Pessimisten mag Böses geschwant haben, als Stuttgarts Thomas Hitzlsperger nach nur fünf Minuten allein vor Torhüter Benedikt Fernandez auftauchte. Doch Bayers junger Torhüter behielt in diesem Duell die Oberhand, und der VfB Stuttgart sollte in den gesamten folgenden 85 Minuten nur noch eine weitere gute Torchance bekommen.
Bruno Labbadia gab derselben Elf, die gegen den BVB zum Saisonstart 2:3 verloren hatte, das erneute Vertrauen. Zu Recht, denn die Spieler im Bayer 04-Trikot brannten darauf, die ersten Punkte einzufahren.
Besonders auffällig vor der Pause: Renato Augusto. Der dribbelstarke Brasilianer tunnelte Osorio, VfB-Schlussmann Lehmann hatte doch einige Mühe mit dem Schrägschuss (4.), bevor Fernandez gegen Hitzlsperger gefordert war.
Bayer setzte den VfB mit frühem Pressing schwer unter Druck, Stuttgart gelang es kaum, sich spielerisch zu befreien. Bayer provozierte viele Ballverluste der Schwaben und erspielte sich Chance auf Chance.
Wieder trifft Helmes
Der erneut gute Patrick Helmes scheiterte an Lehmanns linker Hand, Friedrichs Kopfball klärte Boka nach der folgenden Ecke auf der Linie (10.). Gonzalo Castro hätte Lehmann fast mit einem Schuss ins Torwarteck überrascht, Helmes setzte einen Fernschuss einen Meter zu hoch an. 9:2 führte Bayer nach Torschüssen nach kaum einer halben Stunde.
Das fällige 1:0 ging auf das Konto von Helmes. Arturo Vidals Hereingabe von links drückte der Stürmer mit dem linken Fuß aus sechs Metern über die Linie (35.). Kurz vor der Pause doch noch mal der VfB: Marica verzog einen Rückpass vom Ex-Leverkusener Jan Simak.
Stuttgart kam mit mehr Schwung und Zug zum Tor aus den Kabinen, und Mario Gomez hätte früh ausgleichen können. Hitzlspergers weiten Ball auf den zweiten Pfosten nahm der Nationalstürmer runter, schob ihn aber haarscharf am langen Eck vorbei (52.).
Spiel unter Kontrolle
Ein Strohfeuer, mehr kam nicht vom VfB. Bayer hatte wenig Mühe, das Spiel durch viel Laufarbeit und taktisches Geschick zu kontrollieren. Und natürlich häuften sich die Konterchancen.
Helmes zog am langen Eck vorbei, aber der eingewechselte Theofanis Gekas machte das Tor: Eine Kombination über Stefan Kießling und Castro endete bei dem Griechen, der aus zehn Metern hoch vollstreckte (78.).
Jetzt gegen den Spitzenreiter
Der K.o.-Schlag, dem Stuttgart auch keine Schlussoffensive mehr entgegenzusetzen hatte. „Wir hatten Stuttgart jederzeit im Griff und haben verdient gewonnen. Die ganze Mannschaft war sehr gut“, lobte Rudi Völler.
Jetzt kommt der Spitzenreiter in die BayArena; mit einem Sieg über 1899 Hoffenheim könnte Bayer nächsten Samstag den Anschluss nach oben endgültig herstellen.
VfB Stuttgart: Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Pardo - Hilbert, Hitzlsperger - Simak - Gomez, Marica
Bayer 04: Fernandez - Castro, M. Friedrich, Henrique, Djakpa - Rolfes - Renato Augusto, Vidal, Barnetta - Helmes, Kießling
Tore: 0:1 Helmes (35.), 0:2 Gekas (79.)
Einwechslungen: 46. Bastürk für Hilbert, 62. Schwegler für Barnetta, 67. Lanig für Hitzlsperger, 74. Gekas für Helmes, 80. Ljuboja für Boka, 82. Dum für Renato Augusto
Gelbe Karten: Pardo - Rolfes, Djakpa, Kießling, Castro
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees