisch.
Derweil reagierte Völler gelassen auf die Aussagen von Tranquillo Barnetta, der zuletzt seinen Stammplatz bei Bayer an Toni Kroos verloren hatte. Der Schweizer Nationalspieler machte sich in verschiedenen Gazetten Luft und erklärte unter anderem „dass ich mir das noch drei Wochen anschaue“ und sprach „von großen Chancen, dass ich Bayer im Sommer verlasse“. Völler darauf kühl: „Er hat zuletzt nicht gerade stark gespielt und bei uns einen Vertrag bis 2010. Sollte aber ein lukratives Angebot kommen, können wir uns zusammensetzen.“
Mögliche Aufstellungen:
Leverkusen: Adler; Castro, Friedrich, Sinkiewicz, Kadlec; Rolfes; Renato Augusto, Kroos, Barnetta (Schwegler); Helmes, Kießling - Mönchengladbach: Bailly; Stalteri, Brouwers, Dante, Daems; Pauwe, Levels (Marin); Bradley; Baumjohann, Colautti, Matmour - Schiedsrichter: Perl (Pullach).
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