VON TOBIAS KRELL
(RP) leverkusen/Mainz Das ausgesprochene Betretungsverbot für mehrere Bayer-Fans hatte vor dem Gastspiel der Leverkusener im Stadion am Bruchweg in Mainz für einige Aufregung gesorgt. Trotz der Einordnung in die höchste Gefahrenstufe, die es sonst nur bei Derbys des FSV gegen Frankfurt oder Kaiserslautern gibt, blieb es rund um die Partie erstaunlich ruhig. Ein Erfolg also für die ungewöhnliche Praxis, Anhängern das Betreten der Stadt zu verbieten? Mitnichten, meint Bayers Fanbeauftragter Andreas „Paffi“ Paffrath.
„Denn die Maßnahme hat keinesfalls die schlimmsten Gewalttäter getroffen. Es war genug Potential vor Ort. Dass es ruhig blieb, hat nicht zuletzt mit dem ruhigeren Auftreten der Polizei zu tun. Im vergangenen Jahr war das sehr martialisch“, betonte er in Erinnerung an Beamte mit Sturmhauben und Helmen, unfreundliche Ansagen und Provokationen. „Als ich damals dazwischen gegangen bin, habe ich Knüppelschläge in den Rücken bekommen, obwohl für die Polizisten offensichtlich war, dass ich zur Fanbetreuung gehöre“, sagt er.
Rüde Ansprache
Andrea Schmitz verzichtete diesmal auf die Fahrt nach Mainz. Sie war bei einer Geburtstagsfeier. „Aber auch ohne die wäre ich nach der Erfahrung beim letzten Spiel dort und den Betretungsverboten nicht gefahren“, versichert die Vorsitzende der „Faninitiative SVB“. Schon beim Ablegen des Fanschiffes in Bingen hätten seinerzeit die Probleme begonnen. „Wir wurden gezwungen, zwölf Leverkusener mitzunehmen, die keine Karte für die Schiffsfahrt hatten und möglicherweise nicht zum Spiel fahren wollten.“ Rüde Ansprachen und das Verbot, unterwegs auf die Toilette zu gehen, hätten Provokationen durch die Beamten fortgesetzt. „So werden Aggressionen geschürt.“
Paffrath hofft, dass auch in Zukunft Spiele in Mainz ähnlich ruhig verlaufen. „Dazu wäre es gut, wenn es wieder so wird wie diesmal“, sagt er und meint damit nicht die Betretungsverbote. Dass es zu solchen Maßnahmen nicht mehr kommt, dafür will er sich im Gespräch mit den szenekundigen Beamten (SKB) von Mainz und Leverkusen Helmut Kommoß einsetzen. Der Fanbeauftragte bezieht sich auf die Behandlung der Leverkusener Anhänger und die Zusammenarbeit mit den Beamten. „Wir wurden zu Hilfe gerufen, wenn sich kleinere Probleme anbahnten und konnten mit unseren Ansprachen die Situation beruhigen. So sollte es immer sein.“