Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und Cheftrainer Michael Skibbe haben elf deutsche Nationalspieler im Kader – und wollen im Titelkampf bald mitreden.
Leverkusen. Bundestrainer Joachim Löw und sein Trainerstab dürften in der neuen Spielzeit der Fußball-Bundesliga zu den Stammgästen in der BayArena gehören. Denn Bayer Leverkusen hat seiner Mannschaft ein neues Gesicht verliehen.
Die Werkself, die erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten keinen Brasilianer mehr in ihren Reihen hat, ist nämlich zur Anlaufstelle für deutsche Nationalspieler geworden.
„Dass wir keinen Brasilianer mehr haben, war reiner Zufall“, sagt Leverkusens Vorstandsvorsitzender Wolfgang Holzhäuser. Kein Zufall ist allerdings die gezielte Verpflichtung von deutschen Jung-Nationalspielern. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und sein Cheftrainer Michael Skibbe, die als sportliche Leitung 2002 die DFB-Elf in Japan und Südkorea zur Vize-Weltmeisterschaft geführt hatten, setzten voll auf die deutsche Karte und haben mittlerweile elf Auswahlspieler im Team.
Kölns Superstürmer Patrick Helmes (23) soll der zwölfte werden und in der Saison 2008/2009 dabei sein, wenn Leverkusens „Nationalmannschaft“ ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen will.
Friedrich und Sinkiewicz bilden die neue Innenverteidigung
Zur ersten Formation gehören U 21-Keeper Rene Adler, dessen Vertreter Eric Domaschke übrigens das U 20-Tor hütet. Die Zugänge Manuel Friedrich (von Mainz 05) und Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln) bilden die Innenverteidigung, die in der vergangenen Spielzeit mit den brasilianischen Auswahlspielern Juan und Roque Junior für die ein oder andere Panne jederzeit gut war.
Wie Friedrich (27) und Sinkiewicz (21) haben auch die Mittelfeldspieler Gonzalo Castro (20), Simon Rolfes (25) und Paul Freier (27) sowie Angreifer Stefan Kießling (23) schon Erfahrungen in der deutschen A-Nationalmannschaft sammeln können.
Auf dem Sprung in die erste Bayer-Mannschaft stehen mit den Verteidigern Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Sascha Dum zudem zwei weitere U 21-Akteure, die auf einen Einsatz beim Uefacup-Teilnehmer brennen. Sie alle sollen unter anderem dafür sorgen, dass ein Grieche im Bayer-Dress wie am Fließband treffen kann.
Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas (27), der vom VfL Bochum an den Mittelrhein gewechselt ist, hat bereits in der Vorbereitung die ersten Treffer markiert. „Diese Bayer-Mannschaft ist spielstärker als Bochum. Ich denke, dass er seine Torquote bei uns mindestens einstellen kann“, sagt Wolfgang Holzhäuser und meint damit 24 Tore, die Gekas nun auch für Leverkusen erzielen soll.
Top-Torschütze bei Bayer in der vergangenen Saison war der zum FC Liverpool abgewanderte Andrej Voronin mit zehn Treffern. Leverkusens Torquote von 1,56 Treffer pro Bundesligaspiel ist zweifellos verbesserungswürdig. Und wenn dem quirligen Griechen in einem Jahr dann auch noch Patrick Helmes zur Seite gestellt wird – dann dürfte das Herz des ehemaligen Torjägers Rudi Völler endgültig höher schlagen.
Vorausgesetzt: die deutsche Innenverteidigung lässt im Strafraum nicht viel anbrennen. Keine Frage: Bundestrainer Joachim Löw dürfte schon aus DFB-Interesse Leverkusens positive Entwicklung am Herzen liegen.
13.07.2007
Von Michael Frisch