VON TOBIAS KRELL
(RP) Kaum zu glauben: Die Leverkusener entwickeln Heimatgefühle. Jetzt hat sich eine Aktionsgruppe „Das Kreuz muss bleiben“ gegründet. Die Fans der Riesenleuchtwerbung wollen das bekannte Kreuz retten, die Konzernspitze hat die Demontage (2009) beschlossen. Dafür bleibt das Hochhaus stehen.
Langeweile kommt bei den Fans von Bayer 04 auch in der Sommerpause nicht auf. Sie kämpfen aktiv für den Erhalt des Bayer-Kreuzes, das 2009 abgerissen werden soll – und bekommen dabei auch von außerhalb reichlich Unterstützung. „Es kommen zudem viele Menschen, die mit Fußball gar nichts zu tun haben. Das zeigt die Bedeutung dieses Wahrzeichens für die Menschen in der Stadt“, sagt einer Initiatoren (Name der Redaktion bekannt). „Das Kreuz muss bleiben“ wurde die von den Fan-Dachverbänden Ultras Leverkusen und Faninitiative SVB ins Leben gerufene Aktion getauft.
Unterschriften-Sammlung
Eine Homepage ging zum Wochenende ins Internet. Und die ersten Unterschriftenlisten sind bereits unterwegs. Die Mitglieder der Initiative sind überwältigt von den Reaktionen. „In Küppersteg, Bürrig und Rheindorf haben wir schon Listen ausgelegt. Kein Einzelhändler war dagegen. Nur bei den großen Marktketten hatten wir keine Chance“, sagt der Mitinitiator. Und während der Feste an den vergangenen Tagen wurde schon eifrig vor Ort gesammelt. Rund 200 Unterschriften kamen allein beim kleinen Aquila-Fest zusammen, das nach Schätzung der Sammler ungefähr genauso viele Besucher hatte. Und auch beim Schlebuscher Volksfest lagen Listen an Ständen aus.
Bis zum 30. September soll die Unterschriftenaktion fortgeführt werden, die von 6000 Aufklebern und 1000 Plakaten begleitet wird. Ziel ist es, das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen und durch eine möglichst große Zahl von Unterzeichnern den Konzern zum Umdenken zu bewegen. Sogar Gedanken um die Finanzierung wurden sich gemacht. Einen Teil der Kosten könne Bayer eventuell decken durch Denkmalschutz-Fördermittel. „Wenn der Konzern diesen Vorschlag aufgreift, ist das schön. Sonst überlegen wir, ob wir nicht auf eigene Faust versuchen, dafür zu sorgen, dass das Kreuz unter Denkmalschutz gestellt wird“, meint der Kämpfer für das nach seiner Meinung „einzige überregional und auch weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt“.
Leuchtdiodenteppich für das Kreuz
Einen anderen Vorschlag macht der Leverkusener Unternehmensberater Rainer Willmanns. Er wünscht sich die Technik, die für das Hochhaus geplant ist, für das Kreuz. Das würde dann mit einem variabel schaltbaren Dioden-Teppich ausgerüstet werden und so Gelegenheit geben für Grüße an vorbeifahrende Urlauber, Hinweise auf ausverkaufte Spiele und Titelgewinne der Werkself oder das Anpreisen freier Grundstücke. Und das Kreuz bliebe erhalten. „Mit dessen Geschichte hat Leverkusen etwas, wonach sich andere Städte die Finger lecken würden“, meint er. Darum fordert er die Bildung einer Projektgruppe von Werk und Stadt.