Vratislav Gresko - Bayers größter Schauspieler
In der slowakischen Heimat ist der Linksverteidiger Theater-Chef. Bei Bayer sicherte er sich einen Stammplatz.
Vratislav Gresko hat schon viel erlebt. „Vor allem Umzüge. Das bringt der Job halt mit sich“, sagt der slowakische Nationalspieler.
Der 30-Jährige war 1999 von Bratislava zu Bayer gekommen, wechselte danach nach Mailand, Parma, Blackburn und holte schließlich mit dem Gegner am Mittwoch 1. FC Nürnberg den DFB-Pokal.
Doch was kaum einer weiß: Wann immer es geht, zieht es Gresko nach Tajov, rund 210 Kilometer nordöstlich von Bratislava. Dort er nämlich Theater-Chef.
„Das Theater ist meine Leidenschaft. Ich liebe Komödien, es macht mich froh, wenn die Leute lachen“, sagt Gresko. Deshalb kaufte er das Wohnhaus des berühmten slowakischen Autors Jozef Gregor Tajovsky.
„Es war total heruntergekommen. Wir haben es wieder aufgebaut. Jetzt ist dort eine hübsche Kneipe drin, mit meinen Fotos und Trikots an den Wänden. Dazu ein Supermarkt. Und das kleine Theater für 120 Zuschauer.“
Immer wenn er Zeit hat, vor allem rund um die Länderspiele, fährt er hierhin. „Den Rest des Jahres kümmert sich meine Familie um das Theater. Ich habe ja nicht viel Zeit, weil wir mit Bayer so viele Spiele haben – und das soll so bleiben. Wir sollten jetzt nicht abheben. Wir haben ein gutes Team, müssen aber jedes Spiel wie ein Endspiel annehmen. Dann können wir jeden schlagen.“
Dass er sich in die Stammelf gespielt hat, hätte nicht jeder erwartet. Am Sonntag schonte Trainer Skibbe Gresko zwar, heute soll er aber wieder ran. „Er hilft uns mit seiner Erfahrung ungemein“, sagt der Coach. „Der spielt seinen Part ganz solide und abgezockt runter.“ Theater macht er keins. „Das soll auch auf der Bühne und nicht auf dem Platz stattfinden.“
Quelle: express.de