Labbadia und Bayer: Das passt

  • sportal.de tippte Leverkusen vor der Saison als eines der spielstärksten Teams der Bundesliga auf den dritten Platz. Insbesondere mit der ersten Halbzeit beim 5:2-Sieg gegen den entthronten Spitzenreiter Hoffenheim machte Bayer deutlich, was man spielerisch von dieser Truppe erwarten darf.


    Vor 22.000 Zuschauer in der Baustelle BayArena erzielten Karim Haggui (8.), Manuel Friedrich (17.) Stefan Kießling (36./85.) und Tranquillo Barnetta (83.) die Tore für die Werkself, durch Tore von Vedad Ibisevic (20.) und Sejad Salihovic (53.) hielt der Aufsteiger das Spiel zumindest vom Ergebnis her lange offen.


    Rangnick lässt das junge Team unverändert


    Beide Trainer hatten nach dem letzten Spieltag wenig Grund, ihre Elf zu verändern, einzig Bayer-Coach Bruno Labbadia wurde durch die Verletzung von Gonzalo Castro gezwungen. Für den Rechtsverteidiger rückte Karim Haggui als Manndecker in die Startelf, Neuzugang Henrique musste stattdessen auf der rechten Seite ran.




    Als Tabellenführer angereist, änderte TSG-Übungsleiter Ralf Rangnick nichts an seiner Stammformation, Olympia-Teilnehmer Chinedu Obasi fehlte verletzt und so startete Hoffenheim erneut mit einem Durchschnittalter von 22,5 Jahren.



    Probleme im Luftkampf


    Vor dem Spiel waren sich alle einig, dass der Auftritt in Leverkusen der erste echte Härtetest für den Aufsteiger wird - nach einer Viertelstunde war klar, warum: Die Heimelf erwischte den wesentlich besseren Start und setzte Hoffenheim von der ersten Minute an unter Druck.


    Nationalspieler Patrick Helmes, mit zwei Treffern stark in die Saison gestartet, hatte die erste große Chance des Spiels, nach einer flachen Hereingabe von Kießling säbelte der Neuzugang jedoch über den Ball (6.). Doch bei der nächsten Aktion zappelte der Ball im Netz: Nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta setzte sich Haggui gleich gegen zwei Hoffenheimer Abwehrspieler durch und köpfte per Bogenlampe über Keeper Ramazan Özcan hinweg ins lange Eck (8.).


    Der Leverkusener Sturmlauf ging weiter, erneut Helmes hatte den zweiten Treffer auf dem Fuß, verzog aber knapp (11.). Die optische Überlegenheit der Werkself war zu diesem Zeitpunkt sehr deutlich, Hoffenheim schaffte es nicht sich zu befreien, geschweige denn selbst gefährliche Angriffe zu fahren.


    Völlig verdient legte Bayer dann auch nach und wieder hatten die Gäste Probleme mit der Zuordnung bei einem ruhenden Ball. Nach einer Ecke kümmerte sich niemand um die aufgerückten Innenverteidiger Friedrich und Haggui, Friedrich war schneller als sein Teamkollege und köpfte freistehend ein (17.).


    Ibisevic hat einen Lauf


    Völlig überraschend schafften die Gäste mit ihrer ersten guten Gelegenheit den Anschlusstreffer, und auch hier war Köpfchen im Spiel. Mittelfeldspieler Sejad Salihovic kam über die linke Seite und nach dessen Flanke wurde auch Vedad Ibisevic sträflich allein gelassen, bei seinem vierten Saisontor hatte der Bosnier keine Probleme einzuköpfen (20.).


    Doch Leverkusen ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen, die Labbadia-Elf zeigte weiter tollen Offensivfußball. Im Gegensatz zum ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund (2:3) klappte auch die Aufteilung im Mittelfeld wesentlich besser, Simon Rolfes als einziger Sechser vor der Abwehr hatte sich besser auf seinen neuen Job eingestellt.


    Nachdem Kießling die große Chance zur erneuten Zwei-Tore-Führung zunächst noch liegen ließ (27.), machte er es in der 36. Minute besser. Wieder nach einer Ecke staubte der Stürmer nach einem Kopfball von Constant Djakpa aus kurzer Distanz ab.


    Kurze Hoffnung für Hoffenheim


    Nach der Pause, in der Rangnick Selim Teber für den angeschlagenen Tobias Weis brachte, zeigten die Hoffenheimer dann aber immer mehr, warum zu Beginn der Spielzeit zwei überzeugende Siege und die Tabellenführung heraussprangen. In der Defensive stand die TSG wesentlich sicherer und ließ Bayern nicht mehr soviel Platz zum Kombinieren und auch das Spiel in die Spitze wurde gefährlicher.


    Barnetta hätte zwar das vierte Tor für Leverkusen machen können (52.), doch gejubelt wurde auf der anderen Seite. Djakpa foulte Ibisevic im Strafraum und Salihovic verwandelte den berechtigten Strafstoß sicher zum Anschlusstreffer (58.).


    Doch wer jetzt einen Sturmlauf der offensiven Hoffenheimer erwartet, wurde getäuscht. Die Werkself wachte rechtzeitig wieder auf und ließ die Gäste nicht mehr so zur Entfaltung kommen, insgesamt war das Spiel nicht mehr ganz so attraktiv wie noch in Halbzeit eins. Viel spielte sich Mitte des zweiten Durchgangs im Mittelfeld ab, Chancen waren Mangelware.


    Zwei späte Tore


    Das änderte sich in der Schlussphase, als Bayer nochmals zwei Schippen drauflegte. Barnetta, der zuvor zwei Assists sammeln konnte, nahm aus der zweiten Reihe Maß und ließ Özcan mit einem platzierten Schuss keine Chance (83.). Nur zwei Minuten später profitierte Kießling, der diesmal Helmes in den Schatten stellte, von der exzellenten Vorarbeit des eingewechselten Theofanis Gekas, der Nationalspieler brauchte aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben.


    Mit diesem Erfolg, der letztlich etwas zu hoch ausfiel, rückte Leverkusen auf den vierten Platz vor, der Aufsteiger musste zwar diesmal Lehrgeld zahlen, steht mit den sechs Punkten auf Rang fünf aber weiterhin sehr gut da.


    Marcus Krämer

    RENATO AUGUSTO



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