In seiner Zeit bei Werder Bremen blickte Simon Rolfes zu Torsten Frings auf. Doch die Zeiten ändern sich: Rolfes ist jetzt der unumstrittene Anführer beim Tabellenzweiten.
Von ALEXANDER HAUBRICHS
Bremen – In seiner Zeit bei Werder Bremen blickte Simon Rolfes zu Torsten Frings auf. Der jetzt fast 32-Jährige war der große Star, der blonde Leverkusener trug die Bälle. Doch die Zeiten ändern sich: Rolfes ist jetzt der unumstrittene Anführer beim Tabellenzweiten – und im Nationalteam eine echte Alternative für Bundestrainer Joachim Löw.
Beim letzten Länderspiel gegen Wales saßen beide auf der Bank, aber in der Liga kommt Simon Rolfes bisher auf die besseren Werte. Zwar schoss „Lutscher“ Frings ein Tor mehr. Aber Rolfes kommt im Gegensatz zum Bremer Vorkämpfer noch auf zwei Torvorlagen.
Außerdem hat er eine deutlich bessere Zweikampf-Quote, gewann 63 Prozent aller Duelle (Frings: 55 Prozent). Das zeigt: Der Bremer ist vielleicht bei Löw nicht ganz zu Unrecht Reservist.
Die Zahlen im Überblick:
Torsten Frings Simon Rolfes
8 Spiele 9
2 Tore 1
0 Torvorlagen 2
55 % Gewonnene Zweikämpfe 63 %
„Ich habe Simon nicht umsonst zum Kapitän gemacht. Er ist unser Stratege, ein echter Anführer. Wenn er jetzt dranbleibt, wird er sich bei Löw festspielen“, glaubt sein Trainer Bruno Labbadia. Seine Qualitäten will Rolfes, der von 1999 bis 2004 in Bremen unter Vertrag stand, auch im direkten Duell am Dienstag an der Weser unter Beweis stellen. „Ich habe keine großartigen emotionalen Beziehungen zur Bremer Mannschaft. Ich habe mit Frings und Pizarro mal trainiert. Aber das war es dann auch schon.“
Der Bayer-Kapitän kündigt einen Kampf mit offenem Visier an. „Die letzten beiden Spiele waren eher von Taktik geprägt, wir haben nicht mehr so schön gespielt. Aber Werder spielt auch nach vorne, da werden wir unsere Räume bekommen.“
Und so kann man für das Spiel einiges an Spektakel erwarten. „Bremen bevorzugt genau wie wir das Offensivspiel. Da ist es nicht zu verhindern, dass man auch mal Tore kassiert“, sagt Trainer Bruno Labbadia, der vor dem Gegner warnt. „Von Schwäche sehe ich da nichts. Auch wenn sie ein paar Punkte liegen gelassen haben: Die Bremer werden um den Titel mitspielen.“