Erfolgs-Flüsterer Das Bayer-Märchen geht weiter

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    Das Bayer-Märchen geht weiter
    Von ALEXANDER HAUBRICHS Leverkusen
    Begeistert lehnte er sich zurück und breitete seine Arme aus, als ob er neben Musterschüler Stefan Kießling die ganze Welt umarmen wollte.

    Leverkusens Trainer Michael Skibbe kam nach dem 1:0-Erfolg in Unterzahl gegen Sparta Prag aus dem Strahlen nicht heraus: „Ich bin so stolz. Das war eine ganz tolle Leistung. Jetzt können wir es in Europa mit jedem aufnehmen.“

    Vier Bundesliga-Siege in Folge mit dem Sprung auf Platz 4, dazu die vorzeitige Quali für die Runde der letzten 32. „Wir hatten schon gute Phasen. Aber nie hatte die Mannschaft mehr Substanz als heute“, sagt Skibbe.

    Und das ist auch sein Werk. „Keine Frage, Michael Skibbe leistet hier tolle Arbeit. Zwar gibt es immer mal ein paar lange Gesichter, wenn jemand mal nicht spielt. Aber der Umgang zwischen Mannschaft und Trainerteam ist von sehr viel Respekt getragen. Das ist eine Gemeinschaft, die zusammen etwas erreichen will“, sagt Sportchef Rudi Völler.

    Der Trainer – bei der EM 2004 als Fehler-Flüsterer Völlers verrufen, ist längst Bayers Erfolgs-Flüsterer geworden. „Die Entwicklung der jungen Spieler unter ihm ist äußerst positiv“, sagt Völler. Und Manager Michael Reschke fügt an: „Wenn es nach mir geht, kann er noch fünf Jahre unser Trainer bleiben. Mindestens!“

    Die Profis hätten damit offenbar keine Probleme. „Der Trainer weiß, wie er mit uns umgehen muss, er findet immer den richtigen Ton“, sagt Jung-Nationalspieler Gonzalo Castro. Keeper René Adler schwärmt: „Spielerisch können wir es mit jeder Mannschaft aufnehmen.“

    So eilt Bayer von Sieg zu Sieg. Und trotzdem bleibt Skibbe auf dem Boden. Dass Manuel Friedrich auf dem Zaun schon sang „Wir holen den U-Uefa-Cup und wir werden Deutscher Meister.“ will der Coach nur als Gruß an die Fans gelten lassen.

    „Geträumt wird nicht. Bayern, Bremen und Hamburg sind ganz schön konstant und uns noch einen Schritt voraus“, sagt der Coach. Das soll sich aber ändern. Skibbe: „In spätestens zwei Jahren wollen wir ganz oben angreifen.“