Leverkusen: Fehlender Konkurrenzdruck im Kader
In seiner ihm eigenen Art, die Bla-Bla nicht zulässt, brachte es Bernd Schneider auf den Punkt: "Wir machen Fehler und die werden bestraft." Bayer ist zurück auf dem Boden, zwei schallende Ohrfeigen gegen Osasuna Pamplona und den VfL Bochum sorgen dafür, dass niemand in der Fußball GmbH den Blick für die Realitäten verliert.
Der viel zitierte Umbruch ist längst nicht abgeschlossen, der Prozess dauert an und ist schmerzhaft. Es gilt zunächst, Platz fünf zu sichern. Schneider: "Jetzt sind wir gefordert und müssen zeigen, dass wir es besser können." Die "Kindergarten-Mentalität", die Rudi Völler ausmachte und "brutal" ansprechen will, die "Schlafmützigkeit" und das "naive Defensivverhalten", all dies muss raus aus dem Team, das an guten Tagen einen Gegner an die Wand spielen kann, an schlechten "auch gegen Bergisch Gladbach verliert", wie Michael Skibbe klagt.
Der steht momentan einer Mannschaft vor, in der zu wenig Konkurrenzdruck herrscht, achtzig Prozent der Spieler kennen ihren Platz, ob in der ersten Elf oder auf der Bank. Diskussionen gibt es lediglich mal um eine Position in der Offensive, zu dünn gestrickt ist der Kader. Wenn es nicht läuft, fehlen dem Coach die Druckmittel.
Ebenso dünn ist das Nervenkostüm: Kießling zeigt dem Schiedsrichter den Vogel, Juan schlägt nach seinem Gegenspieler, Schneider wirft wutentbrannt die Kapitänsbinde weg. Immerhin der Nationalspieler bereute sofort: "Das darf nicht passieren. Das war respektlos." Geärgert hatte er sich über seine fünfte Gelbe Karte, "doch die geht in Ordnung, die konnte man geben." Schneider zeigte Größe, leider gelang dies nicht allen. Die haben nun die Gelegenheit. In Pamplona und in München.
[Quelle:http://www.kicker.de/fussball/bunde…artikel/364025/]