VON RAINER THRON
(RP) Der Verbandsligist kassiert gestern Abend gegen Bayer Leverkusen erst in der letzten Minute das 2:3. Vom erhofften Fußball-Leckerbissen des Bundesligisten war wenig zu sehen.
1. FC Wülfrath – Bayer Leverkusen 2:3 (0:2). Auch die Autofahrer mussten gestern Abend gut zu Fuß sein, um ins Rheinkalkstadion zu kommen. Denn Parkplätze waren rar am Erbacher Berg. Kein Wunder: Der 1. FC Wülfrath hatte den UEFA-Cup-Teilnehmer Bayer Leverkusen zu Gast. Die Tribüne war restlos ausverkauft, die Stehränge waren dicht besetzt. Und die vielen Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen – wenn sie Anhänger des FCW waren. Der Verbandsligist verpasste nur knapp eine Fußball-Sensation – wenn das 2:3 nicht doch eine ist. Das Team von Trainer Frank Kurth kassierte gegen den Bundesligisten, der bis auf Bernd Schneider in Bestbesetzung antrat, erst in letzter Minute das 2:3. Die Leverkusener zeigten dank ihrer ausgefeilten Technik einige schöne Kombinationen, wirkten aber zuweilen lustlos und ließen Lauffreude vermissen. Vom erhofften Fußball-Leckerbissen war wenig zu sehen.
Peschka trifft Innenpfosten
Die Wülfrather zeigten keine Respekt vor den großen Namen. Die 2:0-Führung der Gäste durch Stefan Kießling (17./45.) war angesichts der Großchancen des FCW nicht verdient: Alen Erkocevic scheiterte freistehend an Keeper René Adler, Krzystof Benedikt traf in ebenfalls guter Position den Ball nicht voll, Lewis Asamoahs Lupfer tropfte auf das Netz und der fantastische Volleyschuss von Steffen Peschka sprang vom Innenpfosten ins Feld zurück.
Vor dem verdienten Anschlusstreffer leistete sich der viel gelobte René Adler eine dicker Fehler, ließ die angeschnittene Flanke von Philipp Pauly durch die Hände gleiten, und Murat Uzun drückte den Ball per Kopf zum 1:2 über die Linie. Bei zwei Chancen der Bayer-Elf war der eingewechselte FCW-Schlussmann Richard Garweg auf dem Posten. Und dann wurde es laut im voll besetzten Rheinkalkstadion. Gerade war Sven Hauptmann zusammen mit Ganesh Pundt eingewechselt worden, da erzielte der Neuzugang aus der Jugend des Wuppertaler SV/Borussia das vielumjubelte 2:2: Einen 17-Meter-Hammer von Philipp Pauly wehrte René Adler noch glänzend ab, beim Nachschuss von Sven Hauptmann war der Bayer-Torwart aber machtlos. Erst in der 90. Minute gelang Theofanis Gekas der Leverkusener Siegtreffer.
Zwei oberliga-erfahrene Stürmer
Bereits vor dem Anpfiff zu diesem absoluten Saison-Highlight, so Michael Massenberg, hatte der FCW-Vorsitzende eine spektakuläre Neuverpflichtung verkünden können: „Lewis Asamoah wird ab sofort für uns auf Torejagd gehen.“ Der 23-jährige Bruder des deutschen Nationalspielers Gerald Asamoah (FC Schalke 04) kommt vom Oberligisten Arminia Hannover. Der Stürmer stellte bereits beim Test gegen den Regionalligisten SF Siegen seine Klasse unter Beweis und bereitete mit einem Traumpass das 1:0 durch Dennis Homann vor. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit zwei oberliga-erfahrenen Stürmern in die Saison gehen können“, betont Michael Massenberg. Vor dem Ghanaer Lewis Asamaoh hatte der FCW Krzystof Benedyk vom VfB Speldorf verpflichtet.
INFO
So spielten sie
1. FC Wülfrath: Honnacker – Venturiello, Menge, Peschka, Homann, Goczik, Tesic, Erkocevic, Heuer, Asamoah, Benedyk; eingewechselt: Garweg – Rötzel, Uzun, Haschke, Martilotti, Pundt, Hauptmann, Dzeladini.
Bayer Leverkusen: Engel – Haggui, Friedrich, Rolfes, Ramelow, Gresko, Barnetta, Freier, Castro, Kießling, Gekas; eingewechselt: Dum, Sarpei, Schwegler, Sinkiewicz, Calssen-Braker, Lartey, Kratz.
Schiedsrichterin: Nicole Schumacher (Oberhausen).