„Alles ist gut“ für Bayer 04

  • VON LAZLO STEINER, 13.05.07, 22:20h

    BERLIN. „Alles ist gut!“ Jan-Ingwer Callsen-Brackers präfinales Saisonfazit eine Woche vor dem Ende einer fußballerischen Achterbahnfahrt brachte die Sache auf den Punkt. Der Leverkusener Innenverteidiger, der nicht nur als Torschütze am glückauslösenden 3:2 (2:1)-Auswärtssieg in Berlin maßgeblich beteiligt war, freute sich grenzenlos über den Erfolg, mit dem sich seine Mannschaft dann doch noch in das in den letzten Wochen fast verspielte internationale Geschäft rettete. Bayer 04 jettet auch in der kommenden Saison wieder durch Europa und gibt seine Visitenkarte im Uefa-Pokal ab. „Ich bin überglücklich. Das war eine Saison mit Höhen und Tiefen“, schnaufte Trainer Michael Skibbe erleichtert durch, ehe er der Mannschaft bis zum Dienstag freigab.

    Die morgige Trainingseinheit dürfte dann wohl primär dazu dienen, den übers Wochenende voraussichtlich dramatisch gestiegenen Alkoholpegel im Spielerblut wieder abzubauen. Der Ankündigung Callsen-Brackers („Jetzt wird gefeiert, bis der Arzt kommt“), folgte jedenfalls noch auf dem Weg zum Flughafen die erste „Großtat“, als man beim Italiener zwischenstoppte - selbstredend nicht nur, um mit leckerer Pasta den nach der Anstrengung im Olympiastadion arg angegriffenen Kohlenhydratspeicher zu füllen.

    Die Ausgelassenheit der Bayer-Profis betrachtete Rudi Völler wohlwollend. Der Sportdirektor („Der Stress des Saisonfinals ist auch an mir nicht spurlos vorübergegangen“) stand schließlich wieder auf der Sonnenseite des Lebens. Milde lächelnd resümierte Völler über ein Fußball-Jahr, das ihm ab und an - vor allem in den letzten Wochen - ja auch die Zornesröte ins Gesicht getrieben hatte. Doch frei nach Callsen-Bracker („Alles ist gut!“) schaute der Rudi nur aufs nackte Ergebnis: „Die Bilanz für die gesamte Saison fällt gut aus. Wir wollten in den Uefa-Cup und haben das Ziel erreicht.“

    Dass dies auch dank eines rätselhaften Elfmeterpfiffs des Schiedsrichters Wolfgang Stark gelang, war zumindest aus Leverkusener Sicht am Ende irrelevant. Der Unparteiische aus Ergolding verhalf Bernd Schneider recht unverhofft zu dessen spielentscheidendem Tor zum 2:3, als er ein vermeintliches Strafraum-Foul des Berliners Arne Friedrich an Stefan Kießling ahndete (64.). Weshalb, „das weiß nur der Schiedsrichter“, gestand sogar Skibbe ein, doch Herr Stark wollte seine Entscheidung partout nicht begründen - vor laufenden TV-Kameras mit der höchst bemerkenswerten Erklärung, ohne das bereits im Reisegepäck befindliche offizielle Schiedsrichtersakko nicht mehr aussageberechtigt zu sein.

    Wie dem auch sei, der Sieg vor 54 820 Fans war in Ordnung, Bayer besser. Die ohne Barbarez, Haggui, Babic, Freier und Ramelow beginnenden Gäste bestimmten die Partie zunächst eindeutig. Callsen-Brackers Führungstor (13.) gingen Lattentreffer von Kießling (3.) und Simon Rolfes (12.) voraus. Nachdem der erste Berliner Torschuss von Marko Pantelic zum Ausgleich führte (32.), legte Andrey Voronin postwendend das 1:2 nach (34.). Christian Gimenez 2:2 (51.) sorgte noch einmal für Herthaner Hoffnungen, die Schneider jedoch mit seinem Strafstoß zerstörte. „Alles ist gut“ - das galt eben nicht für Berlin und Carsten Heine. Der ist nächste Woche in Frankfurt letztmals Hertha-Trainer.

    http://www.rundschau-online.de/jkr/artikel.jsp?id=1176130314473

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